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	<title>Mit Geschichten groß werden</title>
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	<description>Geschichten für alle, die gern lesen ...</description>
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		<title>Mit Geschichten groß werden</title>
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		<title>Das Geheimnis des friedlichen Kriegers</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 20:58:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Mobbing - Bullying]]></category>

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		<description><![CDATA[In einer Stadt, gar nicht weit von hier, saß ein Junge am Küchentisch und starrte aus dem Fenster. Es war ein frischer Herbstmorgen. Danny Morgan blickte nachdenklich auf die neue Umgebung. Den vertrauten Garten und die alten Freunde gab es &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2012/01/25/das-geheimnis-des-friedlichen-kriegers/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2256&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">In einer Stadt, gar nicht weit von hier, saß ein Junge am Küchentisch und starrte aus dem Fenster. Es war ein frischer Herbstmorgen. Danny Morgan blickte nachdenklich auf die neue Umgebung. Den vertrauten Garten und die alten Freunde gab es nicht mehr, und heute sollte er zum ersten Mal in die Eastside-Schule gehen. Er war aufgeregt und neugierig, und gleichzeitig hatte er Angst.<br />
„Iss dein Frühstück, Danny!” rief die Mutter aus dem Nebenzimmer. „Der Nachbarjunge, der dich zur Schule bringt, muss jeden Moment kommen!”<br />
Es klingelte, und Danny schüttete den Rest seiner Haferflockensuppe in den Ausguss.<br />
„Hier sind deine Pausenbrote”, sagte die Mutter und gab ihm eine neue Brotdose. Es klingelte wieder.<br />
„Machst du die Tür auf?” fragte sie lächelnd.<br />
Danny ging langsam in den Flur, öffnete und erblickte ein Mädchen, ungefähr in seinem Alter.<br />
„Hallo,” sagte sie, „ich heiße Joy.”<br />
„Du hast doch gesagt, dass es ein Junge ist”, zischte Danny seiner Mutter zu.<br />
„Ich hatte ,Joe’ verstanden”, flüsterte sie und sagte dann laut, „ich wünsch dir eine gute Zeit, mein Liebling. Wir sehen uns nach der Schule”, und gab ihm einen dicken Kuss.<br />
Danny wurde rot, wischte sich hastig den Kuss von der Backe, drehte sich zu Joy und sagte mit einem Seufzer: „Also gut, gehn wir.”<br />
Sie machten sich auf den Weg, am Teich und einer Reihe alter Häuser vorbei. Als sie gerade die Eisenbahnschienen überquerten, sprang ein großer Junge hinter einem geparkten Auto hervor und verstellte ihnen den Weg.<br />
„Oh je, das ist Carl Brady, der Schläger der Schule”, flüsterte Joy.<br />
„Das fängt ja gut an”, dachte Danny und versuchte mit klopfendem Herzen an ihm vorbeizugehen, doch der Ältere riss ihm die Brotdose aus der Hand, öffnete sie und schaute hinein.<br />
„Igitt”, zischte er und schleuderte die Dose angewidert zu Boden. Die Brote klebten auf dem Bürgersteig.<br />
„Gib mir dein Geld”, knurrte er Danny wütend an.<br />
Danny steckte zitternd die Hand in die Hosentasche und befühlte eine Fünfdollarnote, sein Taschengeld für die gesamte Woche.<br />
Fordernd streckte der Ältere die Hand aus. Danny schloss die Finger um den Schein und begann, ihn langsam aus der Hosentasche zu ziehen.<br />
„Gib’s nicht, Danny!”<br />
Erstaunt fuhren beide Jungen herum. Dort stand Joy, die Hände in die Hüften gestemmt.<br />
