Das Klavier im Wald

Das Klavier im Wald

„Mutti“, sagt Jascha einmal, „bitte stell mir das Klavier in den Wald. Ich möchte für die Waldtiere spielen, weil die nie Musik haben.“

So kam das Klavier in den Wald. Mitten auf eine Lichtung. Und Jascha spielte einige Waldsonaten das berühmten Komponisten Violetti. Da versammelten sich Tauben, Meisen, Eichhörnchen und Rehe um sie.

Die Vögel blieben am längsten und versuchten mitzusingen und mitzupfeifen, mitzuzwitschern und mitzuturteln.

Bald kannten sie alle sonaten von Violetti.

Nur der alte Uhu schaute sich das alles misstrauisch und schläfrig an: „In diesem Wald kann man schon gar kein richtiges Nickerchen mehr machen. Dumme Sonaten!“
Aber die anderen Vögel waren jeden Tag dabei.

Und Jascha spielte so begeistert, dass sich die Töne in bunten Kugeln über dem Klavier verdichteten. Sie hingen da wie bunte Lampions.

Vielleicht findet ihr einmal den Weg zur Klavierlichtung? Da könnt ihr nicht nur Jascha spielen hören, sondern auch mit den Musikbällen spielen, so viel ihr wollt.

Ludvik Askenazy: Märchen für die Dämmerung.
München, 1993, Meisinger Verlag

Über kindg

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