Archiv der Kategorie: Kindergeschichten

Der blaue Stuhl

Der blaue Stuhl – PDF

Eines Tages gingen Herr Klops und Herr Schwärzlich in der Wüste spazieren.
»Nicht viel los hier«, sagte Herr Schwärzlich.
»Irgendwie wüstenmäßig«, knurrte Herr Klops, der es immer sehr genau nahm.
»Ah! Da ist was!«, sagte Herr Schwärzlich und deutete auf einen blauen Fleck in der Ferne.
Sie kamen näher und sahen einen Stuhl.
»Ein Stuhl«, sagte Herr Schwärzlich.
»Ein blauer Stuhl«, sagte Herr Klops… und setzte sich sogleich unter den Stuhl.
»Ich mag Stühle«, sagte er, »man kann sich darunter verstecken.« Weiterlesen

Mamas Monster: Kindern Depressionen erklären

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Die Familienmitglieder

1Das ist Rike, eigentlich heißt sie Frederike, aber alle sagen nur Rike. Sie ist gerade 5 Jahre alt geworden und geht in den Kindergarten. Rike malt sehr gerne.2

Das ist Tommy, Rikes kleiner Bruder. Er ist noch ein Baby. Am liebsten sabbert er und wenn er gebadet wird, dann patscht er mit den Händen im Wasser rum, so dass es überall hin spritzt.

3Das ist Rikes und Tommys Mama Rosi. Sie arbeitet in einem Blumenladen, und zu Hause pflanzt sie Tomaten, Kartoffeln und Karotten im Garten an.4

Dann gibt es noch Papa Bernd. Er ist oft nicht da, weil er in seiner Firma arbeiten muss. Wenn er am Wochenende zu Hause ist, spielt er mit Rike verstecken und kitzelt Tommy am Bauch.

 Die Geschichte 

Es ist Sonntagmorgen. Rike liegt noch im Bett und wartet auf Mama. Die Mama weckt Rike immer, singt, gibt ihr einen Kuss und fragt, ob sie gut geschlafen hat. Rike mag nicht mehr warten. Sie steigt aus dem Bett und läuft in die Küche. Es gibt Frühstück. Doch wo ist Mama? „Sie liegt noch im Bett“, sagt Papa. Weiterlesen

Der blaue Junge

der blaue junge

Weit draußen hinter den Sternen ist alles ganz anders als hier. Und noch weiter draußen ist alles noch ganz anders als dort, wo alles ganz anders ist als hier.
Aber wenn man ganz weit fliegen würde, ganz weit, ganz fern, dorthin, wo alles ganz anders ist als überall, dort wäre es vielleicht dann wieder fast genauso wie hier.
In dieser fernen Gegend ist vielleicht ein Planet, so groß wie unsere Erde, und auf diesem Planeten leben vielleicht Leute, die fast genauso aussehen wie wir, nur dass sie blau sind und ihre Ohren zuklappen können, wenn sie nichts hören wollen. Weiterlesen

Du kannst es doch

Immer, wenn Tina in der Schule etwas vorlesen sollte, bekam sie es mit der Angst. Dabei hatte sie diesmal zu Hause wirklich geübt. Ihre Mutter hatte gesagt: „Du musst üben, Kind!“ Und da hatte Tina sich hingesetzt und die ganze Geschichte gelesen, erst leise, dann laut: „Eine Stadtmaus ging spazieren und kam zu einer Feldmaus. Die legte ihr zu essen vor, was sie nur konnte…“ Weiterlesen

Das Geschenk fürs Christkind

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Das Geschenk fürs Christkind A4

Miriam wusste, was sie wollte. Sie wünschte sich von ganzem Herzen, dass sie größer wäre und nicht erst vier.
Malakai, ihr großer Bruder, der war wichtig, richtig wichtig — rund ums Gasthaus in Betlehem. Der durfte Dinge tun, von denen Miriam nur träumen konnte. Sie dagegen hörte immerzu die Worte: »Miriam, lass es, dafür bist du noch zu klein!«
Sie sah die vielen Leute. Seit Wochen kamen sie nach Betlehem, um sich einzutragen, in die Bücherrollen, denn alle — ALLE — wurden sie gezählt. Weiterlesen

Kinder brauchen Märchen – B. Bettelheim

Kinder brauchen Märchen
Das Märchen und das existentiale Dilemma
Das Märchen, eine einzigartige Kunstform
Die Kraft der Verzauberung
Stellvertretende Befriedigung versus bewußte Erkenntnis
Gestalten und Ereignisse der Phantasie
Verwandlungen

Märchen und Kinder

 

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Märchen sind älter als die Literatur   [Pdf – Datei ]

Märchen sind älter als die Literatur, kein Dichter hat sie erfunden. Erzählungen, Erlebtes, eigene Wunschvorstellungen und Träume aus dem tiefen Unterbewusstsein wurden seit Jahren zusammengetragen, phantasievoll ausgeschmückt und von Mund zu Mund überliefert. So entstanden auf der ganzen Welt verschiedene Märchen, die zu einem Teil der Volkspoesie, oft sogar des nationalen Kulturguts wurden. Weiterlesen

Die Feier der Osternacht

Markus geht mit seinen Eltern am Samstagabend vor Ostern in die Kirche. Das ist etwas ganz Besonderes, denn die Feier der Osternacht beginnt erst dann, wenn es ganz dunkel ist.
Vor der Kirche wird das Osterfeuer angezündet. Viele Leute stehen da und sehen zu, wie das Feuer brennt. Sie sind ganz still.
Jetzt tritt der Pfarrer aus der Kirche. Er trägt eine dicke Kerze in der Hand. Weiterlesen

Mich freut nichts mehr…  und was freut dich? – Theaterstück

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Mich freut nichts mehr – Lene Mayer-Skumanz PDF

1. Szene

(In der Küche. Geschirrklappern. Vergnügte Mutter, die summt oder pfeift, Türe, Schritte)
JAKOB: Mutti, da bin ich schon. Und einen Hunger hab ich!
MUTTER: Fein, Jakob. Ich bin grad beim Schmalzbrotstreichen.
JAKOB: Die Kathi ist auch heraufgekommen. Sie hat auch Hunger. Ich hab ihr nämlich gesagt, dass du frisches Grammelschmalz gekauft hast.
MUTTER: Ja, wo steckst du denn, Kathi? Herein mit dir!
KATHI: Grüß Gott, Frau Mitterhöfer!
MUTTER: Servus, Kathi, komm nur, setzt euch. Tee mit Orangensaft?
KATHI: Bitte!
JAKOB: Wart, Kathi, ich schenk dir ein. (Geschirr)
KATHI: Nicht schlecht, so ein Grammelschmalzbrot. Weiterlesen

Die Sonne scheint immer

Eine ganze Woche ist es herrlich warm gewesen. Sieben Tage lang. Jeden Morgen, wenn Jakob und Lena aufwachten, stand die Sonne leuchtend hell zwischen dem neuen Hochhaus und der Kirche.

Aber heute ist alles anders. Heute ist der Himmel grau. Weiterlesen

Der Stern mit dem Schweif

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Der kleine Bär und das Weihnachtsgeheimnis A4

Am Abend liegt der kleine Bär in seinem warmen Bett und kann nicht einschlafen.

„Wann ist denn endlich Weihnachten?“, fragt er Mutter Bär.

„Du musst noch ein bisschen Geduld haben, mein kleiner Bär. Ich werde dir jetzt eine Geschichte erzählen.“

Es war einmal ein kleiner Bär, so einer wie du. Der entdeckte eines Nachts über seiner Höhle am Himmel einen hellen Stern mit einem langen Schweif. Weiterlesen

Ein Geschenk vom Nikolaus – Slideshare

Ein Geschenk vom Nikolaus – A4

Es schneit… und schneit, bis hohe Schneeberge die Häuser zudecken. Im Dorf ist es weiß, kalt und still.

Der Krämer kann seine Ware nicht verkaufen, die Bäckersfrau kein Brot. Großvater Gregor möchte seine Ziegen füttern, doch der Weg zum Stall ist verschneit. Und weil es keine Post auszutragen gibt, schreibt sich der Briefträger selbst einen Brief. In jedem Haus warten Kinder auf den Nikolaus.

