Ich dachte, du bist mein Freund – Kinder vor sexuellem Missbrauch schützen

Ich dachte

Ich dachte, du bist mein Freund

Das ist der kleine Bär. Er ist ein niedliches kleines Bärenkind. Er hat ein wunderbar kuscheliges Fell und samtige, weiche Tatzen.
Der kleine Bär spielt gern mit seinen Spielsachen.

Der kleine Bär spielt auch gern it seinem Freund, dem großen Wolf.
Der große Wolf mag den kleinen Bären ganz besonders gern.
So gern, dass er mit ihm kuschelt. Er schmust mit dem kleinen Bären und streichelt sein weiches Fell.

Jetzt schleckt der große Wolf den kleinen Bären ab. Das kitzelt. Der kleine Bär muss lachen.

Der große Wolf lässt den kleinen Bären auf seinem Rücken reiten. Das macht Spaß!
Der kleine Bär findet es lustig.

Manchmal will der große Wolf komische Spiele spielen. Er will, dass der kleine Bär ihm einen Kuss auf seine große, nasse Schnauze gibt.
Und manchmal wird der große Wolf richtig wild.
Er knurrt. Er zeigt seine spitzen Zähne. Der kleine Bär fürchtet sich.
Der große Wolf drückt den kleinen Bären auf den Boden. Er legt sich auf ihn. Er ist furchtbar schwer. Au, das tut weh!
Der kleine Bär bekommt fast keine luft mehr.
„Lass das!“, ruft der kleine Bär. „Das will ich nicht spielen!“
„Pssst!“ Der grosse Wolf legt dem kleinen Bären seine große Tatze auf dem Mund.
Der kleine Bär findet den großen Wolf gar nicht mehr nett. Der große Wolf tut ihm weh.
Er macht ihm Angst. Er ist gar nicht mehr lieb. Der kleine Bär mag nicht mehr gestreichelt werden. Er möchte nicht mehr kuscheln. Er möchte überhaupt nicht mehr mit dem großen Wolf spielen. – Aber wem kann er das erzählen?
„Du darfst niemandem sagen was wir zusammen spieles“, sagt der große Wolf. „Das ist unser Geheimnis. Hast du verstanden?“
Er zeigt dem kleinen Bären seine spitzen, scharfen Zähne.
Der kleine Bär ist traurig.
Er will das Geheimnis nicht verraten. Er fürchtet sich vor den scharfen Zähnen.
Aber er furchtet sich noch mehr davor, dass der große Wolf wieder mit ihm spielen will.
Was kann der kleine Bär tun?
Er muss jemanden finden, dem er das Geheimnis sagen kann.

Der kleine Bär erzählt den anderen Bären, was der große wolf macht. Er erzählt, dass der große Wolf Spiele spielt, die gar nicht schön sind. der kleine Bär hat das Geheimnis verraten.
Ob ihm jetzt etwas Schlimmes passiert? NEIN! Es passiert etwas Gutes: Der große Wolf wird bestraft.
Er kann dem kleinen Bären nicht mehr wehtun.
„Gut, dass ich alles erzählt habe“, denkt der kleine Bär. Jetzt braucht er sich nicht mehr zu fürchten.

Marie Wabbes: Ich dachte, du bist mein Freund.
Basel: Brunnen-Verlag, 1999

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Über kindg

Guten Tag! Wir sind kein Verein oder Institution; nur eine Gruppe Freunde, die an Gymnasien und Universitäten unterrichtet. Dieses Projekt ist aus reinen pädagogischen Gründen entstanden und hat überhaupt keine finanziellen Interessen.
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