Archiv der Kategorie: Jahreszeiten/Jahreskreis

13. Dezember – Luciatag – Schweden

Schweden

13. Dezember

In den dunklen Tagen der Vorweihnachtszeit stehen in Schweden Lichterpyramiden in den Fenstern. Ihr Licht soll weithin leuchten und die Dunkelheit vertreiben. Auch Britta und Mats sitzen hinter erleuchteten Fenstern. An diesem Nachmittag wollen sie aus Stroh Weihnachtsböcke basteln, wie sie in schwedischen Häusern stehen. Als Britta ihren fertigen Julbock mit dem gekauften vergleicht, der ihr als Vorlage diente, rümpft sie die Nase.

Sie fragt ihren Bruder: „Findest du, dass unsere Julböcke komisch aussehen?“

Mats kichert. „Ja! Sie sehen aus wie ulkige Saurier.“ Weiterlesen

Die wundersame Reise [ Gedicht ]

Die wundersame Reise

Zauberhafter Schnee,
Da kommst du gestoben,
Als ich am Fenster steh’.
Ich blicke nach oben
Zu dem Weiß in den Bäumen,
Und ich komme ins Träumen.

Wundersame Fee,
Du schickst deine Flocken.
Ich glaube, ich versteh’ –
Sie sollen mich locken, Weiterlesen

Der Maronibrater

Der Maronibrater

Alfred Polgar

Der Maronibrater zählte zu den Winterfreuden der Großstadtjugend. Sein eisernes, dampfumhülltes Öfchen, aus dem es rot hervorglühte, übte gleiche Anziehungskraft auf frierende, zerlumpte, strolchende Proletarierkinder wie auf feine Kinder, die an der Hand sorgsamer Mütter und Gouvernanten gingen, so gut gefüttert wie ihre Röckchen und Handschuhe.

Der Maronibrater war ein Bild aus dem Märchenbuch der Großstadt.

Zwei Kastanien kosteten einen Kreuzer. Das war ein so unverrückbarer Preis wie etwa der der Semmel. In vielen konzentrischen Halbkreisen lagen die braunen, mild duftenden Früchte mit geschlitzter Schale auf der Ofenplatte, die großen am linken, die kleinen am rechten Flügel massiert. Tüten aus Zeitungspapier waren vorbereitet. Ineinander gesteckt sahen sie lustig aus, wie die Hütchen, die der Clown im Zirkus mit dem Kopf auffängt, eines über dem andern. Weiterlesen

Allerheiligen

„Wer von euch hat Lust“, fragt der Religionslehrer, „einen Heiligen zu zeichnen?“

Alle Kinder haben Lust, nur Toni, der nicht gut zeichnen kann, will seinen Heiligen aus Papier reißen.

Jakob zeichnet einen Mann mit braunem Mantel und brauner Kapuze. Rund um den Heiligen flattern Vögel, ein Vogel sitzt auf seiner Kapuze. Der Heilige hat einen lustigen Mund. Er lacht, vielleicht singt er sogar.

„Kennen Sie den, Herr Lehrer?“ fragt Jakob. Weiterlesen

Hubert und der Apfelbaum

Hubert und der Apfelbaum

Am Rande einer kleinen Stadt lebte einst ein Mann. Hubert war sein Name. Hubert war ein freundlicher Mann mit gutmütigen Augen und einer winzigen Brille auf der Nase. Seine braunen Locken sahen aus wie das Fell eines Schafes. Er bewohnte ein altes, windschiefes Haus, das sich ängstlich, beinahe verschämt hinter einem hübschen Garten versteckte. Darin stand auf einer farbigen Blumenwiese ein Apfelbaum.

Jeden Morgen beim Aufstehen freute sich Hubert über die Schönheit seines Baumes. Abends, wenn er von der Arbeit zurückkehrte, saß er stundenlang am Fenster und beobachtete die Vögel in der Baumkrone.

Nun müssen wir wissen, dass es überhaupt nicht langweilig ist, Bäume zu beobachten. Manche von ihnen sind nämlich richtige Verwandlungskünstler. Weiterlesen

Der Skiflieger

Der Skiflieger

Es war im tiefsten Winter. Überall lag hoher Schnee und oben im Gebirge pfiff ein eisiger Wind um das Häuschen der Katze Caterina. Sie hatte in ihrem Kohleofen gut eingeheizt und in den Zimmern war es mollig warm. Am liebsten saß Caterina am Fenster, um die atemberaubende Aussicht genießen zu können.

Caterinas Häuschen stand nämlich dicht an einem Felsbruch und sie konnte weit in das flache Land hineinsehen. Einmal besuchte sie Benno, der Bär. Er hatte Caterina ein Glas Honig mitgebracht und nun saß er neben ihr am Fenster. »Also, dieser tiefe Abgrund – ehrlich gesagt, mich gruselt es!«, sagte er. »Der Ausblick ist zwar traumhaft schön, aber ich weiß nicht, ob ich mich in diesem Haus auf Dauer wohl fühlen könnte. Hast du keine Angst, dass dich eines Tages ein Sturm samt dem Häuschen davonwehen könnte, Cati?« Weiterlesen

Winterspaziergang – Lene Mayer-Skumanz

Winterspaziergang

Der Weg zwischen den Raureifsträuchern ist an manchen Stellen so schmal, dass Jakob hinter Katharina geht. Kathis Stiefel drücken Muster in den Schnee: kleine gerippte Stiefelspuren, gleichmäßig links, rechts, links, rechts. Jakob stapft breitbeinig hinterher, damit er mit seinen Schuhen Kathis Spuren nicht zertritt.

Dann, zwischen den Weingärten, können sie wieder nebeneinander gehen. ,,Schau“, sagt Jakob und zeigt auf einen Zaun. „Das war einmal ein Gitterzaun, aber jetzt sind es viele kleine Zauberfenster in ein anderes Land.“ Weiterlesen