Anne und Mich hauchen Gucklöcher in die Eisblumen am Fenster. (…) Weiter lesen

 

 

Die Schule der Armen

Die Schule der Armen PDF

Die Familien eines armen westafrikanischen Dorfes können auf den Dollar pro Tag, den ihre Kinder verdienen, nicht verzichten. Darum steht der Lehrer vor leeren Bänken, während seine Schüler Turnschuhe und Fußbälle fertigen. Er ist zunächst der Einzige, der gegen Armut und Ungerechtigkeit aufbegehrt. Doch sein Einsatz bleibt nicht ohne Erfolg: Bald kommen wieder ein paar Kinder zum Unterricht. Bildung füllt zwar im Moment keine hungrigen Mägen, aber sie birgt die einzige Chance für eine bessere Zukunft! Er erzählt ihnen die wahre Geschichte des kleinen pakistanischen Teppichknüpfers Iqbal Masih, der seinen Kampf gegen die Kindersklavenhalter mit dem Leben bezahlte. Die Schüler hören aufmerksam zu. Dann beginnen sie, das Alphabet zu lernen. Tahar Ben Jelloun hat eine poetische kleine Erzählung für Kinder geschrieben: über den Teufelskreis von Armut, Ausbeutung und Analphabetentum, über Unfreiheit und krassen Materialismus – und über die Chance, die in der Bildung liegt.

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Lachgesichter in der Griesgramstraße

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Seit kurzem wohnt Peter in der Griesgramstraße. Natürlich heißt diese Straße anders, aber Peter hat ihr diesen Namen gegeben, weil die Leute alle so griesgrämig dreinblicken. Selbst die Kinder sind abweisend und feindselig, und Peter traut sich nicht sie anzusprechen. So ist er nachmittags immer alleine und langweilt sich. Und das Heimweh, das tut dann natürlich besonders weh. Weiterlesen

Mia von nebenan

Auf den ersten Blick ist Mia ein ganz normales Mädchen. Sie wohnt in einem Kölner Vorort, geht regelmäßig zur Schule und führt nachmittags den Hund aus. Was keiner weiß: Mias Eltern sind drogenabhängig und kümmern sich nur sporadisch um sie. Es ist Mia, die den Müll wegbringt, den Abwasch macht und aufpasst, dass ihre Mutter etwas zum Frühstück bekommt. Eines Tages hat sie davon genug. Wer kümmert sich eigentlich um sie? Mit der Kraft der Verzweiflung versucht sie, eine andere Bleibe zu organisieren – bei der Oma, einem Mitschüler, der großen Schwester (…)

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Mia von nebenan – 1 von 4

Mia von nebenan – 2 von 4

Mia von nebenan – 3 von 4

Mia von nebenan – 4 von 4

Malins Weihnachtsgeschenk

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Malin hatte ein Geheimnis. Aber das erzählte sie niemandem.Die Schule war in einem kleinen roten Haus. In diese Schule ging Malin. Sie war neun Jahre alt. Am zweiten Juli hatte sie Geburtstag. Mitten im Sommer.

Ja, eine Weile hatte sie sogar zwei Geheimnisse. Das eine hätte sie fast Johan erzählt. Das war, als das erste Schuljahr vorbei war. Alle in der Klasse hatten ihre Sonntagskleider an. Die Lehrerin trug ein Kleid mit Blumen drauf. In einer Vase steckte ein großer Strauß Flieder. Der duftete durch das ganze Schulzimmer. Weiterlesen

Der Punkt: Kunst kann jeder

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 Kunst kann jeder PDF

Der Kunstunterricht war vorbei, aber Ina saß wie festgeklebt auf ihrem Stuhl.

Ihr Zeichenblatt war leer.

Inas Lehrerin beugte sich über das leere Blatt Papier.

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»Oh! Ein Eisbär im Schneesturm«, sagte sie.

»Sehr witzig!«, sagte Ina. »Ich kann einfach nicht malen!«

Ihre Lehrerin lächelte. Weiterlesen

Küssen ist doof

Küssen ist doof

Es ist Wochenende, und beim Frühstück machen es sich Tim und Papa richtig gemütlich. Mit Tischdecke, Kakao, Brötchen, Marmelade, Wurst und Käse! Weil Wochenende ist, darf Tim so viel Schokocreme essen, wie er will.
»Lecker«, sagt er glücklich.
»Morgen kommt Tante Ulla«, erzählt Papa.
»Oh nein!«, ruft Tim und lässt sein Brötchen fallen. »Ich verstecke mich, damit sie mich nicht findet.« Weiterlesen

Der angekettete Elefant

Als ich ein kleiner Junge war, war ich vollkommen vom Zirkus fasziniert, und am meisten gefielen mir die Tiere. Vor allem hat es mir der Elefant angetan. Wie ich später erfuhr, ist er das Lieblingstier vieler Kinder. Während der Zirkusvorstellung stellte das riesige Tier sein ungeheures Gewicht, seine eindrucksvolle Größe und seine Kraft zur Schau. Nach der Vorstellung aber und auch der Zeit bis kurz vor seinem Auftritt blieb der Elefant immer am Fuß an einem kleinen Pflock angekettet. Der Pflock war allerdings nicht weiter als ein winziges Stück Holz, das kaum ein paar Zentimeter tief in der Erde steckte. Und obwohl die Kette mächtig und schwer war, stand für mich außer Zweifel, dass ein Tier, dass die Kraft hatte, einen Baum mitsamt der Wurzel auszureißen, sich mit Leichtigkeit von einem solchen Pflock befreien und fliehen konnte. Dieses Rätsel beschäftigt mich bis heute.

Was hält ihn zurück? Warum Weiterlesen

Alptraum – Gudrun Pausewang

Alptraum

So was hab ich kürzlich geträumt: Ich war im Ausland. Es muss ein afrikanisches Land gewesen sein, denn die Leute dort waren Schwarze. Wir waren die einzigen Weißen, wo immer wir uns auch aufhielten.
So ein Traum wäre nichts Besonderes. Nicht wert, erwähnt zu werden. Ich hab schon oft geträumt, ganz allein zwischen Eskimos, Indianern oder Chinesen zu sein. Anregende Träume. Oft sogar aufregende Träume, schön abenteuerlich.
Aber dieser Traum zwischen den Schwarzen war ganz anders. Ein Angsttraum! Denn wir – meine Eltern, mein Bruder Michael und ich – waren dort nicht als Touristen, sondern als Asylbewerber! Weiterlesen

Hans und der Fußball

Am Nachmittag spielt Hans mit dem Fußball. Die Mutter arbeitet, der Vater arbeitet, und Hans kann alles tun, was er will. Fast alles. Gewisse Dinge sind verboten. Fußball spielen zum Beispiel.
»Du wirst doch einsehen, Hans«, sagte die Mutter erst vorgestern, »dass du zwar mit dem Ball spielen darfst, aber nicht überall und nicht jederzeit. Das verstehst du sicher. Das geht einfach nicht. Hab‘ ich Recht, Vater?«
Wenn die Mutter Hans etwas verbietet, holt sie sich immer Rückendeckung beim Vater.
Hab‘ ich Recht, Vater? Hans weiß, dass der Vater immer zur Mutter hält, und dass die Mutter immer derselben Ansicht ist wie der Vater. Sie halten gegen ihn zusammen, bilden eine hohe Mauer, die fast alles abwehrt, was für Hans lebenswichtig ist. Gegen sie hat er keine Chance. Weiterlesen

Die Geschichte von dem Kind und Schmidts Pflaumen

fruit-2733768_960_720Einmal hat ein Kind im Garten gespielt.

Es hat ganz allein gespielt, denn seine Mutter hat gerade an diesem Tag sehr viel zu tun gehabt. Sie hat nur manchmal aus dem Fenster nach dem Kind gesehen und sich gefreut, weil das Kind so schön gespielt hat.

Da sind Oma Schmidt und Opa Schmidt von nebenan in ihren Garten gekommen. Oma Schmidt hat zwei Körbe gehabt, und Opa Schmidt hat eine lange Leiter getragen. Sie sind zu dem großen Pflaumenbaum in ihrem Garten gegangen. Weiterlesen

Solche Häuser und andere Häuser – will­kom­men hei­ßen

Eva, Usch und Daniel gehen die Straße entlang und klingeln an den Häusern.

„Guten Tag”, sagen sie zu Herrn Max. „Dürfen wir reinkommen?”

„Was? Ihr? Jetzt?”, ruft Herr Max und schlägt die Tür zu „Unverschämtheit! In meinem Haus will ich meine Ruhe haben!”

Eva, Usch und Daniel klingeln bei Frau Eise. „Dürfen wir reinkommen?”, fragen sie. Weiterlesen

Die Neinsagerin

»Hallo«, ruft Leonie und zieht ihre rote Jacke aus. Sie ist gerade aus dem Kindergarten gekommen. Dann erzählt sie immer, was sie erlebt und gespielt hat. »Stell dir mal vor, Mama«, sagt Leonie und macht es sich auf dem grünen Sofa bequem, »wir haben eine Neue im Kindergarten.« Leonies Mama stellt Bananen und Mandarinen auf den Couchtisch. »Wie heißt sie denn?«, fragt sie und flicht Leonie den Zopf neu. »Jette, sie hat mit ihren Eltern für ein Jahr in Island gelebt«, erzählt Leonie.