„Ich hab Geld”, sagte sie zu dem Schläger, „und du kannst es kriegen, wenn du mich fängst. Aber du bist ja so langsam, dass du dir nicht mal ne Erkältung fängst!”<br />
Die Jungen starrten sie an. Danny traute seinen Ohren nicht, er flüsterte heiser: „Was hast du gesagt?”<br />
„Was hast du gesagt!” brüllte jetzt auch Carl mit knallrotem Kopf, ballte die Fäuste und stürzte sich auf Joy.<br />
Doch die lachte, schlug einen Haken und flitzte auf die Schule zu. Carl hechelte hinterher, doch sie war immer eine Nase voraus.<br />
Danny folgte verblüfft, voller Bewunderung für Joys Mut. Er fand die Schule; doch bevor er sich auf die Suche nach seiner Klasse machte, schaute er in jedem Zimmer nach Joy. Er wollte zu gern wissen, ob es ihr gut ging. Sie saß schon auf ihrem Platz, winkte ihm zu und lächelte.<br />
Er winkte zurück. Doch als er zurück in die Halle ging, sah er den Schläger, der ihn finster anstarrte. Schnell schlüpfte er in seinen Klassenraum und brachte sich so in Sicherheit.<br />
In der Pause fand Danny Joy auf dem Rasen. Sie saß dort und öffnete gerade ihre Brotdose.<br />
„Danke”, sagte er.<br />
„Ist schon in Ordnung”, erwiderte sie, brach ihr Brot in zwei Teile und hielt ihm eine Hälfte hin. „Du musst Hunger haben. Willst du?”<br />
Dankbar nickte er, nahm das Brot und biss hungrig hinein. Kauend schaute er sich auf dem Schulhof um und entdeckte plötzlich den Schläger, der ganz allein versuchte, einen Ball in den Korb zu werfen.<br />
„Früher hatte er ein paar Freunde”, erklärte Joy, die seinem Blick gefolgt war, „doch dann brannte sein Vater durch, und seine Mutter ließ ihn bei so einer Art Onkel zurück. Seitdem ist er immer allein, und jeder hat Angst vor ihm.”<br />
„Außer dir”, warf Danny ein.<br />
„Ich bin schneller als er”, lächelte Joy.<br />
„Wieso kannst du so schnell rennen?” fragte Danny.<br />
„Mein Großvater hat’s mir beigebracht”, erwiderte sie.<br />
Danny zögerte einen Augenblick, dann fragte er: „Meinst du, dass er es mir auch zeigt?”<br />
Joy zuckte die Achseln. „Ich weiß nicht. Du kannst ihn ja fragen. Er wohnt dort drüben”, sagte sie und deutete mit dem Finger auf ein altes Haus auf der anderen Straßenseite. „Er ist Gärtner und heißt Sokrates.”<br />
In dieser Nacht träumte Danny von einer dunklen Höhle. Irgendjemand war hinter ihm her. Voller Angst versuchte er, davonzurennen, doch er konnte sich kaum bewegen. Es war so, als ob seine Füße in dickem Zuckersirup steckten.<br />
Plötzlich sah er eine Öffnung in der Höhle, durch die helles Sonnenlicht fiel, doch der Ausgang war von einer riesigen dunklen Gestalt versperrt.<br />
Auf einmal war es Danny, als wäre er nicht allein. Er drehte sich um und erblickte einen alten Mann mit weißem Haar, der ihm die Hand entgegenstreckte.<br />
„Wer bist du?” fragte Danny.<br />
Der alte Mann lächelte nur.<br />
Danny erwachte. Es war schon heller Morgen.<br />
An diesem Tag gelang es Danny, dem Schläger wärend der Pause aus dem Weg zu gehen. Doch nach der Schule sah er Carl auf sich sich zurennen.<br />
Danny raste quer über die Straße, doch der Ältere kam immer näher. Voller Angst stürzte Danny irgendwelche Treppen hoch und schlug gegen eine Haustür. Plötzlich ging ihm auf, dass dies das Haus von Joys Großvater sein musste.<br />
Die Tür öffnete sich, und schnappte nach Luft: vor ihm, auf der Schwelle, stand der alte Mann aus seinem Traum.<br />
