Archiv der Kategorie: Gewalt

Halbert und Hob (englische Weihnachtserzählung)

l.jpg

Gibt es eine Ursache für diese
harten Herzen? Oh, Lear,
Dass es etwas jenseits der Natur geben muss,
das sie besänftigt, scheint eindeutig.

 

  1. Vater und Sohn

Rauh und wild ist die Landschaft im Norden, wo diese Geschichte spielt, und rau und wild waren die zwei Männer, von denen hier die Rede ist. Der alte Halbert und sein Sohn Hob waren so etwas wie zwei Menschen, an denen die Zivilisation vorübergegangen war. Sie schienen nichts aufzuweisen, außer den harten und ungehobelten Instinkten unzivilisierter Geschöpfe. Sie stammten von einer wilden Sippe ab, und in ihnen, den letzten ihres Geschlechts, schien das Wilde und Raue seinen Höhepunkt gefunden zu haben. Sie waren keine Kriminellen, denn man konnte sie nicht des Diebstahls oder Mordes bezichtigen. Doch wenn man ihnen auch nur mit einem Wort krumm kam, war ihre Antwort ein Fausthieb.

Und ihre Fausthiebe waren keine Späße! Weiterlesen

Advertisements

Pfoten hoch

5

Billys Papa ist ein berühmter Gangster. Aber er macht sich Sorgen um seinen Sohn.
»Ich frage mich, ob du später auch mal ein guter Gangster wirst, Billy. Du bist mir nicht böse genug.«
»Glaubst du?«, fragt Billy.
»Ich fürchte es. Du bist mir zu nett. Na gut. Wir werden einen Versuch machen. Man kann ja nie wissen.« Weiterlesen

Der grüne Omnibus

Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens
an die Opfer des Holocaust

Der grüne Omnibus

Theo Stemmler

Die Tage wurden kürzer, und obwohl die Mittagstemperaturen in jenem warmen September 1944 manchmal noch 25 Grad erreichten, gingen die Leute aus Waldau nicht mehr zum Dorfweiher, um dort zu baden. Die Erwachsenen brachten die Ernte ein, die Kinder gingen vormittags zur Schule und waren nachmittags mit Hausaufgaben beschäftigt — oder mit dem Einkaufen von Dingen, die ihnen ihre Mütter auf Zetteln notiert hatten.

Karl nahm sich für den Heimweg vom Fleischer viel Zeit. Er genoß die Freiheit vor dem erneuten Beginn der häuslichen Verwahrung. Trotzig ließ er das Einkaufsnetz, in dem ein Pfund Schweineleber schwappte, über die staubige Straße schleifen, verscheuchte einige Hühner, die ihm in die Quere kamen, und trat mit seinen genagelten Schuhen nach jedem erreichbaren Stein, dass Funken sprühten.

Gelegentlich blieb er stehen und wartete eine Weile, bis sich genügend Speichel in seinem Mund gesammelt hatte. Dann nahm er breitbeinig Aufstellung und ließ den schaumigen Riesentropfen in den Staub fallen. Der beim Aufschlag entstehende Knall bestätigte ihm zu seiner Freude immer wieder das Verbotswidrige seines Tuns. Spucken gehört sich nicht, und nimm gefälligst die Hand aus der Hosentasche. Weiterlesen

Han Gan und das Wunderpferd

Han Gan und das Wunderpferd

Der kleine Han Gan tat nichts lieber als zeichnen.

Doch seine Eltern waren so arm, dass er sich weder Tuschpinsel noch Papier leisten konnte. Um sie zu unterstützen, trug er für einen Gastwirt Speisen aus. Dafür bekam er ein wenig Geld.

Eines Tages brachte er dem berühmten Maler Wang Wei das Essen.

Gerade, als er gehen wollte, sah er hinter dem Haus Pferde auf einer Weide. Sie waren so wunderschön, dass er sie auf der Stelle in den Sand zeichnen musste.

Wang Wei wurde auf ihn aufmerksam und sah sich die Zeichnung genau an. Dann forderte er den Jungen auf am nächsten Tag wiederzukommen. Weiterlesen

Das Geheimnis des friedlichen Kriegers

In einer Stadt, gar nicht weit von hier, saß ein Junge am Küchentisch und starrte aus dem Fenster. Es war ein frischer Herbstmorgen. Danny Morgan blickte nachdenklich auf die neue Umgebung. Den vertrauten Garten und die alten Freunde gab es nicht mehr, und heute sollte er zum ersten Mal in die Eastside-Schule gehen. Er war aufgeregt und neugierig, und gleichzeitig hatte er Angst.
„Iss dein Frühstück, Danny!” rief die Mutter aus dem Nebenzimmer. „Der Nachbarjunge, der dich zur Schule bringt, muss jeden Moment kommen!”
Es klingelte, und Danny schüttete den Rest seiner Haferflockensuppe in den Ausguss.
„Hier sind deine Pausenbrote”, sagte die Mutter und gab ihm eine neue Brotdose. Es klingelte wieder.
„Machst du die Tür auf?” fragte sie lächelnd.
Danny ging langsam in den Flur, öffnete und erblickte ein Mädchen, ungefähr in seinem Alter.
„Hallo,” sagte sie, „ich heiße Joy.”
„Du hast doch gesagt, dass es ein Junge ist”, zischte Danny seiner Mutter zu. Weiterlesen

Don’t bully me: a personal diary

Don’t bully me: a personal diary

Sunday morning 7.30
Dear Diary
Had a bad dream last night. I was running… and running. There was this huge tiger chasing me. I was running faster and faster but I couldn’t get away. It was getting closer and then … I woke up.
I held Flo in my arms. She makes me feel safe – she knows what’s going on. I can tell her. Keep having bad dreams. Didn’t use to be like that. I used to have loads of friends – like Sara and Jenny. Sara asked me to go to the shops but…
School’s been HELL since SHE came. I hate hate HATE her!!! I hate hate HATE her!!!

Sunday evening 20.15
Dear Diary
Went to Grandad’s.
Lucy came and we climbed the big tree. We played pirates. School tomorrow. Don’t think I can face it. Go to school and see HER! SHE’LL be waiting. I KNOW she will. Even when she isn’t there I’m scared she’ll come round a corner. Or hide in the toilets like a bad smell. Teachers never check what’s going on in there! If ONLY I didn’t have to go. My cat Flo thinks I’ll be ok. Weiterlesen