Archiv der Kategorie: Religionsunterricht

Die Ostergeschichte

Die Ostergeschichte – PDF

Zum Paschafest, dem höchsten Feiertag der Juden, kommen Jesus und seine Jünger nach Jerusalem. Jesus reitet auf einem jungen Esel. Vor der Toren der Stadt warten schon viele Menschen. Sie freuen sich, dass Jesus zu ihnen kommt. Sie ziehen ihre Kleider aus und breiten sie vor ihm auf dem staubigen Boden aus, damit er überreiten kann. Auch viele Kinder sind gekommen, um Jesus mit Jubelrufen zu empfangen. Mit Palmzweigen winken sie ihm zu. Die ganze Stadt ist in großer Aufregung. Die Menschen spuren: Hier kommt der Messias, der Retter, den Gott uns versprochen hat. Gott meint es gut mit uns. Er hat Jesus geschickt, um uns Frieden und Freiheit zu bringen. Sie singen: „Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe.” Weiterlesen

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Der Indianerkönig – der 4. Heilige König

Der Indianerkönig

Viele Menschen, große und kleine, kennen die Geschichte der Heiligen Drei Könige. Was aber von dem Indianerhäuptling Silbermond erzählt wird, das ist weit weniger bekannt.
Silbermond lebte am Rand eines Berglandes im weiten Amerika. Eines Nachts sah er am Himmel einen weißen Stern. Der zog einen Schweif aus Goldstaub hinter sich her. Silbermond kannte den Sternenhimmel gut, doch so etwas hatte er nie zuvor gesehen. Er rief sein Volk zusammen und sagte: »Ein neuer Stern ist aufgegangen. Ich bin sicher, es ist der Stern eines großen Königs. Ich will mich aufmachen und dem neuen König huldigen.« Er nahm viele Geschenke mit. Drei Lamas bekamen Krüge mit Wasser und Öl und Honig auf den Rücken geladen. Auch Maisbrot und Trockenfleisch trugen sie und ein Armband aus kostbarer Jade, einen Beutel mit Goldkörnern und einen bunt gewebten, warmen Umhang.
Silbermond sagte: »Lebt wohl.« Sein Bruder Schneller Hirsch gab ihm noch einen Rat mit auf den Weg: »Schau nicht links, schau nicht rechts, scher dich um nichts, sonst kommst du nie ans Ziel.« Die Mutter aber nahm einen Schmuck mit einer schimmernden Perle von ihrem Hals, legte Silbermond diesen um und sagte: »Das ist mein eigener Brautschmuck. Er soll dich erinnern, dass du jedem hilfst, der deine Hilfe nötig hat.« Weiterlesen

Martinus, mein Bruder (St. Martin)

Martinus, mein Bruder

Das Ziel vor Augen, schüttelte Ambros die Müdigkeit ab und beschleunigte seine Schritte. In die Grauschleier des nasskalten Novembertages zeichnete sich der Kirchturm von Candes wie ein dunkler Schatten. Gerade als die Glocke anschlug, eilte Ambros durch das südliche Tor. Die Stadt lag wie erstickt unter den niedrig hängenden Wolken. Kein Mensch zeigte sich. Die Straße führte auf den Marktplatz. Das graublaue Basaltpflaster glänzte vor Nässe. Gestutzte Platanen säumten den Platz. Sie hatten die letzten Blätter längst abgeworfen und die knorrigen Zweige überwölbten wie bizarre Sparren eines Daches die Gehsteige. Fenster und Türen rundum waren geschlossen. Nur das Portal der großen Kirche stand weit offen.

Er warf einen Blick hinein, aber auch dort sah er niemand. In einer Seitenkapelle flackerte eine fast heruntergebrannte Kerze. Der schwache Duft von Weihrauch hing in der Luft.

Das Licht zog Ambros an. Er ließ das Bündel von der Schulter gleiten und entzündete eine neue Kerze. Über dem Flämmchen wärmte er seine Hände. »Zu spät«, murmelte er, »zu spät.«

Harter Hufschlag und das Rattern von Rädern auf dem Pflaster schreckten ihn auf. Er griff nach dem Bündel und verließ die Kirche.