Der Alte lächelte erst Danny und dann Carl zu, der vor dem Haus wartete. „Ich bin Sokrates”, sagte er, „und du musst Danny sein.”<br />
„Woher weißt du, wie ich heiße?” stammelte Danny.<br />
Statt zu antworten, gab Sokrates dem Jungen einen Korb und sagte: „Ich wollte gerade im Vorgarten Äpfel pflücken. Du könntest mir helfen.”<br />
Danny blickte sich verstohlen nach Carl um und folgte dem alten Mann in seinen sicheren Garten.<br />
Sokrates ging zum Apfelbaum, kletterte eine Leiter hoch, pflückte die knackigen roten Äpfel und warf sie einen nach dem anderen Danny zu, der sie in den Korb legte.<br />
„Herr Sokrates&#8230;”, begann Danny.<br />
„Nicht ,Herr’“, unterbrach ihn der alte Mann, „nur Sokrates. Sag Sokrates zu mir.”<br />
Danny nickte überrascht. „Gut, Herr, mmh, Sokrates, zeigst du mir, wie ich so schnell laufen lerne wie Joy?”<br />
Sokrates hielt inne, biss in einen knackigen Apfel und warf auch Danny einen zu. „Weißt du, Danny”, sagte er, „dieser Baum ist ungefähr so alt wie du. Ich habe neun Jahre lang für ihn gesorgt und ihm geholfen, ein starker, gesunder Apfelbaum zu werden. Doch ich kann keinen Orangenbaum daraus machen.”<br />
„Das verstehe ich nicht”, erwiderte Danny verwirrt.<br />
„Ich habe Joy nicht zu einer schnellen Läuferin gemacht”, antwortete Sokrates. „Sie hatte diese Fähigkeit schon in sich. Ich habe ihr nur geholfen, sie zu entwickeln. Du hast andere Fähigkeiten.”<br />
„Ich muss aber rennen lernen!” beharrte Danny. „Dieser Junge ist hinter mir her, du hast ihn doch gesehen.”<br />
„Ja, ich verstehe schon”, sagte Sokrates, setzte sich auf die Leiter und warf Danny Äpfel zu. „Doch wenn du vor einem Problem davonläufst, wird es dich immer weiter verfolgen, selbst wenn du es eine Zeitlang abschütteln kannst. Mein junger Freund, der beste Weg, ein Problem loszuwerden, ist, es zu lösen.”<br />
„Wie soll ich es denn lösen?” fragte Danny und legte die Äpfel in den Korb.<br />
„Wenn du keine Angst mehr vor ihm hast, wird er dich in Ruhe lassen”, antwortete der alte Mann.<br />
„Ich hab aber Angst!” rief Danny.<br />
Sokrates stieg die Leiter hinab und erwiderte: „Das Geheimnis des Mutes ist, mutig zu handeln, auch wenn du dich nicht sehr mutig fühlst.”<br />
„Wie soll ich das denn machen?” fragte Danny und schaute auf den Boden.<br />
„Hast du schon mal so getan, als ob du jemand wärst, der du gar nicht bist?” fragte Sokrates.<br />
Danny überlegte einen Augenblick. „In einem Theaterstück in der Schule hab ich mal nen Hexenmeister gespielt.”<br />
Sokrates legte eine Hand auf Dannys Schulter und blickte ihm in die Augen. „Wenn du ein Hexenmeister sein kannst, dann kannst du auch ein Krieger sein.”<br />
„Aber ich weiß nicht, wie ein Krieger ist.”<br />
„Als Baby wusstest du auch nicht, wie du dir die Schuhe zubinden solltest.”<br />
„Ich will dir was sagen”, meinte Sokrates und deutete auf die Wiese. „Wenn du mir zeigst, wie man einen Handstandüberschlag macht, dann zeig ich dir, wie ein Krieger ist.”<br />
„Ich hab noch nie einen Handstandüberschlag gemacht”, erwiderte Danny kleinlaut.<br />
„Das dachte ich mir”, antwortete Sokrates, „versuch es trotzdem mal.”<br />
Zweifelnd hob Danny die Arme, warf sich auf seine Hände, strampelte wild mit den Beinen und fiel um. „Ich hab ja gesagt, dass ich’s nicht kann”, murrte er.<br />
„Noch mal”, grinste Sokrates, „doch drück das nächste Mal deine Arme durch und nimm den Kopf zurück.”<br />
