Wann ist endlich Weihnachten? – Der Bettler – Der Birnbaum – Der Räuber

Am 8. Dezember fragt der kleine Bär neugierig: „Und was geschieht heute?“ „Das wirst du gleich hören“, antwortet Mutter Bär und beginnt zu erzählen.

Der Bettler

Immer dichter fielen die Schneeflocken auf das Land. Immer mühsamer wurde es für den kleinen Bären, seinen Weg zu finden.

Als er in einer Hütte Unterschlupf suchen wollte, entdeckte er einen Mann.

Er war in lauter Lumpen gehüllt.

Was für ein armer Mann!, dachte der kleine Bär. Er sieht so hungrig aus.

Er nahm sein Nikolaussäckchen und hielt es dem Bettler hin. „Es wird dich stärken, eigentlich war es für das Kind bestimmt“, sagte der kleine Bär.

Da ging ein Lächeln über das müde Gesicht des Bettlers. „Es bekommt auch davon!“, sagte er und verschwand.

Wie leicht war es plötzlich dem kleinen Bären ums Herz. Der Weg nach Bethlehem erschien ihm nicht mehr so weit. Und er wusste nicht warum.

Als Mutter Bär die Geschichte beendet hat, schlüpft der
kleine Bär aus seinem
Bett und holt seinen blauen Elefanten.

„Ich werde ihn morgen verschenken!“, ruft er aus. Mutter Bär brummt:

„Wenn man Gutes tut, kleiner Bär, ist der Weg nach Bethlehem nicht mehr weit!“

**

Am 10. Dezember kann es der kleine Bär kaum erwarten, bis Mutter Bär endlich kommt und die 10, Geschichte erzählt.

 Der Birnbaum

Nachdem der kleine Bär durch die Sonnenhitze ganz erschöpft war, sah er am Wegrand einen alten Birnbaum stehen.

Ich will mich in seinem Schatten etwas ausruhen!, dachte er und lehnte sich an seinen knorrigen Stamm.

Als der kleine Bär aus einem leichten Schlummer erwachte und nach oben sah, entdeckte er, dass der alte Baum plötzlich voll reifer Früchte hing.

„Ich bin hungrig”, seufzte der kleine Bär. „Wenn ich nur ein wenig von diesen Früchten essen könnte!”

Als hätte der alte Birnbaum seine Worte verstanden, neigte er seine Krone bis tief auf den Boden. Wie selbstverständlich pflückte der kleine Bär von seinen Früchten. Sie schmeckten nach dem süßesten Honig.

Als der kleine Bär satt geworden war, erhob der Birnbaum rauschend seine Krone.

„Ich danke dir!”, rief der kleine Bär, und mit neuer Kraft setzte er seinen Weg fort.

Als Mutter Bär die Geschichte beendet hat, streicht sie dem kleinen Bären über das Fell, „Für den, der nach oben schaut, gibt es immer wieder Überraschendes!”, sagt sie leise.

**

Am 12. Dezember krault Mutter Bär dem kleinen Bären das Fell und sagt: „Nun hör gut zu, heute erzähle ich dir von einem Lämmchen. “

Das Lämmchen

Als sich der kleine Bär am frühen Morgen wieder auf den Weg machte, seufzte er: „Es ist so weit bis nach Bethlehem!”

Gerade als er sich hinsetzen und ein wenig ausruhen wollte, entdeckte er ein Lämmchen.

„Was tust du hier so allein?”, fragte der kleine Bär.

„Ach”, erwiderte das Lämmchen, „gerade bin ich den wilden Tieren entkommen, und nun fürchte ich mich vor den spitzen Hörnern der Kuh, vor den kräftigen Schwingen des Adlers und vor deinen scharfen Krallen, kleiner Bär. Warum habe ich keine Hörner, keine Flügel und keine Krallen, mit denen ich mich wehren kann?”

Fragend sah der kleine Bär nach seinem Stern. Da wusste er mit einem Mal die Antwort: „Du brauchst keine Waffen”, sagte er leise. „Mit Sanftmut und Geduld kannst du die wildesten Tiere besiegen.”

Der kleine Bär kraulte das Lämmchen liebevoll am Kopf. „Bitte begleite mich ein Stück”, bat er, und zusammen zogen sie weiter.

Als Mutter Bär die Geschichte beendet hat, zupft sie der kleine Bär am Ohr: „ Glaubst du auch, dass Sanftmut und Geduld die stärksten Waffen sind?” Da nickt Mutter Bär: „Ich habe es selbst erfahren!”

**

Am 14. Dezember wartet der kleine Bär schon ungeduldig. „Erzähl mir heute von einem wilden Räuber!“, sagt er zu Mutter Bär. Da beginnt sie die 14. Geschichte.

Der Räuber

Der kleine Bär und das Lämmchen kamen wieder in einen Wald. Sie wussten nicht, dass ein gefährlicher Räuber darin hauste. Jedem, der des Weges kam, lauerte er auf. Schon bald hatte der Räuber den kleinen Bären und das Lämmchen bemerkt. Die kommen mir gerade recht! Ein guter Braten und ein warmer Pelz!, dachte er und versteckte sich hinter einem Baum.

Doch als er sich mit seinem Sack auf den kleinen Bären stürzen wollte, blendete ihn der Stern so sehr, dass er vor Schmerz aufschrie und taumelte.

„Meine Augen! Hilfe! Ich bin blind!“

Erschrocken beugte sich der kleine Bär über den fremden Mann. Er legte ihm mit seinem Taschentuch einen Verband auf die schmerzende Stelle.

„Geh nach Bethlehem zu dem Kind, armer Mann! Es macht, dass du wieder sehen kannst!“, sagte der kleine Bär.

Da ergriff der Räuber voller Scham die kleine Bärenpfote. Bei jedem neuen Schritt aber wich die Dunkelheit.

Nachdem sie ein großes Stück zusammen gegangen waren, sagte der kleine Bär: „Deine Beine sind viel schneller. Lauf uns voraus, der Stern zeigt dir den Weg!“

Als Mutter Bär die Geschichte beendet hat, ist der kleine Bär schon eingeschlafen. Leise murmelt er im Traum: „Er ist kein Räuber mehr!“

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