Der Mondballon

Der Mondballon

Kater Schubert hatte eines Nachts einen wunderschönen Traum. Er träumte von einem ungewöhnlich aussehenden Ballonluftschiff, in dem er über eine flache, endlos weite Landschaft schwebte. Wochenlang konnte er diesen Traum nicht mehr vergessen. Schließlich beschloss er, das Luftschiff aus seinem Traum zu bauen. Der Ballon hatte die Form eines liegenden Halbmondes gehabt. Kater Schubert baute ein Holzgerüst in Form eines Halbmonds und bespannte es mit gelber Seide. Seine Frau flocht inzwischen den Ballonkorb. Und die kleine Tochter füllte vier Säcke mit Sand, die sie als Ballast brauchten. Nach einigen Wochen Arbeit war das wundersame Mondluftschiff fertig.

Die Schuberts luden Essensvorräte und warme Schlafsäcke in den Korb. Der Mond wurde mit heißer Luft gefüllt und die Reise konnte losgehen. Die drei Katzen reisten ohne Ziel, nur der Wind wusste, wohin er sie trug. Am dritten Tag ihrer Fahrt kamen sie in eine weite Ebene, die haargenau der Landschaft aus Kater Schuberts Traum glich. »Wundervoll!«, sagte Kater Schubert. »Mir ist, also ob ich meinen Traum weiterträumte! Was wird wohl jetzt als Nächstes passieren?«

Er hatte es kaum ausgesprochen, da flog ein großer blauer Vogel mit einem spitzen Schnabel auf das Luftschiff zu. Er landete mit einem Plumps auf dem Ballonhalbmond und begann zum Entsetzen der Katzen ein Loch in die Bespannung zu picken. Vielleicht hielt der blaue Vogel den gelben Halbmond für eine riesige Banane? Die Katzen schrien und fauchten, aber der Vogel ließ sich nicht vertreiben und machte das Loch immer größer. Die heiße Luft strömte langsam aus und der Ballon verlor immer mehr an Höhe. Bald würden sie auf dem Boden aufsetzen. Da tauchte vor ihnen in der Ebene ein seltsames Schloss auf. Die Bewohner des Schlosses würden ihnen sicher weiterhelfen. Oder hatte jemand von den Schlossbewohnern den blauen Vogel absichtlich geschickt? Sehr geheimnisvoll!

Träume von hier an diese Traumgeschichte weiter …

Erwin Moser: Mario der Bär.
Weinheim, 2005, Parabel

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