Danny versuchte es und fiel wieder um. Doch er gab nicht auf und schaffte es jedes Mal ein bisschen besser.<br />
Plötzlich stand er zu seiner eigenen Überraschung wieder auf seinen Füßen. „Ich hab es geschafft”, rief er glücklich.<br />
„Ja, du hast es geschafft! Und genauso kannst du Mut lernen, oder was immer du willst”, erklärte Sokrates. „Zuerst mag es nicht leicht sein, doch wenn du fleißig übst, dann wirst du es schaffen.”<br />
Danach besuchte Danny Sokrates jeden Tag, wobei er sorgfältig darauf achtete, Carl nicht über den Weg zu laufen. Eines Tages fragte Danny, während er Sokrates im Garten half: „Wie kann ich je mit ihm kämpfen? Er ist größer und stärker als ich!”<br />
Sokrates hielt inne, ging in die Garage und zog einen alten Leiterwagen heraus. „Ich muss eine Pflanze zu einem Haus auf dem Hügel dort bringen”, sagte er. „Glaubst du, dass du den Wagen bis ganz nach oben ziehen kannst?”<br />
„Klar kann ich das”, antwortete Danny schnell, denn er wusste nicht, dass auch Sokrates im Wagen sitzen würde. Schwer atmend erkämpfte er sich den Weg nach oben.<br />
„Können wir nicht mal Pause machen”, keuchte er, „das ist wirklich schwer!”<br />
„Manchmal ist das Leben ein steiler Weg nach oben, so wie der Weg auf diesen Hügel hier”, stellte Sokrates fest. „Dann wieder scheint es leicht, so als ob man den ganzen Hügel hinabrollte.”<br />
„Ich wünschte, es ginge nur bergab”, schnaufte Danny.<br />
„Runterrollen ist leichter”, antwortete Sokrates, „doch was macht dich stärker?”<br />
Danny lächelte. „Ich verstehe”, sagt er und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Als sie oben angekommen waren, lieferten sie die Pflanze ab und setzten sich dann beide in den Wagen, der knapp vor der Abfahrt stand.<br />
„Ich will dir noch etwas über das Leben sagen, Danny,” fügte Sokrates hinzu, „wenn du nicht nach oben kletterst, wirst du nie das Runterrollen genießen können.” Und damit gab Sokrates dem Wagen einen Stoß, und sie flogen den Hügel hinab.<br />
Täglich zog Danny Sokrates nun den Hügel hinauf, wenn sie Besorgungen zu machen hatten. Dannys Muskeln schmerzten an Stellen, wo er Muskeln nie vermutet hätte, doch er fühlte sich stärker als je zuvor.<br />
Einmal schaute eine Frau aus ihrem Vorgarten zu, wie Danny Sokrates den Hügel hinaufzog, und schimpfte:<br />
„Sie fauler alter Mann, schämen sollten Sie sich!”<br />
Danny lachte so sehr, dass er fast den Wagen losgelassen hätte.<br />
Am nächsten Tag spürte Danny in Sokrates’ Garten seine neue Kraft und schlug mit der Faust gegen die Handfläche.<br />
„Carl soll es nur wagen, mich herumzustoßen!” rief er siegessicher. „Es wird ihm leidtun!”<br />
Sokrates hielt inne, als er das hörte, und runzelte die Stirn.<br />
„Ich geh dir fünf Dollar, wenn du mich umwerfen kannst”, forderte er ihn heraus.<br />
„Wirklich?” fragte Danny ungläubig.<br />
„Wirklich!” antwortete Sokrates.<br />
„Also dann”, brüllte Danny, „du wolltest es nicht anders”, stürzte sich auf Sokrates — und fand sich einen Augenblick später auf der Wiese wieder.<br />
„Wie hast du das gemacht?” fragte er verdutzt.<br />
Sokrates sah ihn diesmal lange an, bevor er antwortete: „Du wirst es verstehen, wenn du es selbst kannst.”<br />
Sokrates stellte sich vor Danny und sagte: „Schubs mich jetzt noch mal!”<br />
Danny stürzte sich wieder auf ihn, doch im letzten Augenblick ging Sokrates zur Seite, nahm Dannys Arm und warf ihn mit einem sanften Zug ins Gras.<br />