»Das ist ja interessant«, sagt Mama. Der Zopf ist fertig.

»Die hatten da keinen Kindergarten. Kannst du dir das vorstellen?«, meint Leonie. »Jette hat immer alleine gespielt, weil die anderen Kinder ganz weit weg gewohnt haben.« »Das muss sie ja jetzt nicht mehr«, meint ihre Mama. Weiterlesen

Jakob redet mit dem Vater

„Vati“, sagt Jakob, „unser Religionslehrer sagt, dass alle Menschen Kinder Gottes sind.“
„Da hat er recht, dein Religionslehrer“, sagt der Vater.
„Aber“, sagt Jakob, „wenn du ein Kind Gottes bist und ich ein Kind Gottes bin, dann sind wir beide doch Brüder?“
„So betrachtet“, sagt der Vater, „sind wir Brüder.“
„Aber als Brüder“, sagt Jakob, „sind wir da nicht gleich viel wert?“
„Natürlich sind wir gleich viel wert“, sagt der Vater. Weiterlesen

A Shelter in Our Car

A Shelter in Our Car

Police cars are coming closer! The sirens hurt my ears and the lights blind my eyes. I jump up, really, really frightened.
“Shhh, Zettie, lie down,” Mama says. “We don’t want to be noticed.”
We sink between the clothes on the back seat of the car. “Mama, it’s creepy sleeping in our car,” I whisper.
“I know,” she says. “Things happen in the city. Police cars are always on some kind of chase.”
She holds me close until the sirens stop.
When all is quiet, Mama drives down Chandler Avenue and parks in front of a courtyard apartment house. Its garden is filled with flowers – bougainvilleas, roses, hibiscus – in the streetlight, their colors as bright as the flowers in the yard we left behind in Port Antonio. Mama and I love parking in this spot.
For weeks, a For Rent sign has hung in one of the windows. We asked about it last week, but the owner told us he’d only rent to someone with a steady job. And he wants the first and last months’ rent, which Mama doesn’t have. Weiterlesen

The Cats in Krasinski Square

The Cats in Krasinski Square

The cats come from the cracks in the Wall, the dark corners, the openings in the rubble.
They know I can offer only a gentle hand, a tender voice.
They have no choice but to come.
They belonged once to someone.
They slept on sofa cushions and ate from crystal dishes.
They purred, furrowing the chests, nuzzling the chins of their beloveds.
Now they have no one to kiss their velvet heads. I whisper, “I have no food to spare.”
The cats don’t care.
I can keep my fistful of bread, my watery soup, my potato, so much more than my friend Michal gets behind the Wall of the Ghetto.
The cats don’t need me feeding them.
They get by nicely on mice. Weiterlesen

Der Indianerkönig – der 4. Heilige König

Viele Menschen, große und kleine, kennen die Geschichte der Heiligen Drei Könige. Was aber von dem Indianerhäuptling Silbermond erzählt wird, das ist weit weniger bekannt.
Silbermond lebte am Rand eines Berglandes im weiten Amerika. Eines Nachts sah er am Himmel einen weißen Stern. Der zog einen Schweif aus Goldstaub hinter sich her. Silbermond kannte den Sternenhimmel gut, doch so etwas hatte er nie zuvor gesehen. Er rief sein Volk zusammen und sagte: »Ein neuer Stern ist aufgegangen. Ich bin sicher, es ist der Stern eines großen Königs. Ich will mich aufmachen und dem neuen König huldigen.« Er nahm viele Geschenke mit. Drei Lamas bekamen Krüge mit Wasser und Öl und Honig auf den Rücken geladen. Auch Maisbrot und Trockenfleisch trugen sie und ein Armband aus kostbarer Jade, einen Beutel mit Goldkörnern und einen bunt gewebten, warmen Umhang. Weiterlesen

4. Dez. – Barbaras Starke Blüten

Barbaras Starke Blüten

Barbara Veit

Als Barbara am 4. Dezember aufwachte, war es ein Tag wie jeder andere. Papa war schon zur Arbeit gegangen, Mama sagte, dass sie sich beeilen musste… schon wieder zu spät dran! Dann war Mama auch weg und Barbara steckte das Pausenbrot in ihre Schultasche, zog langsam ihre Jacke an, zog sie wieder aus und setzte sich an den Frühstückstisch. Sie war müde, denn letzte Nacht hatte sie viel zu lange unter der Bettdecke gelesen. Mit der Taschenlampe, damit niemand was merkte!

Eigentlich hatte sie keine Lust, in die Schule zu gehen. Aber sie musste! Weiterlesen

4. Dez. – Barbara und die Bergleute

Barbara und die Bergleute

Willi Fährmann

Der alte Antonius Faller hatte damals damit angefangen, den Schacht in die Erde zu treiben und die Kohlen zu fördern. Er nannte seine Grube »Fröhliche Morgensonne«. Später sind seine Söhne August und Andreas und noch ein paar andere junge Männer aus der Fallerfamilie mit ihm eingefahren. Sie haben gute Kohlenflöze gefunden und viel von dem schwarzen Gold ans Tageslicht gebracht. Der Antonius Faller kannte sich gut aus da unten im Schacht und brachte seinen Söhnen und den anderen Männern alles bei, was ein Bergmann können muss. Er war ein starker Mann und konnte einen eisernen Nagel mit der bloßen Hand krumm biegen.

Aber schließlich ist er alt geworden. Die schwere Arbeit und die ständige Feuchtigkeit da unten vor der Kohle, die haben ihm den Rücken krumm gezogen und das Atmen schwer gemacht. Seine Söhne haben ihm eines Tages die Hacke aus der Hand genommen und gesagt: »Vater, du hast genug gearbeitet. Bleib zu Hause und mache dich nicht kaputt.« Weiterlesen

6. Dez. – Ein Geschenk vom Nikolaus

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Ein Geschenk vom Nikolaus PDF

Ein Geschenk vom Nikolaus

Es schneit… und schneit, bis hohe Schneeberge die Häuser zudecken. Im Dorf ist es weiß, kalt und still.

Der Krämer kann seine Ware nicht verkaufen, die Bäckersfrau kein Brot. Großvater Gregor möchte seine Ziegen füttern, doch der Weg zum Stall ist verschneit. Und weil es keine Post auszutragen gibt, schreibt sich der Briefträger selbst einen Brief. In jedem Haus warten Kinder auf den Nikolaus. Weiterlesen

6. Dez. – Die Legende von Nikolaus und Jonas mit der Taube

Schon viele Monate brannte die Sonne Tag für Tag auf die Erde. Das Gras färbte sich braun und raschelte dürr im Wind. Auf den Feldern verdorrte das Korn. Selbst an den großen Bäumen begann das Laub zu welken. Keine Wolke zeigte sich am Himmel. Es wollte und wollte nicht regnen. Die Wasserstellen waren längst ausgetrocknet. Nur die tiefsten Brunnen spendeten noch Wasser. Die Frauen schöpften daraus. In Krügen trugen sie das kostbare Wasser auf ihren Köpfen heim. Die Tiere fanden nicht ein grünes Kraut. Auch die Menschen litten Hunger. Über das ganze Land verbreitete sich eine Hungersnot.

In der Stadt Myra waren die Vorratskammern längst leer. Selbst für viel Geld gab es keinen Bissen mehr zu kaufen. Die Kinder weinten und schrien nach Brot. Doch die Mütter konnten ihnen nicht einmal eine harte Kruste geben. Weiterlesen

Die Geschichte vom beschenkten Nikolaus

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Die Geschichte vom beschenkten Nikolaus

Alfons Schweiggert

Einmal kam der heilige Nikolaus am 6. Dezember zum kleinen Klaus. Er fragte ihn: »Bist du im letzten Jahr auch brav gewesen?« Klaus antwortete: »Ja, fast immer.« Der Nikolaus fragte: »Kannst du mir auch ein schönes Gedicht aufsagen?« – »Ja«, sagte Klaus:

»Lieber, guter Nikolaus,
du bist jetzt bei mir zu Haus,
bitte leer die Taschen aus,
dann lass ich dich wieder raus.«

Der Nikolaus sagte: »Das hast du schön gemacht.« Weiterlesen

Indigam Toruai – Der große Fisch – Geschichte aus Papua-Neuguinea

Indigam Toruai – Der große Fisch

Eine Geschichte aus Papua-Neuguinea

Seit Tagen hatte es nicht geregnet. Das Wasser war klar, der Fluss stand niedrig; es konnte keine bessere Zeit zum Fischen geben.

Die Jungen von Kamberap legten ihre Fischpfeile zurecht.

