Das Bett im Baum

Das Bett im Baum

Der kleine graue Bär Matthias wohnte in einem Baumhaus am Ufer eines Teiches. Er wohnte schon lang darin. Vorher hatte es einem Dachs gehört. Es war ein sehr behagliches Baumhaus und hatte auch noch drei gemütliche Räume unter der Erde, zwischen den Wurzeln des Baumes. So hatte es der Bär im Sommer schön kühl und im Winter angenehm warm.

Eines Tages bekam Matthias Besuch aus Australien! Es war Curtis, der Koalabär, der langjährige Brieffreund von Matthias. Curtis wurde in einem der Zimmer unter der Erde einquartiert. Er fand alles sehr aufregend und interessant, denn hier war vieles ganz anders als in Australien. Matthias führte ihn jeden Tag herum und zeigte ihm die Gegend. Sie machten lange Spaziergänge durch den Wald und plauderten mit allen Tieren, die hier lebten. Am besten gefiel Curtis der Nadelwald. Er liebte den würzigen Duft der Fichten und Tannen. Einmal kletterten sie auch einen Berg hinauf und statteten der Braunbärfamilie einen kurzen Besuch ab. Und noch weiter oben besuchten sie die Murmeltiere, mit denen sich Curtis besonders gut verstand. Als der Tag der Abreise sich näherte, wollte Matthias Curtis noch eine besondere Überraschung bereiten. Am vorletzten Tag von Curtis’ Aufenthalt zerlegte Matthias sein Bett und baute es zwischen den Ästen des Baumhauses wieder zusammen. Curtis half ihm dabei und fragte immer wieder, warum er das mache. Aber Matthias tat geheimnisvoll und verriet nichts.

Am Abend stellte er noch zwei Gefäße mit Honigwasser in die Baumkrone und hängte eine Laterne auf. Dann forderte er Curtis auf, sich neben ihn ins Bett zu legen. Sie deckten sich zu und warteten. Bald darauf kamen die ersten Schmetterlinge herangeflogen. Das Licht und der süße Duft des Honigwassers hatten sie angelockt. Matthias und Curtis schauten mucksmäuschenstill den wunderschönen Schmetterlingen zu. Die Überraschung war gelungen.

So nahe hatte der Koalabär noch nie zuvor so viele schöne Schmetterlinge gesehen!

Erwin Moser: Mario der Bär.
Weinheim, 2005, Parabel

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