Vor dem Gasthaus »Zum goldenen Eber« band ein untersetzter grauhaariger Mann seinen schweren Ackergaul an. Das Pferd dampfte. Der Mann warf ihm eine Decke, die er vom Wagen genommen hatte, über den Rücken. Dann trat er in die Gaststube. Weiterlesen

Auf dem Markt

Auf dem Markt

Jakob geht auf den Markt.

Er sieht eine Frau mit einem Nylonsackerl voll Orangen.

Das Sackerl platzt, die Orangen rollen über die Straße. Jakob rennt hin und will der Frau die Orangen aufheben.

„Wirst du sie liegen lassen, du Lauser“, schimpft die Frau.

Jakob lässt die Orangen liegen.

„Jesus“, sagt er, „gelt, manchmal will man helfen, aber sie glauben’s einem nicht.“

 

Lene Mayer-Skumanz (Hrsg.): Jakob und Katharina.
Wien: Herder Verlag 1986

Micha und das Osterwunder – Rolf Krenzer

Micha und das Osterwunder – Rolf Krenzer

 

Später Besuch

Rut deckte gerade den Tisch fürs Abendessen und hatte ihren Sohn Micha in die Küche geschickt, um noch das Brot zu holen. Da klopfte es draußen an die Haustür aus schwerem Holz. Der Junge hielt kurz inne und wollte gleich zur Tür laufen. Doch ein donnerndes »Halt!« seines Vaters hielt ihn zurück.

»Wenn es draußen schon dunkel geworden ist, lass lieber mich die Tür öffnen«, sagte der Vater und stand vom Tisch auf. Er griff nach der Öllampe und ging ohne jede Eile durch den schmalen Flur zur Tür.

»Wer weiß, wer sich jetzt so kurz vor dem Passahfest noch alles auf den Gassen herumtreibt«, meinte die Mutter und beobachtete ihren Mann Jonatan, der ein Brettchen an der Tür etwas zur Seite schob. So konnte er durch einen schmalen Spalt nach draußen sehen.

»Öffne besser nicht«, flüsterte sie ihm zu und stellte sich hinter ihn. »Wer etwas von uns will, kann auch morgen noch zu uns kommen. Morgen, wenn es hell ist.« Weiterlesen

II Nächtliche Gespräche – Rolf Krenzer

Micha und das Osterwunder – Rolf Krenzer

Nächtliche Gespräche

Es war spät geworden. In der kleinen Kammer wurden die Liegen so zusammengeschoben, dass alle Kinder darauf Platz hatten. Bald schon kuschelten sich die Kinder eng aneinander und genossen es, so warm und geborgen einzuschlafen. Natürlich tuschelten sie zunächst noch miteinander, alberten herum, quietschten und lachten, bis Rut durch ein energisches Wort für Ruhe sorgte. Nur Micha und Daniel flüsterten noch miteinander. Micha wollte noch viel mehr darüber erfahren, was Daniel in den letzten drei Monaten mit Jesus erlebt hatte. Und Daniel erzählte bereitwillig davon. Weiterlesen

III Bei den Großeltern – Rolf Krenzer

Micha und das Osterwunder – Rolf Krenzer

Bei den Großeltern

Sie waren heute alle zum Essen bei den Großeltern eingeladen. Rut öffnete, als Tomas an die Tür klopfte.

»Mara, unsere Enkelkinder aus Kana sind da«, rief Joschija und eilte zur Tür.

Daniel und Ester waren zunächst etwas schüchtern, als sie so plötzlich ihren Großeltern gegenüberstanden. Doch der Großvater sah mit seinem langen weißen Bart genauso aus, wie Daniel und Ester ihn sich vorgestellt hatten. Nun schaute er sie lange an, nickte und legte ihnen zart die Hände auf den Kopf. »Ich segne euch beide, Ester und Daniel«, sagte er. »Gott sei Lob und Dank, dass ich euch endlich sehen und bei mir zu Hause begrüßen darf.« Weiterlesen