»Vergebliche Mühe«, sagten die Männer. »Ihr werdet nichts fangen; sogar die Reiher wissen, dass der Yilil keine Fische mehr gibt.«

»Wir wollen Flussabwärts gehen«, sagten die Jungen. »Bis zur Mündung des Troali.« Weiterlesen

Oma lebt weiter – Max Bolliger

„Erkennst du sie?“ fragt der Vater.

Judith betrachtet ein Kind nach dem andern.

„Das muss Oma sein, da, in der zweiten Reihe.“

„Ja“, sagt die Mutter. „Das ist Oma. Das Mädchen mit den beiden dicken Haarzöpfen, auf die sie als Kind so stolz war.“

„Wie alt ist dieses Klassenfoto?“ fragt Judith. Weiterlesen

Die Heilige Nacht – Selma Lagerlöf

Die Heilige Nacht

Selma Lagerlöf

Als ich fünf Jahre alt war, hatte ich einen großen Kummer. Ich weiß kaum, ob ich seitdem einen größeren gehabt habe. Das war, als meine Großmutter starb. Bis dahin hatte sie jeden Tag auf dem Ecksofa in ihrer Stube gesessen und Märchen erzählt. Ich weiß es nicht anders, als dass Großmutter dasaß und erzählte, vom Morgen bis zum Abend, und wir Kinder saßen still neben ihr und hörten zu. Das war ein herrliches Leben. Es gab keine Kinder, denen es so gut ging wie uns.

Ich erinnere mich nicht an sehr viel von meiner Großmutter. Ich erinnere mich, dass sie schönes, kreideweißes Haar hatte und dass sie sehr gebückt ging und dass sie immer dasaß und an einem Strumpf strickte. Weiterlesen

Opa ist woanders – Evelyne Stein-Fischer

»Komm«, sagt die Mama, »wir fahren den Opa besuchen«. Aber es ist nicht wie sonst.

Herbert braucht keinen Fußball mitzunehmen, weil der Opa nicht mit ihm spielen wird. Er braucht auch nicht seinen Pyjama einzupacken, weil er nicht bei ihm übernachten wird. Herbert braucht nur seine Gedanken mitzunehmen, alle, die er hat, wenn er an den Opa denkt. Weiterlesen

Fremder Mann – Waltraud Zehner

Fremder Mann 

Waltraud Zehner

Einmal im Monat kommt mein Vater,
holt mich ab, wir gehen in den Zoo.
Er kauft mir Schoko und Cola und Tierfutter
und denkt, ich bin froh.
Bei den Affen bleiben wir lange stehn.
Mein Vater schaut auf die Uhr:
Wir sollten jetzt weitergehn.
Im Gasthaus krieg ich wie immer Pizza und Eis.
Wie geht‘s in der Schule, fragt er,
hier hast du zehn Mark für Fleiß.
Einen Sonntag im Monat hat mein Vater Zeit,
einen ganzen Tag lang sind wir zu zweit,
manchmal kommt er mir vor wie ein fremder Mann,
und ich trau mich nicht zu sagen,
dass ich die Mathe nicht kann.
 

Hans-Joachim Gelberg (Hrsg.): Die Erde ist mein Haus – Jahrbuch der Kinderliteratur.
Weinheim: Beltz&Gelberg 1988

Peter, der winzige Stern – Max Bolliger

Peter wohnte an der Milchstraße. Peter war ein winziger Stern.

An der Milchstraße wohnten auch andere Sterne. Aber sie waren groß und kümmerten sich nicht um den winzigen Stern.

«Sie sehen mich überhaupt nicht», sagte er. «Sie brauchen mich nicht. Ich bin viel zu klein.» Weiterlesen

Martinus, mein Bruder (St. Martin)

Das Ziel vor Augen, schüttelte Ambros die Müdigkeit ab und beschleunigte seine Schritte. In die Grauschleier des nasskalten Novembertages zeichnete sich der Kirchturm von Candes wie ein dunkler Schatten. Gerade als die Glocke anschlug, eilte Ambros durch das südliche Tor. Die Stadt lag wie erstickt unter den niedrig hängenden Wolken. Kein Mensch zeigte sich. Die Straße führte auf den Marktplatz. Das graublaue Basaltpflaster glänzte vor Nässe. Gestutzte Platanen säumten den Platz. Sie hatten die letzten Blätter längst abgeworfen und die knorrigen Zweige überwölbten wie bizarre Sparren eines Daches die Gehsteige. Fenster und Türen rundum waren geschlossen. Nur das Portal der großen Kirche stand weit offen. Weiterlesen

Der kleine Bruder – Afrika

Der kleine Bruder

Ein Märchen der Kaffern

Ein Knabe wohnte bei seiner großen Schwester. Wenn sie die Kühe melken gingen, schlug sie ihn mit dem Stock, mit dem sie die Kälber von den Kühen jagte. Wenn er Milch bekam, so war es nur ein kleiner Schluck, der mit Wasser verdünnt wurde, und nachts musste er draußen in der Asche schlafen.

Da sagte eines Tages der Bulle zu ihm: »Komm zu mir, wenn du die Kälber hütest. Ich werde dir zu essen geben.« Und als der Knabe die Kälber hütete, ging er zum Bullen. Der hieß ihn, in einen seiner Hufe hineinzukriechen. Er kroch hinein und fand Nahrung und einen Topf. Damit kam er wieder heraus, kochte sich das Essen, aß und reinigte den Topf, den er dann wieder in den Huf des Bullen brachte. Dann trieb er die Kälber zusammen und ging nach Hause. Weiterlesen

Klingt meine Linde – Astrid Lindgren

Vor langer Zeit, in den Tagen der Armut, da gab es noch Armenhäuser im ganzen Land, in jedem Kirchspiel eins. Dort wohnten die Ärmsten der Armen, die Alten und Gebrechlichen, die nicht mehr arbeiten konnten, die Hungerleider und Kranken und Bresthaften, die närrischen Tröpfe und die Waisenkinder, die niemand in Pflege nehmen wollte. Sie alle brachte man zur Statte der Seufzer, die das Spittel war.

Auch im Kirchspiel Norka gab es eins, und dorthin kam Malin, als sie acht Jahre alt war. Weiterlesen

Kinder vor Missbrauch schützen

Manfred Karreman:
Es geschieht am helllichten Tag. Köln: DuMont Buchverlag 2007 Auszüge

Günter Ilsen, langjähriger Ermittler beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, weiß, dass Pädophile es durchaus verstehen, Eltern zu beruhigen: »Die Täter versuchen grundsätzlich, Vertrauen zu bilden, das heißt den Eindruck des hilfsbereiten, lieben Nachbarn oder Onkels zu erwecken.«

»Ich habe immer auf ein gutes Verhältnis zu den Eltern geachtet. Damit, wenn das Kind was sagt, die dann sagen: Nö, das kann doch gar nicht sein. Natürlich habe ich vorher schon geschaut: In welchen Familien wird nicht so viel miteinander geredet, oder wo ist das Verhältnis nicht so gut, das war aber nie vom sozialen Status der Familie eines Kindes abhängig.« Reinhold B. (38), als Wiederholungstäter in der forensischen Psychiatrie

Um jeden Argwohn der Eltern von vornherein auszuschließen, gelten in der Szene altbewährte Grundsätze und Methoden. Die wichtigste Regel lautet: »Nicht mit der Mutter – aber auch nicht ohne die Mutter!« Weiterlesen

Herzklopfen

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Die beiden merken gar nicht, dass Klaus die Zimmertür geöffnet hat.

Also hier ist Nicki! Hinter dem langen grünen Rücken und den langen grünen Armen ist sie versteckt!

»Spinnenarme hat der Freund unserer Tochter!« behauptet der Papa immer. Und: »Seit drei Monaten trägt der ein und denselben grünen Pullover! Den zieht er wahrscheinlich erst aus, wenn er von selbst herunterfällt.«

»Lass doch die Nicki«, meint die Mama dann beschwichtigend. »Das verstehst du nicht. Nicki ist verliebt. Dir braucht der Bruno ja nicht zu gefallen.«

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Mich freut nichts mehr… und was freut dich? – Theaterstück

1. Szene

(In der Küche. Geschirrklappern. Vergnügte Mutter, die summt oder pfeift, Türe, Schritte)

JAKOB: Mutti, da bin ich schon. Und einen Hunger hab ich!

MUTTER: Fein, Jakob. Ich bin grad beim Schmalzbrotstreichen.

JAKOB: Die Kathi ist auch heraufgekommen. Sie hat auch Hunger. Ich hab ihr nämlich gesagt, dass du frisches Grammelschmalz gekauft hast.

MUTTER: Ja, wo steckst du denn, Kathi? Herein mit dir! Weiterlesen

Jakob nimmt sich etwas vor

Susi kommt mit verweinten Augen in die Schule.

