Warum es keinen Krieg geben kann – Chinesisches Märchen

Warum es keinen Krieg geben kann

Chinesisches Märchen

Als der Krieg zwischen den beiden benachbarten Völkern unvermeidlich war, schickten die feindlichen Feldherrn Späher aus, um zu erkunden, wo man am leichtesten in das Nachbarland einfallen könnte. Und die Kundschafter kehrten zurück und berichteten ungefähr mit den gleichen Worten ihren Vorgesetzten: es gäbe nur eine Stelle an der Grenze, um in das andere Land einzubrechen.

„Dort aber“, sagten sie, „wohnt ein braver kleiner Bauer in einem kleinen Haus mit seiner anmutigen Frau. Sie haben einander lieb, und es heißt, sie seien die glücklichsten Menschen auf der Weit. Sie haben ein Kind. Wenn wir nun über das kleine Grundstück in Feindesland einmarschieren, dann würden wir das Glück zerstören. Also kann es keinen Krieg geben.“

Das sahen die Feldherrn denn auch wohl oder übel ein, und der Krieg unterblieb, wie jeder Mensch begreifen wird.

Ernst Penzoldt

Kurtmartin Magiera (Hrsg.): Die Nacht im Dezember – Texte zur Geburt des Herren.
o.O., 1968, Butzon & Bercker

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2 Gedanken zu „Warum es keinen Krieg geben kann – Chinesisches Märchen

  1. Waltraud Ludescher

    „Warum es keinen Krieg geben kann“ wäre eine passende
    Kurzgeschichte als Einstieg für eine vorweihnachtliche Stunde.
    Gefällt mir sehr gut.
    Liebe Grüße Waltraud

    Antwort
  2. Petrus

    Hallo zusammen.

    ich habe mich heute auf einer Google Suche kurz hierher gefunden und ein Paar
    Euerer Geschichten und Märchen gelesen.
    Ich finde diese Idee ganz wunderbar.
    In einer Zeit in der sich einige Menschen immer wieder von die Hektik vorweihnacht-
    lichem Kommerz fangen lassen. Oder auch hilflos in den dumpfen November schauen,
    ratlos, mutlos.
    Es gibt immer eine Möglichkeit eine Kerze anzuzünden. So ein liebliches lyrisches Licht leuchten zu lassen und in deren Erleuchtung über mögliche tiefe herbstliche Tiefs zu
    steuern.
    Ich danke Euch für diese Möglichkeit und diesen Momente.

    Peter

    Antwort

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