Gleiche Rechte für Mädchen und Jungen. Ja klar!

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Gleiche Rechte für Mädchen und Jungen. Ja klar!

„Kein Kind darf, weil es ein Mädchen oder Junge ist, benachteiligt werden. Das steht in den Kinderrechten. Aber ist das nicht sowieso klar?”, wundert sich Paul. Jasper, Robert und Lea nicken.

„Und wieso muss dann immer ich beim Abwasch helfen und mein Bruder nicht?”, fragt Hannah.

„Dein Bruder ist ja noch klein”, antwortet Hazima. „Wenn er ein bisschen älter ist, muss er auch helfen, sonst ist es ungerecht.”

„Abwaschen ist Frauensache”, grinst Rasmus.

„Du lebst wohl hinter dem Mond?”, schimpft Kai. „Das war vielleicht früher mal so, als mein Opa noch ein kleiner Junge war. Und sogar der hilft meiner Oma mittlerweile bei der Hausarbeit.”

Eigentlich ist es wirklich klar. Mädchen und Jungen, Männer und Frauen haben die gleichen Rechte und Pflichten. Das steht nicht nur in den Kinderrechten, sondern auch in unserem wichtigsten Gesetz, dem Grundgesetz. Trotzdem ist manches immer noch ungerecht.

„Zum Beispiel, wenn eine Frau weniger verdient als ein Mann, obwohl sie die gleiche Arbeit macht”, sagt Lea.

„Genau!” Kai runzelt die Stirn. „Oder wenn jemand sagt: ,In unserer Klasse gibt es 25 Schüler.’“

„Wieso? Das stimmt doch!” Luis zuckt die Achseln.

„Schülerinnen und Schüler muss es heißen”, sagt Kai. „Sonst fühlt es sich so an, als gäbe es uns gar nicht. Uns Mädchen, meine ich.”

„Ach so!” Luis nickt. „Verstehe.”

„Meine Freundin Sevim ist aus der Türkei. Sie muss immer ein Kopftuch tragen und darf nicht alleine auf die Straße. Ihre Brüder schon, obwohl die noch jünger sind. Deswegen wird sie oft von anderen ausgelacht. Außerdem will ihr Vater, dass sie später einen Mann heiratet, den er ihr aussucht. Das wäre ja dann gegen das Grundgesetz”, überlegt Silja.

Sevim kommt aus einem anderen Land und aus einer anderen Kultur. Im Grundgesetz steht auch, dass niemand wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden darf.

Wenn also für Sevim und ihre Familie das Kopftuchtragen in Ordnung ist, gibt es keinen Grund, sie dafür auszulachen oder es ihr zu verbieten.

Dagnar Geisler: Das bin ich von Kopf bis Fuß.
Bindlach: Loewe Verlag 2005
Auszüge

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