„Was ist los?” fragt Jakob.

„Mein Meerschweinchen ist gestorben”, sagt Susi. „Mein Sebastian mit dem schwarzen Fleck auf der Nase.”

„Oje”, sagt Jakob. „Und jetzt bist du traurig.”

Susi nickt.

„Kannst du deine Eltern nicht bitten, dass sie dir ein neues kaufen?” fragt Max. Weiterlesen

Die Hexe – Waldrun Behncke

Die Hexe

Jan hatte einen Freund, und das war Willi Weseloh. Gleich wenn er aus der Schule kam, ging er zu Willi Weseloh hin. Willi Weseloh war der Hausmeister von dem Haus, in dem Jan wohnte. Immer hatten sie etwas zu tun. »Na, Jan«, sagte Willi Weseloh zum Beispiel, »dann wollen wir mal die Deckenlampe reparieren. Gib mir mal den Schraubenschlüssel Nummer fünf.« Jan gab ihm den Schraubenschlüssel, und dann schraubte Willi Weseloh die Lampe auf und sagte: »Ein Kurzschluss. Aha! Gib mir mal die Zange. So, jetzt stell die Sicherung aus.« Und so gab es immer etwas zu arbeiten. Oder Willi Weseloh sagte: »Dein Rad, Jan. Sieht ja schlimm aus. Hol mal einen Lappen. Und ein bisschen Seifenlauge.« Und dann putzten und wienerten sie an dem Rad herum, bis es ganz blank war.

Eines Tages sagte Willi Weseloh zu Jan: »Merkwürdig, merkwürdig. Komisches Geräusch. Geh mal ins Treppenhaus, Jan, guck nach, was es ist.« Sie waren nämlich gerade im Schuppen. Jan ging ins Treppenhaus. Und da – auf der Treppe – sprang eine kleine Hexe herum. Weiterlesen

Das bin ich von Kopf bis Fuß

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Das bin ich von Kopf bis Fuß

Tobias und Serafina gehen in die gleiche Klasse.

Serafina findet Tobi nett, wenn er lächelt und durch seine Zahnlücke pfeift. Einmal, als keiner geguckt hat, hat er ihr eine Milchschnitte geschenkt. Aber wenn er so gemein ist, geht er ihr auf die Nerven. „Lass dir endlich ein Gebiss machen, du blöder Zahnlückenheini”, ruft sie dann und düst auf ihrem Skateboard davon. Oder sie geht Arm in Arm mit Stella über den Schulhof, dann rempeln sie Tobi an und strecken ihm die Zunge raus.

„Ich verliebe mich nie!”, sagt Tobi zu seinen Freunden. „Mädchen sind so was von doof.”

„Ganz genau!”, stimmen die anderen dann zu. Und nur Hubert würde ihnen widersprechen, aber den fragt ja keiner.

Serafina mag Tobi, aber sie ärgert ihn. Tobi mag Serafina, aber er zieht sie an den Haaren und ruft Schimpfworte hinter ihr her.

„Klar!”, sagt Serafinas Mama. „Was sich liebt, das neckt sich! Wenn Jungs und Mädchen sich streiten, dann mögen sie sich. Sonnenklar!”

Stimmt das?

Wenn Kurt Stella trifft, tritt er sie oft gegen das Schienbein oder zwickt sie in den Arm. Kurt kann Stella nicht leiden. In seinem Magen fliegen keine Schmetterlinge. Er findet Stella einfach doof. Und Stella findet Kurt doof. Aber wie! Stella redet nicht mal mit Kurt. Niemals! Nicht mal auf der Klassenfahrt, wo die beiden aus Versehen im Bus nebeneinander sitzen mussten.

„Kurt ist verliebt!”, rufen die anderen Jungs manchmal. Aber Kurt ist nicht verliebt, wirklich nicht. Jedenfalls nicht in Stella.

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Dagnar Geisler: Das bin ich von Kopf bis Fuß.
Bindlach:  Loewe Verlag 2005
Auszüge

Ja sagen, Nein sagen – gar nicht so einfach!

Jungen raufen, Mädchen halten Händchen.

Jungen raufen, Mädchen halten Händchen.

Stimmt das?

Pauline ist mit Regina und Nicki befreundet. Auf dem Schulhof gehen die drei meistens Arm in Arm in einer langen Reihe. Mit Regina ist Pauline noch ein bisschen mehr befreundet. Manchmal gehen die beiden zu zweit und halten sich an der Hand. Das ist ein schönes warmes Gefühl, findet Pauline.

Rasmus ist mit Dimitar befreundet. Wenn Dimitar morgens um die Ecke getrabt kommt, freut er sich. „Hey, Dimi!”, schreit er dann und knufft seinen Freund in die Seite. „Hey, Rasmus, du Ganove!”, brüllt Dimitar und haut Rasmus auf den Rücken. Manchmal fangen die beiden dann gleich an zu raufen und kugeln gemeinsam über den Boden.

Jasper ist der beste Freund von Paul. Wenn Paul Jasper sieht, haut er ihm auch auf den Rücken. Jasper mag das eigentlich nicht. Am liebsten würde er Pauls Hand nehmen. Aber dann boxt er ihn doch lieber in die Seite.

Gut – schlecht!

Was stimmt denn nun?

gutRaufen kann gut sein:

Wenn Rasmus und Dimitar miteinander raufen, geht es ihnen gut. Sie fühlen dann, dass sie echte Freunde sind. Weiterlesen

Nein sagen ist manchmal ganz schön schwer!

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Nein sagen ist manchmal ganz schön schwer!

Das hört sich so einfach an: Nein sagen, wenn sich etwas nicht gut anfühlt.

Laura, die Kusine von Serafina, hat etwas erlebt, bei dem sie sich mit dem Ja-Sagen und Nein-Sagen gar nicht mehr auskannte.

Einmal war Onkel Linus zu Besuch. Er ist der Bruder von Lauras Mutter.

Laura hat sich gefreut. Onkel Linus hat Laura gezeigt, wie man im Internet surft. Er hat ihr gezeigt, wo die besten Spiele zu finden sind und wie man seine Lieblingslieder aus dem Netz herunterladen kann. Ganz nahe beieinander haben sie vor dem Computer gesessen. Laura hatte ein schönes warmes Gefühl im Magen. Onkel Linus hat einen Arm um Laura gelegt, und dann hat er angefangen, sie zu streicheln. Weiterlesen

Gleiche Rechte für Mädchen und Jungen. Ja klar!

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Gleiche Rechte für Mädchen und Jungen. Ja klar!

„Kein Kind darf, weil es ein Mädchen oder Junge ist, benachteiligt werden. Das steht in den Kinderrechten. Aber ist das nicht sowieso klar?”, wundert sich Paul. Jasper, Robert und Lea nicken.

„Und wieso muss dann immer ich beim Abwasch helfen und mein Bruder nicht?”, fragt Hannah.

„Dein Bruder ist ja noch klein”, antwortet Hazima. „Wenn er ein bisschen älter ist, muss er auch helfen, sonst ist es ungerecht.”

„Abwaschen ist Frauensache”, grinst Rasmus. Weiterlesen

Eine Rose im Poncho – Legende aus Mexiko

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Ohne anzuklopfen, betritt Dr. Simancas das Labor. Sein junger Kollege aus den USA hört ohnedies nichts. Tag für Tag sitzt er über sein Mikroskop gebeugt. Er nimmt seinen Forschungsauftrag ernst. Aber jetzt muss Dr. Simancas ihn aus seinen Beobachtungen herausreißen.

»Wir müssen diese Fotoserie genau untersuchen«, sagt er ohne Begeisterung.

Dr. Dalton nimmt die erste Farbaufnahme, die ihm sein mexikanischer Kollege reicht. Das Foto stellt einen Poncho dar.

»Was ist daran Besonderes?«, fragt er. »So weben die Indios eben ihre Ponchos. Agavefasern.« Weiterlesen

Thomas und sein toller Zoo

Thomas und sein toller Zoo

Thomas will Tierpfleger werden. Er war mit Onkel Alfred im Tierpark. Dort hat es ihm gut gefallen. Von diesem Tag an weiß es Thomas genau: Er will Tierpfleger werden.

Tierpfleger ist ein herrlicher Beruf. Ein Tierpfleger kann Löwen füttern und den Seehunden Fische ins Maul werfen. Er muss die Kamele bürsten und darf Kaninchen streicheln.

Wenn der Tierpfleger es will, dann reitet er sogar auf einem Pony.

Thomas möchte sehr gern bürsten, füttern und reiten. Vor allem aber träumt er davon, ein Kaninchen zu streicheln. Ein schneeweißes Kaninchen soll es sein, weiß das Fell und rot die Augen.

