Archiv der Kategorie: Armut

Fußball! – Brasilien

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Der da mit dem gelben Trikot, die Nummer 10, das bin ich: Benedito da Silva. Alle nennen mich einfach Bené.

Fußball ist für mich das Größte. Das Beste überhaupt, von der köstlichen Feijoada* wie nur meine Mutter sie zubereitet, einmal abgesehen.

Ich habe immer einen Ball dabei. Egal was ich mache oder wohin ich gehe, Bälle begleiten mich überallhin. Ich spiele damit, ich träume davon und meine Familie lebt von ihnen. Weiterlesen

Die Schule der Armen

Die Schule der Armen PDF

Die Familien eines armen westafrikanischen Dorfes können auf den Dollar pro Tag, den ihre Kinder verdienen, nicht verzichten. Darum steht der Lehrer vor leeren Bänken, während seine Schüler Turnschuhe und Fußbälle fertigen. Er ist zunächst der Einzige, der gegen Armut und Ungerechtigkeit aufbegehrt. Doch sein Einsatz bleibt nicht ohne Erfolg: Bald kommen wieder ein paar Kinder zum Unterricht. Bildung füllt zwar im Moment keine hungrigen Mägen, aber sie birgt die einzige Chance für eine bessere Zukunft! Er erzählt ihnen die wahre Geschichte des kleinen pakistanischen Teppichknüpfers Iqbal Masih, der seinen Kampf gegen die Kindersklavenhalter mit dem Leben bezahlte. Die Schüler hören aufmerksam zu. Dann beginnen sie, das Alphabet zu lernen. Tahar Ben Jelloun hat eine poetische kleine Erzählung für Kinder geschrieben: über den Teufelskreis von Armut, Ausbeutung und Analphabetentum, über Unfreiheit und krassen Materialismus – und über die Chance, die in der Bildung liegt.

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Klingt meine Linde – Astrid Lindgren

Vor langer Zeit, in den Tagen der Armut, da gab es noch Armenhäuser im ganzen Land, in jedem Kirchspiel eins. Dort wohnten die Ärmsten der Armen, die Alten und Gebrechlichen, die nicht mehr arbeiten konnten, die Hungerleider und Kranken und Bresthaften, die närrischen Tröpfe und die Waisenkinder, die niemand in Pflege nehmen wollte. Sie alle brachte man zur Statte der Seufzer, die das Spittel war.

Auch im Kirchspiel Norka gab es eins, und dorthin kam Malin, als sie acht Jahre alt war. Weiterlesen

Annapurna, meine Mutter ist eine Göttin – Geschichte aus Indien

Annapurna, meine Mutter ist eine Göttin

Veena lebt in Bombay. Bombay ist eine große Stadt in Indien und liegt direkt am Meer.

Das Haus, in dem Veena wohnt, ist nur eine Baracke mit einem langen Flur und vielen Räumen. Jeder Raum ist fünf kleine Schritte lang und drei große Schritte breit. Damit Veenas Familie mehr Platz hat, hat Veenas Vater aus Brettern eine Zwischendecke eingezogen. Auf den Brettern hat er Matten ausgebreitet. Auf diesen Matten schlafen Veena, ihre Brüder und Schwestern und ihre Eltern.

Veena hat zwei Brüder und drei Schwestern. Die Brüder heißen Shivaji und Goga, die Schwestern Shaya, Najma und Rukminidevi. Aber Rukminidevi ist noch ein Baby und wird von allen nur Ruki gerufen.

Quer durch den Raum ist ein Seil gespannt, auf dem trocknet Veenas Mutter die Wäsche. Weiterlesen

Die neuen Herrscher der Welt – Jean Ziegler

Jean Ziegler: Die neuen Herrscher der Welt.
München: Goldmann Verlag, 2005
Auszüge

Die neuen Herrscher der Welt

Eine Ökonomie des Archipels

In den zehn Jahren seit 1990 hat sich die Welt abrupt verändert. Es geschah mit der Unvorhersehbarkeit eines Erdbebens, das die Experten erwarten, ohne doch im Voraus seine Stärke, seine Begleitumstände oder den Zeitpunkt seines Auftretens zu kennen. Das 20. Jahrhundert, dieses Jahrhundert des Völkerbunds und der Vereinten Nationen, wurde durch eine Unzahl von Kriegen verunstaltet: zwei schreckliche Weltkriege, in denen die Nationalstaaten miteinander um die Vorherrschaft und die Eroberung von Märkten rangen; eine größere Zahl von Konflikten zwischen den Gebietern der Kolonial- und Postkolonialreiche einerseits und den Kombattanten der nationalen Befreiungsbewegungen andererseits; dazu totalitäre Weltanschauungen, grauenhafte Völkermorde und blutige innerethnische Konflikte.

