Der Autobus im Baum

Der Autobus im Baum

Die Mäuse Filibert und Alfons wurden einmal im Gebirge von einem Gewitter überrascht. Furcht erregende Blitze fuhren aus den Wolken, der Donner hallte entsetzlich laut zwischen den Bergwänden und dann begann es immer stärker zu regnen. Filibert und Alfons befanden sich gerade auf einer abschüssigen Wiese. In der Nähe war kein Unterschlupf zu sehen. Nur weiter unten stand ein großer Baum, und darunter war etwas Gelbes, das aus der Ferne wie eine Berghütte aussah. So schnell sie konnten, liefen die beiden Mäuse auf den Baum zu. Beim Näherkommen merkten sie, dass das Gelbe keine Hütte, sondern ein alter Autobus war. Eine weiße Katze schaute aus einem Fenster und winkte den beiden Mäusen aufgeregt zu. Gerade noch rechtzeitig erreichten Filibert und Alfons den Autobus. Als sie hineinkletterten, brach das Unwetter richtig los.

Schnell verschloss die Katze Tür und Fenster. Das Innere des Autobusses war wie eine Wohnküche eingerichtet. Ein schmaler Herd stand ganz hinten, darauf hatte die weiße Katze eben Pilzsuppe gekocht. Filibert und Alfons nahmen auf dem Sofa Platz. Während sie die Suppe aßen, erzählte ihnen die Katze, wie der Autobus in diesen Baum gekommen war.

Vor einem Jahr hatte die Katze den alten Postautobus ganz billig bei einer Versteigerung erstanden. Sie wollte mit dem Bus eine Reise um die Welt machen, das war schon immer ihr Traum gewesen. Aber der Bus war schon klapprig und die Bremsen funktionierten nicht mehr richtig. Als sie über dieses Gebirge fuhr passierte das Unglück. Auf einer steilen Straße versagten die Bremsen, der Bus kam von der Fahrbahn ab und sauste den Abhang hinunter. Vor dem Abgrund stoppte ihn der große Baum. Die Katze hatte unglaubliches Glück gehabt. Der Autobus war so fest in den Baum verkeilt, dass er nicht mehr loskam. Nachdem die weiße Katze ihren Schock verwunden hatte, macht einen Spaziergang, und weil ihr diese Gegend ausgezeichnet gefiel, verzichtete sie auf ihre Reise. Sie beschloss, den Bus zu einer Art Berghütte umzufunzionieren und hier wohnen bleiben.

Auch Filibert und Alfor fanden, dass die Katze das Beste aus ihrer Lage gemacht hatte. Sie blieben dem Bus, bis das Gewitter vorüber war.

Erwin Moser: Mario der Bär.
Weinheim, 2005, Parabel

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