»Ein Tierpfleger muss Mist fahren, Ställe scheuern und Stroh schleppen«, sagt Onkel Alfred. Weiterlesen

Das Wutspiel

Das Wutspiel

»Heute machen wir etwas ganz Besonderes«, sagt Frau Sommer, »wir spielen das Wutspiel.«

Sofort schreit Katharina: »Das kann Jan bestimmt total gut, der kann uns das allen vormachen.«

Jan legt die Hände vors Gesicht und dreht sich weg. Frau Sommer guckt Katharina lange an und sagt: »Du, Katharina, du kannst das sicher auch gut. Und ich fände es besser, wenn wir nicht auf jemand anderen zeigen. Wir alle spielen Wut!«

»Und wie geht das?«, will Timo wissen. Weiterlesen

Nein, mit Fremden geh ich nicht!

Nein, mit Fremden geh ich nicht!

Lia findet, dass dieser Morgen gar nicht gut anfängt. Tim, ihr großer Bruder, zerrt an ihren Haaren — nur so zum Spaß.

Aber Lia kann das gar nicht leiden.

»Lass das!«, schimpft sie. Da zieht er noch fester.

Jetzt wird Lia aber richtig wütend und beißt Tim ganz fest in die Hand.

»Mamaaa!«, schreit Tim. Und dann ist Mama sauer auf Lia!

»Du magst Tim viel lieber als mich!«, heult Lia.

Auch im Kindergarten ist heute alles verkehrt.

Lias Lieblings-Kindergärtnerin ist krank. Und Anne, Lias beste Freundin, ist ganz komisch. Als Lia fragt: »Wollen wir Seilhüpfen?«, schüttelt sie nur den Kopf und fängt an zu weinen. Und dann bekommt Anne auch noch lauter rote Punkte auf der Haut. Darum holt ihre Mama sie ganz schnell ab und Lia muss alleine Seil hüpfen.

Erst als der Kindergarten aus ist, fällt Lia ein, dass sie nun mit niemandem heimfahren kann. Weiterlesen

Pia sieht »grau«

Pia sieht »grau«

Es regnet schon wieder. Wie so oft hockt Pia am Fenster und starrt auf die nasse Stadtlandschaft hinunter. Nichts als Häuser und Straßen! Pia sieht nur grau, und sie fühlt sich auch so. Grau und düster und allein. Zu nichts hat sie Lust. Lachen kann sie schon lange nicht mehr. Seit Papa zu seiner Freundin gezogen ist. Das ist schlimm gewesen. Mutti hat nur noch dagesessen, gegrübelt und geweint. Auch Pia hat immer wieder gefragt: »Warum hat Papa das getan?«

»Wir müssen weg von hier«, hat Mutti eines Tages gesagt. »Weit weg. Zum Vergessen! Und ich muss wieder arbeiten gehen. Dann habe ich keine Zeit mehr zum Grübeln!«

So sind Pia und Mutti in die Stadt gezogen. Mutti hat Arbeit bei einer Zeitung gefunden und arbeitet sehr hart. Zum Grübeln und Weinen ist sie nun zu müde, wenn sie abends zu Pia in die kleine Hochhauswohnung kommt. Sie ist aber auch zu müde, um sich mit Pia zu unterhalten, mit ihr zu spielen oder etwas zu unternehmen. Weiterlesen

Auf dem Markt

mJakob geht auf den Markt.

Er sieht eine Frau mit einem Nylonsackerl voll Orangen.

Das Sackerl platzt, die Orangen rollen über die Straße. Jakob rennt hin und will der Frau die Orangen aufheben.

„Wirst du sie liegen lassen, du Lauser“, schimpft die Frau.

Jakob lässt die Orangen liegen.

„Jesus“, sagt er, „gelt, manchmal will man helfen, aber sie glauben’s einem nicht.“

Lene Mayer-Skumanz (Hrsg.): Jakob und Katharina.
Wien: Herder Verlag 1986

Schenken – ungewöhnliche Geschenke

Schenken

Von den Ostereiern, die Jakob mit Zwiebelschalen gefärbt hat, ist eines, das schönste, noch übrig. Jakob rennt damit zu Kathi. Kathi ist im Hof und gießt die Blumenkistchen mit dem Petersilsamen.

„Kathi, Kathi!“ ruft Jakob. „Gib acht, so ein schönes Ei hast du noch nie gesehen!“

„Gib du acht!“ ruft Kathi, aber da ist Jakob schon über die Schaufel und den Sack mit Blumenerde gestolpert. Das Ei fällt ihm aus der Hand und zerbricht.

„Schade“, sagt Katharina. „Es muss ein schönes Ei gewesen sein.“

„Mein schönstes“, sagt Jakob. „Ah — ich ärgere mich. Gackikrawutschi! Gackikrawutschi!“ Weiterlesen

Jakob geht in die Wüste

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Der Religionslehrer erzählt den Kindern, warum die Propheten und warum Jesus so gern in die Wüste gegangen sind: »In der Wüste ist der Mensch allein. Er kann still werden und nachdenken. Er kann ausprobieren, ob er ohne die gewohnten Dinge auskommt – ohne gutes Essen und gemütliche Wohnung, ohne Unterhaltung und ohne Freunde. Nichts lenkt ihn ab, wenn er mit Gott sprechen will.«

»Waren Sie schon in der Wüste?« fragt Jakob.

»Ja«, sagt der Lehrer. »Von Jerusalem aus bin ich hingefahren. Ich war so gern dort, dass ich es kaum beschreiben kann.«

Ich möchte auch in die Wüste, denkt Jakob. Schade, dass es in seiner Nähe keine Weiterlesen

Ist das Freiheit?

Ist das Freiheit?

 

 

Carlos ist eines von rund 40 Millionen Kindern, die allein in den Straßen der lateinamerikanischen Städte leben, weil sie kein Zuhause haben. Viele von ihnen haben zwar noch Eltern, aber diese sind so arm, dass sie nicht für ihre Kinder sorgen können. Seit fünf Jahren verdient sich Carlos seinen Lebensunterhalt als Schuhputzer. Es war für ihn nicht immer leicht, zu überleben.

 

Das größte Problem für mich ist das Schlafen. Es ist gar nicht so einfach, einen sicheren Platz zu finden, wo man in Ruhe gelassen wird. Ich will mich keiner Bande anschließen und zu stehlen anfangen — das hat einfach keine Zukunft. Aber weil ich bei keiner Bande bin, habe ich auch niemanden, der mich beschützt. Und manchmal ist es schrecklich, auf der ganzen Welt keinen Menschen zu haben, der einen gernhat. Man muss wirklich stark sein, um das auszuhalten.

An manchen Tagen habe ich das Gefühl, dass mich alle Menschen hassen. Sie schauen mich wütend an, wenn ich frage „Schuheputzen?“ Manche beschimpfen mich auch, weil ich schmutzig bin. Weiterlesen

Micha und das Osterwunder – Rolf Krenzer

Micha und das Osterwunder – Rolf Krenzer

 

Später Besuch

Rut deckte gerade den Tisch fürs Abendessen und hatte ihren Sohn Micha in die Küche geschickt, um noch das Brot zu holen. Da klopfte es draußen an die Haustür aus schwerem Holz. Der Junge hielt kurz inne und wollte gleich zur Tür laufen. Doch ein donnerndes »Halt!« seines Vaters hielt ihn zurück.

»Wenn es draußen schon dunkel geworden ist, lass lieber mich die Tür öffnen«, sagte der Vater und stand vom Tisch auf. Er griff nach der Öllampe und ging ohne jede Eile durch den schmalen Flur zur Tür.

»Wer weiß, wer sich jetzt so kurz vor dem Passahfest noch alles auf den Gassen herumtreibt«, meinte die Mutter und beobachtete ihren Mann Jonatan, der ein Brettchen an der Tür etwas zur Seite schob. So konnte er durch einen schmalen Spalt nach draußen sehen.

»Öffne besser nicht«, flüsterte sie ihm zu und stellte sich hinter ihn. »Wer etwas von uns will, kann auch morgen noch zu uns kommen. Morgen, wenn es hell ist.« Weiterlesen

IV Für oder gegen Jesus – Rolf Krenzer

Micha und das Osterwunder – Rolf Krenzer

Für oder gegen Jesus

Während der Mahlzeit war nur wenig gesprochen worden. Doch Micha spürte nur zu deutlich, dass diese Ruhe trog. Es war eine Stimmung wie vor einem schweren Gewitter.