Sokrates reichte Danny die Hand und half ihm auf die Beine. „Du wirst stärker”, sagte er, „aber es wird immer jemanden geben, der noch stärker ist als du. Ich habe dir gesagt, dass Weglaufen keine Antwort ist. Kämpfen ist auch keine. Wenn du jemandem weh tust, dann wirst du der Schläger. Der wahre Krieger ist ein friedlicher Krieger.”<br />
„Aber&#8230; wenn mich jemand angreift?”<br />
„Niemand hat das Recht, dir weh zu tun, Danny”, antwortete Sokrates. „Du hast das Recht, dich zu verteidigen.”<br />
„Aber — wie kann ich mich verteidigen, ohne dem anderen weh zu tun?” fragte Danny ratlos.<br />
Sokrates deutete auf einen kleinen Baum, der sich im Winde bog. „Dieser Baum kennt das Geheimnis des Kriegers”, sagte er. „Wenn er Widerstand leisten würde, könnte er brechen. Also beugt er sich mit der Kraft. Stell dich nie gegen die Kraft eines anderen, Danny, verwende sie. Wenn sie zieht, dann drücke. Wenn sie drückt, dann ziehe. Und denk daran, wenn ein Schnellzug auf dich zurast, dann geh aus dem Weg! Was immer auch geschehen mag, wenn du dich so verhältst, wird dein Leben einfacher werden.”<br />
„Gut”, erwiderte Danny. „Versuch jetzt, mich umzuwerfen.”<br />
Die nächsten Wochen übte Danny, aus dem Weg zu gehen. Es war nicht so leicht, wie es aussah, doch er lernte, dass Üben wichtig ist. Eines Tages schaffte er es, und Sokrates lag auf dem Rasen. Danny reichte ihm die Hand.<br />
Sokrates lächelte. „Ich glaube, Danny, du hast verstanden”, sagte er. Danny umarmte ihn und rannte in Windeseile nach Hause.<br />
Als Danny und Joy am nächsten Tag von der Schule nach Hause gingen, sahen sie Carl, der im Schatten eines Baumes auf sie wartete. Danny blieb einen Augenblick stehen und holte tief Atem. Dann blickte er nach vorn und ging weiter.<br />
Carl stellte sich ihnen in den Weg. „Diesmal wirst du dich nicht hinter einem kleinen Mädchen verstecken”, drohte er Danny.<br />
Dannys Herz klopfte bis zum Halse, doch er ging einfach weiter. „Lauf nicht weg und kämpfe nicht,” erinnerte er sich.<br />
Carl zögerte, verwirrt von Dannys Selbstvertrauen. Dann brüllte er: „Bleib sofort stehn!” und griff nach Dannys Arm.<br />
Kurz bevor Carl ihn packte, trat Danny einen Schritt beiseite und gab dem Älteren einen kleinen Schubs gegen den Arm. Carl verlor das Gleichgewicht, strauchelte und stürzte. Wütend sprang er auf und stürzte sich erneut auf Danny.<br />
Doch Danny trat einen Schritt beiseite, und Carl stürzte wieder. Diesmal stand er nicht mehr auf. Er saß einfach da und starrte zu Boden.<br />
In diesem Augenblick wusste Danny, dass Carl ihn nie wieder belästigen würde. Dann erkannte er etwas viel Wichtigeres: Carl war nie wirklich sein Feind gewesen; die Angst war es! Er hatte der Angst ins Gesicht geblickt und sie überwunden. Sein Kampf war vorüber.<br />
Danny drehte sich um, ging zu dem älteren Jungen und bot ihm seine Hand, doch Carl drehte beschämt den Kopf weg. Er stand auf und ging, traurig und besiegt.<br />
Am nächsten Tag war es in der Pause sehr heiß. Danny hatte sich in die Schlange eingereiht, um Limonade zu kaufen. Plötzlich sah er Carl abseitsstehen und begehrlich nach den kalten Getränken schielen.<br />
„Er hat bestimmt kein Geld”, überlegte sich Danny. Als er an der Reihe war, legte er einen Dollar auf die Theke und sagte: „Eine Limonade für mich und eine für meinen Freund”; dabei nickte er Carl zu.<br />
