Das Hängebrückengebirge – Erwin Moser

Das Hängebrückengebirge

Der kleine, abenteuerlustige Elefant namens Winzig wanderte ganz allein durch die Welt. Immer war er auf der Suche nach interessanten Erlebnissen und aufregenden Abenteuern. Vor zwei Monaten hatte er das Land der Vulkane und der wilden Nashörner durchquert, dann war er in eine große Stadt gekommen, wo er eine Zeit lang beim Zirkus gearbeitet hatte. Da Winzig absolut schwindelfrei war, hatte er bei einer Pferdenummer mitgemacht. Er war, auf dem Rücken eines Pferdes stehend, durch die Manege geritten. Diese Darbietung war beim Publikum zwar sehr gut angekommen und alle hatten den kleinen Elefanten geliebt, aber Winzig war das Ganze doch bald zu langweilig geworden. Sein Betreuer, der dicke Kater Botero, wollte den Zirkus ebenfalls verlassen, um nach langer Zeit wieder einmal seine Verwandten im Süden zu besuchen. Um zu ihnen zu gelangen, war allerdings ein hohes, stark zerklüftetes Gebirge zu überwinden. Ein Gebirge, das von Berg zu Berg mit schwankenden Hängebrücken verbunden war und das deswegen auch »Hängebrückengebirge« hieß. Da Kater Botero selbst Angst vor großen Höhen hatte und wusste, dass Winzig total schwindelfrei war, bat er ihn, ihn übers Gebirge zu bringen. Winzig war einverstanden. Botero schnallte ihm einen kistenähnlichen Sattel um und die Reise konnte beginnen. Auf dem Bild sieht man, wie die bei den bereits mitten in den Hängebrückenbergen sind. Kater Botero hat fast keine Angst mehr, denn er fühlt sich auf dem Rücken von Winzig sicher. Die zwei Grillen, die in dem blauen Flugzeug das Gebirge durchfliegen, sind ganz schön erstaunt. Einen Elefanten auf einer Hängebrücke haben sie noch nie gesehen! Auch der kleine Bär auf der Felsspitze ist ganz starr vor Verwunderung.

Über zwei solcher Brücken muss Winzig noch gehen, dann wird die Reise weniger gefährlich…

Erwin Moser: Das Findelkind.
Weinheim, 2004, Parabel

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