Als die Frauen den Tisch abgeräumt hatten, war die Stille fast unerträglich. Joschija sah sich lange schweigend um, sah einen nach dem anderen an und wandte sich schließlich an Tomas, seinen Schwiegersohn. »Wir freuen uns sehr, dass wir euch endlich bei uns haben«, sagte er bedächtig. »Dich und Marta und eure beiden Kinder.« Er räusperte sich. »Ich habe gehört, dass ihr in Kana überstürzt aufgebrochen seid und alles zurückgelassen habt.« Weiterlesen

V Ein neuer Tag – Rolf Krenzer

Micha und das Osterwunder – Rolf Krenzer

Ein neuer Tag

Als Micha am nächsten Morgen erwachte, war es bereits heller Tag. Er rieb sich die Augen und setzte sich auf. Rebekka und Ariel waren längst aufgestanden, auch Mirjam und Ester. Nur Daniel neben ihm schlief noch tief und fest. Nach und nach erinnerte sich Micha an gestern und an die Nacht. Mit einem Mal war er hellwach, als ihm wieder einfiel, was mit Jesus passiert war. Jetzt erinnerte er sich auch wieder an die vielen Menschen, die bei ihnen gewesen waren. An ihre Sorgen und an ihre Angst. Und an Johannes musste er denken, der wieder in die Nacht davongelaufen war. Nichts hatte ihn mehr an den fröhlichen Johannes von gestern Vormittag erinnert. Micha schloss die Augen noch einmal. Jetzt müsste er wieder aufwachen und alles wäre nur ein böser Traum gewesen. Doch als er erneut die Augen öffnete, hatte sich nichts verändert. Es war kein Traum gewesen. Diese schlimme Nacht hatte er wirklich erlebt. Weiterlesen

VI Der letzte Weg – Rolf Krenzer

Micha und das Osterwunder – Rolf Krenzer

Der letzte Weg

Zum Passahfest waren in diesem Jahr wieder viele Menschen nach Jerusalem gekommen. Sie feierten es jedes Jahr, um an ihren Auszug aus der Gefangenschaft in Ägypten zu erinnern und Gott immer wieder neu dafür zu danken. Für manche von ihnen war es eine gute Gelegenheit, Eltern und Verwandte zu besuchen. Und so waren zu dieser Zeit viel mehr Menschen in der Hauptstadt als sonst. Bevor das große Fest begann, sollten drei Menschen gekreuzigt werden, die zum Tod verurteilt worden waren. Zwei Verbrecher hatte man bereits zur Richtstätte hinausgebracht. Jesus trieben sie nun in seinen zerschlissenen Kleidern durch die Gassen der Stadt zur Richtstätte hin. Unendlich mühsam schleppte er sich vorwärts. Er musste das Kreuz, an dem er sterben sollte, selbst tragen. Weiterlesen

Schutzengel mein – Max Bolliger

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„Schutzengel mein, der du mich begleitest,
alle meine Schritte leitest. Ich danke dir. Amen.“
„Amen“, sagt auch die Mutter. „Und nun schlaf gut.“
Plötzlich richtet sich David nochmals auf.
„Es gibt gar keine Engel“, sagt er.
„Warum?“ fragt die Mutter und setzt sich auf sein Bett. Weiterlesen

Die Geschichte von dem Kind und dem Bild – R. Krenzer

Die Geschichte von dem Kind und dem Bild

Einmal hat ein Kind ein Bild gemalt. Es hat lange gebraucht, bis es fertig war. Und das Kind hat alle Buntstifte benutzt, die es besaß. Dann ist es zu der Oma gegangen und hat ihr das Bild gezeigt.
»Was ist das?« hat das Kind die Oma gefragt.
»Ein schönes buntes Bild«, hat die Oma gesagt.
»Aber was ist es?« hat das Kind erneut gefragt.
Das hat die Oma nicht gewusst.
Da hat das Kind den Opa gefragt.
»Das ist fast ein Picasso«, hat der Opa gesagt und dabei gelächelt.
»Was ist fast wie ein Picasso?« hat das Kind darauf den Opa gefragt.
»Ein Maler«, hat der Opa geantwortet. Weiterlesen

Geh nie mit einem Fremden mit – Trixi Haberlander

Geh nie mit einem Fremden mit

Lisa ist sechs Jahre alt und geht schon in die Schule. Peter ist Lisas bester Freund. Sie spielen oft zusammen.

Jeden Morgen frühstückt Lisa gemeinsam mit ihren Eltern.

Eines Tages liest Papa ihr aus der Zeitung vor, dass ein Kind entführt worden ist.

Dann sagt er:

»Geh nie mit einem Fremden mit!
Mach die Haustür nicht auf, wenn du allein bist! Weiterlesen

Auf dem Faschingsfest

fas„Warum heulst du, Susi?“ fragt Jakob.

„Weil die Kathi grauslich zu mir war“, schluchzt Susi.

Ihre kleine Krone aus Goldpapier sitzt schief auf ihrem Haar. Die Wimperntusche ist von den Wimpern auf die Wangen geflossen, und ihre Augen sind vom Weinen rot.

Du bist manchmal auch grauslich zu Katharina, will Jakob sagen. Aber er überlegt es sich und fragt: „Was hat die Kathi dir denn getan?“ Weiterlesen

Kindersklaverei – eine Realität

17. April. 2001
Aus unbekannter Zeitung

COTONOU. Ein seit Donnerstag im Golf von Guinea vermisstes Schiff mit Kindersklaven an Bord ist wieder aufgetaucht. (…)

Die Bucht von Guinea ist wegen ihres schwül-heißen Klimas berüchtigt, und unter den Missionaren galt sie früher als „Grab des weißen Mannes“, weil hier viele durch tropischen Krankheiten starben. In den letzten Tagen ist die Bucht von Guinea Schauplatz der Odyssee eines Schiffes mit Kinderarbeitern, die vom bettelarmen Staate Benin in die wohlhabenderen Länder Kamerun und Gabun verschickt werden sollten.

Das mysteriöse Schiff unter nigerianischer Flagge namens Etireno war zuletzt am Donnerstag in Douala in Kamerun gesehen und von der Hafenbehörde abgewiesen worden, danach fehlte jede Spur von ihm. Bei Hilfsorganisationen wurde die Sorge laut, der Kapitän könne sich auf hoher See seiner Passagiere entledigen. Der moderne Sklavenhandel ist zumindest theoretisch strafbar. Weiterlesen

Jonas und die Riesenrutsche

Jonas und die Riesenrutsche

Jonas ist heute mit seinem Freund Martin im Schwimmbad. Martin will als Erstes von der großen Wasserrutsche rutschen. Die Rutsche ist richtig lang und hat ganz viele Kurven. Jonas findet die auch toll, aber er hat sich noch nie getraut, alleine dort hinunterzurutschen, bisher waren immer Mama oder Papa dabei.

Martin zieht schon an seinem Arm.

»Mensch, Jonas«, sagt er, »komm endlich mit.«

»Ich guck erst mal zu.« Jonas stellt sich dahin, wo er die Kinder sehen kann, die am Ende der Rutsche ins Wasser plumpsen. Alle Kinder quietschen, bevor sie in das Becken fallen. Als Martin unten angekommen ist, geht er zu Jonas und zieht ihn einfach mit. Weiterlesen

Das Mädchen aus dem Straußenei – Geschichte aus Afrika

Das Mädchen aus dem Straußenei

Seetetelane war ein armer Bursche. Er hatte kein Land, keine Kuh und keine Frau. Ganz allein lebte er im Grasland. Er jagte Feldmäuse und aß sie, und aus den kleinen Fellen machte er sich Kleider. Eines Tages, als er wieder Feldmäuse jagte, fand er ein Straußenei, größer als er jemals eines gesehen hatte. »Was für ein Gewinn!« rief Seetetelane voll Freude. »Endlich hat ein so armer Bursche wie ich auch einmal Glück! Ich werde das Ei in meine Hütte tragen. Dort soll es unter dem Dach liegen, bis die stürmischen und regnerischen Tage kommen!«

Er schleppte das Ei in seine Hütte und wünschte sich, das Glück möge anhalten und ihm noch weitere Freuden bescheren. »Hoffentlich!« rief er. »Hoffentlich bleibt das Glück bei mir!« Weiterlesen

Vitamine für Herrn Sanduhr – 20. Dezember

»Wie lange noch?«, fragte Laura und öffnete das zwanzigste Türchen ihres Adventskalenders. Auf dem Bild war eine Apfelsine zu sehen. Laura lächelte und schlüpfte in ihr Bett.
»Wie oft muss ich noch schlafen?«, fragte Laura und kuschelte sich in ihre Kissen.
»Bis es Weihnachten ist, musst du noch viermal schlafen«, sagte Lauras Mutter.
»Was?«, schrie Laura. »So lange kann ich nicht warten.«
Lauras Mutter lachte.
»Warte mal ab«, sagte sie. »Ich erzähle dir eine Geschichte, dann vergeht die Zeit wie von selbst.«
Und Lauras Mutter begann zu erzählen.

