Archiv der Kategorie: Schule

Du kannst es doch

Immer, wenn Tina in der Schule etwas vorlesen sollte, bekam sie es mit der Angst. Dabei hatte sie diesmal zu Hause wirklich geübt. Ihre Mutter hatte gesagt: „Du musst üben, Kind!“ Und da hatte Tina sich hingesetzt und die ganze Geschichte gelesen, erst leise, dann laut: „Eine Stadtmaus ging spazieren und kam zu einer Feldmaus. Die legte ihr zu essen vor, was sie nur konnte…“ Weiterlesen

Malins Weihnachtsgeschenk

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Malin hatte ein Geheimnis. Aber das erzählte sie niemandem.Die Schule war in einem kleinen roten Haus. In diese Schule ging Malin. Sie war neun Jahre alt. Am zweiten Juli hatte sie Geburtstag. Mitten im Sommer.

Ja, eine Weile hatte sie sogar zwei Geheimnisse. Das eine hätte sie fast Johan erzählt. Das war, als das erste Schuljahr vorbei war. Alle in der Klasse hatten ihre Sonntagskleider an. Die Lehrerin trug ein Kleid mit Blumen drauf. In einer Vase steckte ein großer Strauß Flieder. Der duftete durch das ganze Schulzimmer. Weiterlesen

Angst im Bauch

Angst im Bauch

»Puh, war das ein Schreck!« Dana stopfte sich einen Schokoriegel in den Mund. »Mir zittern alle Glieder. So etwas aber auch!« Sie redete und kaute, stöhnte und zitterte. Dem Schokoriegel folgte ein Stück Kuchen, ein Joghurt, eine Essiggurke und ein Becher Erdbeermilch, und langsam hörte das Zittern auf.
»War wirklich ein Riesenschreck!«, sagte Dana und wischte sich den Mund ab. »Ich hab vielleicht ‘ne Angst gehabt!«
»Oh, mein Armes!«, rief Danas Mutter aufgeregt. »Das ist ja schrecklich. Möchtest du vielleicht ein Spiegelei haben? Dann geht es dir bestimmt gleich besser.«
»Ein Spiegelei?« Dana sah ihre Mutter erfreut an. »Ja, das wäre genau das Richtige, um diesen schrecklichen Traum zu vergessen!« Weiterlesen

Das bin ich von Kopf bis Fuß

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Das bin ich von Kopf bis Fuß

Tobias und Serafina gehen in die gleiche Klasse.

Serafina findet Tobi nett, wenn er lächelt und durch seine Zahnlücke pfeift. Einmal, als keiner geguckt hat, hat er ihr eine Milchschnitte geschenkt. Aber wenn er so gemein ist, geht er ihr auf die Nerven. „Lass dir endlich ein Gebiss machen, du blöder Zahnlückenheini”, ruft sie dann und düst auf ihrem Skateboard davon. Oder sie geht Arm in Arm mit Stella über den Schulhof, dann rempeln sie Tobi an und strecken ihm die Zunge raus.

„Ich verliebe mich nie!”, sagt Tobi zu seinen Freunden. „Mädchen sind so was von doof.”

„Ganz genau!”, stimmen die anderen dann zu. Und nur Hubert würde ihnen widersprechen, aber den fragt ja keiner.

Serafina mag Tobi, aber sie ärgert ihn. Tobi mag Serafina, aber er zieht sie an den Haaren und ruft Schimpfworte hinter ihr her.

„Klar!”, sagt Serafinas Mama. „Was sich liebt, das neckt sich! Wenn Jungs und Mädchen sich streiten, dann mögen sie sich. Sonnenklar!”

Stimmt das?

Wenn Kurt Stella trifft, tritt er sie oft gegen das Schienbein oder zwickt sie in den Arm. Kurt kann Stella nicht leiden. In seinem Magen fliegen keine Schmetterlinge. Er findet Stella einfach doof. Und Stella findet Kurt doof. Aber wie! Stella redet nicht mal mit Kurt. Niemals! Nicht mal auf der Klassenfahrt, wo die beiden aus Versehen im Bus nebeneinander sitzen mussten.

„Kurt ist verliebt!”, rufen die anderen Jungs manchmal. Aber Kurt ist nicht verliebt, wirklich nicht. Jedenfalls nicht in Stella.

 Weiter:

Dagnar Geisler: Das bin ich von Kopf bis Fuß.
Bindlach:  Loewe Verlag 2005
Auszüge

Ein Stern ging auf

Ein Stern ging auf

Mitten auf dem Schulhof lag er im Schmutz. Gegen Ende der großen Pause hob Regina ihn vom Boden auf. Es war ein Weihnachtsstern, aus braunem Lebkuchenteig gebacken und mit Zuckerguss dick überzogen.

In der Klasse legte Regina den Stern auf Frau Tiltfuchs‘ Tisch.

»Den habe ich auf dem Schulhof gefunden«, sagte sie.

»Den hat jemand weggeworfen«, sagte Karolin.

»Der ist schmutzig. Den kann niemand mehr essen«, sagte Ferdi.

»Wenn einer richtig Hunger hat, dann würd er ihn doch essen«, behauptete Regina. Weiterlesen

Das fremde Mädchen – Evelyne Stein-Fischer

Das fremde Mädchen

 

Salima heißt die Neue in der Klasse.

Sie ist kein stilles schüchternes Mädchen wie Gabi.

Salima macht sich überall bemerkbar.

Sie spricht lauter als die anderen.

Sie kleidet sich bunter als die meisten.

Und sie lässt sich von keinem etwas gefallen. Weiterlesen

Anne Frank

Anne Frank

Ich sehe uns acht im Hinterhaus, als wären wir ein Stück blauer Himmel, umringt von schwarzen, schwarzen Regenwolken. Das runde Fleckchen, auf dem wir stehen, ist noch sicher, aber die Wolken rücken immer näher, und der Ring, der uns von der nahenden Gefahr trennt, wird immer enger. Jetzt sind wir schon so dicht von Gefahr und Dunkelheit umgeben, dass wir in der verzweifelten Suche nach Rettung aneinander stoßen. Wir schauen alle nach unten, wo die Menschen gegeneinander kämpfen, wir schauen nach oben, wo es ruhig und schön ist, und wir sind abgeschnitten durch die düstere Masse, die uns nicht nach unten und nicht nach oben gehen lässt, sondern vor uns steht wie eine undurchdringliche Mauer, die uns zerschmettern will, aber noch nicht kann. Ich kann nichts anderes tun als zu rufen und zu flehen: »O Ring, Ring, werde weiter und öffne dich für uns!«

Anne Frank Tagebuch Montagabend, 8. November 1943

Die Geschichte der Anne Frank beginnt mit einem gewöhnlichen kleinen Mädchen, so einem, neben dem du in der Klasse sitzen könntest. Sie hatte große, ausdrucksvolle Augen und dunkle, lockige Haare. Sie war lebhaft und beliebt und immer von Freundinnen umgeben.

Anne Frank war meist gut gelaunt. Doch manchmal hatte sie auch Angst. Für diese Angst gab es allen Grund: Adolf Hitler besaß damals die Macht in Deutschland und er hatte geschworen, alle Juden zu vertreiben. Weiterlesen