Heiße Kastanien

Heiße Kastanien

Rochus, der alte Hund, war ein Maronibrater. Jeden Herbst sammelte er mehrere Säcke voll Maroni, die er dann im Winter auf seinem Ofen briet und auf dem Hauptplatz in der Stadt verkaufte. Diese Arbeit hatte Rochus immer Freude gemacht. Der einzige Nachteil dabei war, dass Rochus schnell kalte Füße bekam.

Ich bin schon alt, dachte er. Von dem langen Stehen in der Kälte kann ich mir Erfrierungen holen. Ich muss mehr auf meine Gesundheit achten. Ideal wäre es, wenn ich meine Maroni verkaufen könnte und mir dabei Bewegung machte!

Da hatte Rochus eine Idee. Nicht die Kunden müssen zu mir kommen, sondern ich muss zu den Kunden fahren! Ich müsste an den Ofen Räder montieren. Nein, noch besser wären Schlittenkufen, dann kann ich ihn durch den Schnee schieben! Und dann fiel Rochus noch etwas Besseres ein …

Vor der Stadt lag ein großer See, an dessen Ufer viele Einfamilienhäuser standen. Das wird mein neuer Kundenkreis!, dachte Rochus. Er montierte an seinen Ofen Schlittenkufen und zog sich selber Schlittschuhe an. So konnte Rochus auf dem zugefrorenen See von Haus zu Haus fahren und seine, heißen Kastanien anbieten. Innerhalb weniger Tage hatte er einen beachtlichen Kundenstamm gewonnen. Alle freuten sich, wenn sie Rochus mit seinem Ofen über das Eis kommen sahen!

Erwin Moser: Mario der Bär.
Weinheim, 2005, Parabel

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