Archiv der Kategorie: Familie

Halbert und Hob (englische Weihnachtserzählung)

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Gibt es eine Ursache für diese
harten Herzen? Oh, Lear,
Dass es etwas jenseits der Natur geben muss,
das sie besänftigt, scheint eindeutig.

 

  1. Vater und Sohn

Rauh und wild ist die Landschaft im Norden, wo diese Geschichte spielt, und rau und wild waren die zwei Männer, von denen hier die Rede ist. Der alte Halbert und sein Sohn Hob waren so etwas wie zwei Menschen, an denen die Zivilisation vorübergegangen war. Sie schienen nichts aufzuweisen, außer den harten und ungehobelten Instinkten unzivilisierter Geschöpfe. Sie stammten von einer wilden Sippe ab, und in ihnen, den letzten ihres Geschlechts, schien das Wilde und Raue seinen Höhepunkt gefunden zu haben. Sie waren keine Kriminellen, denn man konnte sie nicht des Diebstahls oder Mordes bezichtigen. Doch wenn man ihnen auch nur mit einem Wort krumm kam, war ihre Antwort ein Fausthieb.

Und ihre Fausthiebe waren keine Späße! Weiterlesen

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Mia von nebenan

Auf den ersten Blick ist Mia ein ganz normales Mädchen. Sie wohnt in einem Kölner Vorort, geht regelmäßig zur Schule und führt nachmittags den Hund aus. Was keiner weiß: Mias Eltern sind drogenabhängig und kümmern sich nur sporadisch um sie. Es ist Mia, die den Müll wegbringt, den Abwasch macht und aufpasst, dass ihre Mutter etwas zum Frühstück bekommt. Eines Tages hat sie davon genug. Wer kümmert sich eigentlich um sie? Mit der Kraft der Verzweiflung versucht sie, eine andere Bleibe zu organisieren – bei der Oma, einem Mitschüler, der großen Schwester (…)

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Mia von nebenan – 2 von 4

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Mia von nebenan – 4 von 4

Das Mädchen unter dem Dohlenbaum

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DIE DOHLEN SCHWIMMEN AM HIMMEL, DER HIMMEL IST IHR MEER

Die Dohlen wohnen in den großen Bäumen vorm Bahnhof, hoch oben in den Wipfeln. Ich muss ganz still stehen, damit sie nicht erschrecken und wegfliegen. Ich schaue zu ihnen hinauf und sehe sie auf den Zweigen schaukeln. Zwischen den grünen Blättern sehen sie wie schwarze Bälle aus.

Mama ist drinnen im Bahnhof, Fahrkarten kaufen. Wir fahren weit weg, an einen Ort, wo ich noch nie gewesen bin. Weiterlesen

Morgen Früh am Weihnachtstag – Pearl S. Buck

 

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Rob liebte seinen Vater, aber erst ein paar Tage später wurde ihm bewusst wie sehr, als er ihn kurz vor Weihnachten mit seiner Mutter sprechen hörte:ob war fünfzehn und lebte auf einem Bauernhof. Jeden Morgen schleppte er sich um 4 Uhr Morgens mühsam aus dem Bett, um zu helfen, die Kühe zu melken. Manchmal dachte er, dass die Aufgabe einfach viel zu groß für ihn war. Weiterlesen

Malins Weihnachtsgeschenk

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Malin hatte ein Geheimnis. Aber das erzählte sie niemandem.Die Schule war in einem kleinen roten Haus. In diese Schule ging Malin. Sie war neun Jahre alt. Am zweiten Juli hatte sie Geburtstag. Mitten im Sommer.

Ja, eine Weile hatte sie sogar zwei Geheimnisse. Das eine hätte sie fast Johan erzählt. Das war, als das erste Schuljahr vorbei war. Alle in der Klasse hatten ihre Sonntagskleider an. Die Lehrerin trug ein Kleid mit Blumen drauf. In einer Vase steckte ein großer Strauß Flieder. Der duftete durch das ganze Schulzimmer. Weiterlesen

Eine Sommernacht im Zelt

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Mama telefoniert mal wieder eine halbe Ewigkeit.
Als sie endlich ins Wohnzimmer kommt, sagt sie: „Tante Petra und Onkel Norbert möchten am Samstag nach München ins Theater. Sie würden Sophia und Maxi vorher zu uns bringen und am Sonntag wieder abholen – wenn wir einverstanden sind.“
„Natürlich sind wir einverstanden!“, rufen Lisa und Lukas sofort.
„Ich habe auch nichts dagegen“, sagt Papa. „Obwohl es bestimmt etwas anstrengend wird…“ Weiterlesen

Als Oma seltsam wurde

Eines Tages, ganz plötzlich, wurde meine Oma seltsam und geizig. Ich war sechs Jahre alt, und manchmal passte sie tagsüber auf mich auf. Sie wohnte in einem Dorf vor der Stadt. Es war Donnerstag und ich wartete. Ich ging im Garten herum und herum.

Bald würde das Bäckerauto kommen und hupen. Oma würde ein rundes Brot kaufen und Kekse. Ich durfte mir jedes Mal einen eigenen Keks aussuchen. So war es immer.

Ich wartete und wartete. Und zwischendurch schoss ich mit meinem Flitzebogen, den ich aus einem Kleiderbügel und einem Gummiband gebaut hatte.

Dann endlich hörte ich das Bäckerauto kommen. Es hupte.

Ich lief rein zu Oma. Sie saß in der Küche und schlief.

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»Das Bäckerauto kommt!«, rief ich. »Beeil dich.«

Sie sah mich verwirrt an.

»Wer bist du?«, fragte sie.

»Ich«, sagte ich.

Sie nickte abwesend. Weiterlesen