Viel ging in dem Älteren vor, man konnte es seinem Gesicht ansehen. Er zögerte zuerst, streckte aber dann die Hand aus, um den Saft zu nehmen. Er versuchte, irgendwas zu sagen, fand aber nicht die richtigen Worte. So nickte er einfach und ging weg. Zum ersten Mal wurde Danny klar, wie einsam er sein musste.<br />
Ein paar Tage später beobachtete Danny, wie Carl nach der Schule wie gewöhnlich allein versuchte, den Ball in den Korb zu werfen. Danny holte tief Luft, ging auf ihn zu und sagte: „Du wirfst wirklich gut. Ich habe das noch nie so gut hingekriegt.”<br />
Carl hielt inne. Er sah Danny an, doch seine Aufmerksamkeit ging nach innen, so als ob er etwas Wichtiges entscheiden würde. Dann sagte er, und es fiel ihm sichtlich schwer: „Dieser Wurf ist nicht wirklich schwierig, er braucht nur ein bisschen Übung. Komm, ich zeig’s dir.”<br />
Joy kam auf dem Heimweg an ihnen vorbei und sah sie spielen. Sie beobachtete das Ganze eine Weile lang aus der Entfernung und trat dann näher. „Darf ich mitspielen?” fragte sie die beiden.<br />
Carl hörte auf zu spielen. Er starrte sie an und sagte nichts. Dann wurde sein Gesicht weicher, und er lächelte. „Natürlich”, sagte er und warf ihr den Ball zu, „jeder Freund von Danny Morgan ist mein Freund.”</p>
<p style="text-align:justify;">In dieser Nacht führte der Traum Dany wieder in eine dunkle Höhle. Sokrates war diesmal nicht dabei, nur die Schattengestalt, die den Weg versperrte. Doch diesmal war sie gar nicht so groß, und diesmal kannte Danny das Geheimnis:<br />
Er rannte nicht davon. Er kämpfte nicht. Er trat dem Schatten mit weit geöffneten Armen gegenüber und ging auf das Licht am Ende des Tunnels zu. Als er durch die dunkle Angstgestalt hindurchschritt, wurde sie durchscheinend, glitzerte einen Augenblick und verschwand, denn keine Angst kann dem Mut und der Liebe eines friedlichen Kriegers standhalten.<br />
An diesem Morgen wachte Danny Morgan auf und lächelte. Die Vorhänge seines Kinderzimmers bauschten sich in der frischen Morgenbrise. Draußen schwang sich ein Spatz in die Lüfte, und durch das Fenster schien das Licht eines neuen Tages.</p>
<p style="text-align:right;">Dan Millman: <em>Das Geheimnis des friedlichen Kriegers.</em><br />
Seeon: Ch Falk-Verlag, 1991</p>
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		<title>Das kleine Weihnachtsfest</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 20:32:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Das kleine Weihnachtsfest Agnes S. Turnbull Margaret Greaves winkte noch einmal, und zum letztenmal, von der obersten Stufe der Haustreppe, als Henrys Taxi über die vereiste Straße davonschlich. Dann schloß sie mit einem Kälteschauer die Tür und ging niedergeschlagen ins &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2012/01/04/das-kleine-weihnachtsfest/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2226&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Das kleine Weihnachtsfest</strong></p>
<p style="text-align:center;">Agnes S. Turnbull</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret Greaves winkte noch einmal, und zum letztenmal, von der obersten Stufe der Haustreppe, als Henrys Taxi über die vereiste Straße davonschlich. Dann schloß sie mit einem Kälteschauer die Tür und ging niedergeschlagen ins Wohnzimmer zurück.</p>