Es war einmal ein Mädchen, das hieß Laura. Laura konnte nicht gut warten. Eines Tages besuchte sie Herrn Sanduhr. Ich kann doch nicht warten, bis Herr Sanduhr von alleine wieder gesund wird, dachte Laura. Ich werde ihm dabei helfen.

Herr Sanduhr war Flugkapitän wie ihr Vater und krank. Er lag mit einer dicken Grippe im Bett, hustete dauernd und die Nase lief ihm wie ein Wasserhahn. Weil Herr Sanduhr krank geworden war und keine Flugzeuge fliegen konnte, sollte Lauras Vater Heiligabend arbeiten, und das passte Laura überhaupt nicht. Sie wollte Herrn Sanduhr besuchen und ihm helfen. Weiterlesen

Der Weihnachtsvogel

1Der Winter war kalt, und der Schnee lag hoch.
Es war Abendbrotzeit. Katjas Mutter deckte den Tisch. Es gab Milch und noch warmes Brot frisch aus dem Ofen.
»Als ich heute Morgen dem Wirt Eier brachte«, sagte Katja, »hab ich Fremde im Dorf gesehen.«
»Der Wirt hat mir erzählt, dass er sie in seinem Stall übernachten lässt«, sagte der Vater. »Er hat im Haus keinen Platz mehr. Aber im Stall haben sie es wenigstens warm mit dem vielen Heu und den Tieren.«
»Ich möchte wissen, was das für Leute sind«, sagte die Mutter. »Warum sind sie bei diesem Wetter unterwegs?«
Als Katja in ihr Zimmer ging, hörte sie Schritte vor dem Haus und dann ihren Vater, wie er die Tür öffnete. Katja schlich zur Treppe und lauschte.
»Wohin wollt ihr?«, hörte sie ihren Vater fragen.
»Siehst du den hellen Stern dort oben?«, antwortete jemand. Weiterlesen

Es leuchtet hell ein Stern in dunkler Nacht

Matti hockte sich nieder und machte sich ganz klein. Sie hatten ihn zurückgelassen. Alle waren sie fortgegangen.

»Du wachst bei den Schafen«, hatte der alte Simon gesagt. »Du bist groß genug für die Wache.«

Dann waren sie einfach fortgegangen.

Tobi hatte ihm Angst gemacht und geflüstert: »Und lauf nicht weg, wenn die Wölfe kommen.«

Nun, Matti hatte Angst. Das Wolfsgeheul schallte schon seit einigen Nächten bis ins Tal hinab. Weiterlesen

Das Weihnachtswunderland

Das Weihnachtswunderland

»Wie lange noch?«, fragte Laura und öffnete das fünfte Türchen ihres Adventskalenders. Auf dem Bild war ein Kamel zu sehen. Laura lächelte und schlüpfte in ihr Bett.
»Wie oft muss ich noch schlafen?«, fragte Laura und kuschelte sich in ihre Kissen.
»Bis es Weihnachten ist, musst du noch neunzehn Mal schlafen«, sagte Lauras Mutter.
»Was?«, schrie Laura. »So lange kann ich nicht warten.«
Lauras Mutter lachte.
»Warte mal ab«, sagte sie. »Ich erzähle dir eine Geschichte, dann vergeht die Zeit wie von selbst.«
Und Lauras Mutter begann zu erzählen.

Es war einmal ein Mädchen, das hieß Laura. Laura konnte nicht gut warten. Eines Tages schlenderte Laura mit ihrem Vater, dem Piloten, über den Weihnachtsmarkt. Es roch nach warmen Mandeln und Popcorn. Ein Mann hauchte seine Hände warm und schrie dabei: »Leckere Maroni. Kaufen Sie Maroni.« Laura knabberte an einem Riesenballen Zuckerwatte und hatte davon einen ganz klebrigen Mund. Am Anfang einer kleinen Gasse entdeckte sie ein Schild, auf das Kamele auf einem Karussell gemalt waren. »Zum Weihnachtswunderland« war auf dem Schild zu lesen.

Sofort lief Laura auf das Karussell zu, das genau vor einem McDonald’s aufgebaut war. Weiterlesen

Es riecht nach Schnee

»Wie lange noch?«, fragte Laura und öffnete das dreizehnte Türchen ihres Adventskalenders. Auf dem Bild waren viele kleine Schneeflocken zu sehen. Laura lächelte und schlüpfte in ihr Bett.
»Wie oft muss ich noch schlafen?«, fragte Laura und kuschelte sich in ihre Kissen.
»Bis es Weihnachten ist, musst du noch elfmal schlafen«, sagte Lauras Mutter.
»Was?«, schrie Laura. »So lange kann ich nicht warten.« Lauras Mutter lachte.
»Warte mal ab«, sagte sie. »Ich erzähle dir eine Geschichte, dann vergeht die Zeit wie von selbst.«
Und Lauras Mutter begann zu erzählen.

Es war einmal ein Mädchen, das hieß Laura. Laura konnte nicht gut warten. Eines Tages beschlossen die Schneeflocken, auf die Erde zu fallen. Weiterlesen

Renn, Rolfi, renn!

»Wie lange noch?«, fragte Laura und öffnete das vierte Türchen ihres Adventskalenders. Auf dem Bild war eine Schildkröte zu sehen. Laura lächelte und schlüpfte in ihr Bett.
»Wie oft muss ich noch schlafen?«, fragte Laura und kuschelte sich in ihre Kissen.
»Bis es Weihnachten ist, musst du noch zwanzigmal schlafen«, sagte Lauras Mutter.
»Was?«, schrie Laura. »So lange kann ich nicht warten.«
Lauras Mutter lachte.
»Warte mal ab«, sagte sie. »Ich erzähle dir eine Geschichte, dann vergeht die Zeit wie von selbst.«
Und Lauras Mutter begann zu erzählen.

Es war einmal ein Mädchen, das hieß Laura. Laura konnte nicht gut warten. Eines Tages war es wieder so weit. Das große Schildkrötenrennen auf dem Weihnachtsmarkt sollte stattfinden. Während die anderen Schildkröten ihren Winterschlaf hielten, durften die jüngsten Schildkröten zeigen, was sie konnten. Weiterlesen

Als die Großmutter mit dem Nikolaus sprach

 Als die Großmutter mit dem Nikolaus sprach

Ich erzähle eine wahre Geschichte aus meiner Kinderzeit: vom Nikolaus und von der Großmutter.

Die Großmutter war klein und zart, und sie kam mir uralt vor. Das lag nicht an ihren Runzeln oder ihrem Haar mit den weißen Strähnen. Es waren die Kleider, die sie trug: immer dunkel und ganz altmodisch geschnitten. Sie hatte auch stets eine schwarze Schürze umgebunden, sogar sonntags. Die Schürze vom Sonntag war aus Seide, und sie knisterte.

Jedes Jahr Anfang Dezember kam die Großmutter angereist. Sie blieb den Winter über bei uns in der Stadt. Wenn Großmutter kam, begann für mich die Weihnachtszeit. Weiterlesen

Heilig Abend – Geschichten vom kleinen König

Heilig Abend

Aufwachen, kleiner König. Verschlafen reibt sich der kleine König die Augen und setzt sich auf. Dabei stößt er mit der Nase an ein Taschentuch. Mit einem Knoten drin baumelt es an einem Faden direkt über seinem Bett. „Ach ja, das Taschentuch! Was wollte ich denn nicht vergessen?“

Du wolltest doch die Tür öffnen, kleiner König!

Der kleine König schlurft zur Schlafzimmertür. „Gut so?“, fragt er und öffnet sie.

Nein, doch nicht irgendeine Tür. Eine ganz besondere, letzte! Denk nach, kleiner König! Weiterlesen

Das Weihnachtsgeschenk des kleinen Engels

Es war einmal — nach der Zeitrechnung der Menschen ist es viele, viele Jahre her, nach dem himmlischen Kalender freilich nur einen Tag — ein trauriges Engelchen, das im ganzen Himmelreich nur als der »Kleine Engel« bekannt war.

Der Kleine Engel war genau zehn Jahre, sechs Monate, fünf Tage, sieben Stunden und zweiundzwanzig Minuten alt, als er vor den ehrwürdigen Hüter der Himmelspforte trat und um Einlass bat. Herausfordernd stand er da, seine kurzen Beinchen trotzig gespreizt, und tat so, als wäre er von solch unirdischem Glanz nicht im geringsten beeindruckt. Aber seine Oberlippe zuckte doch verräterisch, und er konnte auch nicht verhindern, dass ihm eine Träne über das sowieso schon völlig verweinte Gesicht kollerte und sich erst auf seiner sommersprossigen Nase fing. Weiterlesen