Gleichzeitig war das abgelaufene Jahrhundert beseelt vom Atem der Schöpfung; es gab naturwissenschaftliche Entdeckungen, demokratische und soziale Fortschritte, Friedensinitiativen und die Weiterentwicklung der Menschenrechte. Gewiss, die globalen Utopien, die es aufbauen wollte, sind letztlich gescheitert. Aber der Kolonialismus wurde besiegt, und die Diskriminierungen nach Maßgabe von »Rasse« und »Volk« sind in Misskredit geraten, weil sie jeder biologischen Grundlage entbehren. Weiterlesen

Die neue Sklaverei – Kevin Bales

Kevin Bales: Die neue Sklaverei.
München: Verlag Antje Kunsmann, 2001
(Auszüge)

Die neue Sklaverei

Im Sommer wird das ländliche Frankreich seinem Ruf vollauf gerecht. In einem kleinen, etwa hundertfünfzig Kilometer von Paris entfernten Dorf sitzen wir im Freien; die leichte Brise weht den Duft nach Äpfeln aus dem Obstgarten nebenan zu uns herüber. Ich bin hierher aufs Land gefahren, um mich mit Seba zu treffen, einer erst vor kurzem befreiten Sklavin: eine hübsche, lebhafte Zweiundzwanzigjährige. Doch als sie mir ihre Geschichte erzählt, zieht sie sich immer mehr in sich zurück, raucht hektisch, zittert unkontrollierbar. Und dann kommen die Tränen.

Ich wurde in Mali von meiner Großmutter aufgezogen. Als ich noch ein kleines Mädchen war, ist eine Frau gekommen, die meine Familie gekannt hat, und hat sie gefragt, ob sie mich mit nach Paris nehmen kann, damit ich mich dort um ihre Kinder kümmere. Sie hat meiner Großmutter erzählt, dass sie mich auf eine Schule schicken und dass ich Französisch lernen würde. Aber als ich nach Paris gekommen bin, hat sie mich nicht in die Schule geschickt. Den ganzen Tag über habe ich arbeiten müssen. In dem Haus, das ihnen gehört hat, habe ich die ganze Arbeit gemacht; ich habe geputzt, gekocht, mich um die Kinder gekümmert und das Baby gebadet und gefüttert. Jeden Tag habe ich schon vor 7 Uhr morgens angefangen; ungefähr um 11 Uhr abends war ich fertig; einen freien Tag habe ich nie gehabt. Meine Herrin hat gar nichts getan; sie hat lange geschlafen, und dann hat sie ferngesehen oder ist ausgegangen. Weiterlesen

Ist das Freiheit?

Ist das Freiheit?

 

 

Carlos ist eines von rund 40 Millionen Kindern, die allein in den Straßen der lateinamerikanischen Städte leben, weil sie kein Zuhause haben. Viele von ihnen haben zwar noch Eltern, aber diese sind so arm, dass sie nicht für ihre Kinder sorgen können. Seit fünf Jahren verdient sich Carlos seinen Lebensunterhalt als Schuhputzer. Es war für ihn nicht immer leicht, zu überleben.

 

Das größte Problem für mich ist das Schlafen. Es ist gar nicht so einfach, einen sicheren Platz zu finden, wo man in Ruhe gelassen wird. Ich will mich keiner Bande anschließen und zu stehlen anfangen — das hat einfach keine Zukunft. Aber weil ich bei keiner Bande bin, habe ich auch niemanden, der mich beschützt. Und manchmal ist es schrecklich, auf der ganzen Welt keinen Menschen zu haben, der einen gernhat. Man muss wirklich stark sein, um das auszuhalten.

An manchen Tagen habe ich das Gefühl, dass mich alle Menschen hassen. Sie schauen mich wütend an, wenn ich frage „Schuheputzen?“ Manche beschimpfen mich auch, weil ich schmutzig bin. Weiterlesen