Keks

Keks

Keks, der Kater, kam eines Tages von seinem täglichen Lauf und setze sich an den Frühstückstisch. Er schlug die Zeitung der Jobsanzeigenseite.

»Heute suche ich mir einen Job«, entschloss er sich.

Lagerwächter gesucht: Muss gross, stark und schön böse sein.

»Dieser interessiert mich« dachte Keks. »Ich bin ein großer und recht starker Kater. Und wenn ich will, dann kann ich richtig böse sein.« Er zog noch ein paar Kleidungsstücke an, um noch stärker zu wirken und ging in das Lager.

»Du hast den Job« erkundigte ihn der Lagerbesitzer, ein grosser Hund. »Einen grossen Kater wie du ist genau das, was wir da brauchen.«

Alles verlief problemlos bis Keks einem Mausarbeiter, der vorbei ging, paar Stück Holz gab. Der Hund wurde richtig wütend.

»Warum glaubst du, dass ich einen Kater engagiert habe?« schrie er. »Du muss die Mäuser vertreiben und nicht Freundschaft mit ihnen anschliessen. Jetzt verschwinde und komm nie mehr wieder!«

Keks ging zurück zu seiner Zeitung und fand gleich eine andere Anzeige:

Gesucht: Assistent für Mietboote an dem Ufer des Blauen Flusses. Muss gut schwimmen und rudern können. Wenn möglich, mit Erfahrung als Bademeister.

Keks war ein guter Schwimmer und hatte schon als Bademeister für einen Monat gearbeitet. Er zog eine besondere Weste an, um noch sportlicher auszusehen, und ging in den Hafer von Riverside.

»Gratuliere! Wir nehmen dich«, sagte der Besitzer, ein Biber, und zeigte Keks das Ufer. »Ein guter Kater wie du ist genau, was wir da brauchen.«

Alles ging gut… bis der Keks einer Mäusefamilie erlaubte, am Steg zu angeln. Die Leute, die die Boote mieteten mochten keine Mäuse und beschwerten sich beim Biber.

Keks hörte ihn noch sagen: »Dieser Kater ist an allem schuld!«

Keks verschwand noch bevor der Biber mit ihm schimpfte.

»Viel Glück habe ich bis jetzt nicht gehabt«, dachte Keks. Plötzlich erinnerte er sich an eine andere Anzeige:

Gesucht: Kellner für neues Restaurant. Gutaussehend und mit guten Manieren. Französisch Kenntnisse notwendich.

»Perfekt!«, dachte Keks. Er hatte Französich in der Schule gelernt. Er zog einen anderen Anzug an um extra gut auszusehen und ging ins Restaurant.

»Gratuliere! Die Stelle gehört dir«, sagte der Oberkellner, ein Truthahn »Ein Kater wie du passt genau zu diesem Restaurant.«

Alles ging gut… bis ein Mäusepärchen das Restaurant betrat. Keks hat ihnen gleich den mittleren Tisch zugewiesen.

»MÄUSE! MÄUSE!«, schrien die Enten und sprangen von ihren Plätzen hoch. »MÄUSE IM RESTAURANT!«, gackerte eine Henne und schlug mit den Flügeln.

Kekse hat nicht mal auf den Oberkellner gewartet. Er schlich einfach durch die hintere Tür hinaus.

»Die Leute, die Katzen anstellen scheinen nur zu wollen, dass sie Mäuse verjagen« dachte Kekse. »Ich will aber keine Mäuse verjagen. Schließlich haben sie mir nie was angetan!«

Dann sah er in einem Schaufenster eine Anzeige hängen:
Käsegeschäft Mäuse & GmbH sucht Assistent.

»Ich hätte diesen Job so sehr gerne gehabt!« dachte Kekse, »aber einen Kater würde sie nie annehmen…«

Als er zu Hause ankam, dachte er immer noch an den Käseladen. Wenn er nur nicht so katzig aussehen würde, würden sie ihn vielleicht für die Stelle annehmen!

Er probierte alle seine Kleider aus aber so oft er sich im Spiegel ansah, er sah immer noch wie eine Katze aus.

Plötzlich hatte er eine Idee.

»Vielleicht helfen mir die Mäuse, die ich kennengelernt habe!« Und so ging er so schnell er könnte in das Mäusestadtviertel.

Die Mäuse waren recht froh, ihn wieder zu sehen.

»Natürlich helfen wir dir, Kekse«, sagten sie. »Wir gehen mit dir ins Geschäft und reden mit dem Besitzer.«

Und das machten sie.

»Dieser Kater gab mir ein paar Holzstücke, als ich sie brauchte.« sagte der Mausarbeiter zu dem Besitzer des Ladens.

»Er ließ uns am Steg angeln und wir haben einen Riesenfisch gefangen!« sagten die Babymäuse.

»Er hat uns den besten Tisch im Restaurant gegeben«, sagte das Mäusepärchen strahlend.

»Ruhe jetzt!«, sagte der Besitzer der Käseladen. »Na gut«, sagte er endlich zu Keks und schüttelte seine Hand. »Ich gebe dir eine Chance.«

Sehr schnell wurde Kekse der berühmteste Kater der Stadt. Es kamen Mäuser von ganz weit weg um nur bei ihm Käse zu kaufen und ihm die Hand zu schütteln. Der Besitzer des Geschäfts Käse und GmbH könnte nicht froher sein.

Und das beste: Keks wurde nie mehr entlassen!

Becky Bloom: Biscuit.
London, 2001, Siphano Picture Books

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