<p style="text-align:justify;">Wieder einmal war ein Weihnachtsfest mit seinen sogenannten »festlichen« Tagen vorbei. Und nie vorher hatte sie sich so müde an Körper und Geist, so im Innersten enttäuscht gefühlt.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie stets hatte sie auch diesmal den großen Tagen mit einer beinahe kindlichen Spannung entgegengeblickt. Hank würde von der Universität, Penny von ihrem College heimkommen und Cecily und ihr Mann Bill aus der Stadt ins Elternhaus.</p>
<p style="text-align:justify;">Die ganze Familie wieder vereinigt, alle durchströmt von dem köstlichen Glücksgefühl, wie an den Weihnachtsfesten der letzten Jahre&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">Aber dieses Gefühl hatte versagt; wie schon oft in letzter Zeit. Nur war diesmal alles schlimmer als sonst gewesen.</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret ließ sich erschöpft auf die Couch sinken und blickte sich um. Der Raum schien ihr freudlos und unordentlich; er bot das Bild eines Hauses am Ende der festlichen Tage.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn es nur das wäre, dachte sie. Ein Tag aufräumen, und alles würde wieder seine Ordnung haben – so einfach wäre das. Aber das Übel saß viel tiefer. Und trotzdem wußte sie, daß die Arbeit der Enttäuschung und Trauer unmittelbar entgegenwirken würde. Pennys Zimmer im oberen Stock sah nach ihrer gestrigen Abreise aus, als sei ein Tornado darüber hinweggefegt, und dasjenige Hanks, der schon vor zwei Tagen zurückgefahren war, sah auch nicht viel besser aus. So würde ihr also Henrys Geschäftsreise wenigstens Gelegenheit geben, gründlich aufzuräumen.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie sah die vergilbte Stechpalme an, die Mistelzweige und den kleinen Christbaum. Diese würde sie zuerst wegräumen, und es war ja auch der richtige Tag dafür. Dreikönige, das »kleine Weihnachtsfest«, wie es von der alten Kinderfrau Anja im Sprachgebrauch ihrer fernen Heimat immer genannt wurde.</p>
<p style="text-align:justify;">Plötzlich stieg Margaret eine sanfte, ungewohnte Röte in die Wangen. Da saß sie nun in Gedanken versunken und sprach laut vor sich hin.</p>
<p style="text-align:justify;">»Kleines Weihnachtsfest«, sagte sie wieder und wieder. »Kleines Weihnachtsfest, jetzt, heute, und meins, wenn ich will!«</p>
<p style="text-align:justify;">Und sie wußte, daß sie das wollte. Mehr als nach allem andern in der Welt sehnte sie sich nach einer zweiten Chance in diesem Jahr, Weihnachten zu feiern. Wie ein aufgeregtes Schulmädchen fing sie an, Pläne zu machen. Zuallererst wollte sie das Wohnzimmer aufräumen und säubern. Sie würde (und mit welchem Gefühl der Erleichterung) die welke Stechpalme wegwerfen und sie durch frisches Grün ersetzen; sie würde die albernen Einhörner und Goldkugeln forträumen, mit denen Cecily den Kaminsims dekoriert hatte. Sie wollte sogar die alte Krippe und die Figuren der Hirten und Weisen vom Speicher holen. Sie standen früher jede Weihnacht auf dem Kaminsims.</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret erinnerte sich daran, wie Cecily zum erstenmal über sie gemault hatte. Es war bei ihrem ersten Weihnachtsurlaub vom College gewesen.</p>
<p style="text-align:justify;">»Mutter, muß denn dieser alte Krempel »Mutter, muß denn dieser alte Krempel wirklich wieder auf den Kaminsims? Schrecklich altmodisch. Ich würde es gern mal mit etwas Neuem versuchen, etwas Überraschendem&#8230;«</p>
<p style="text-align:justify;">Wie gewöhnlich gaben sie Cecily nach, und das Resultat war weiß Gott überraschend. Im nächsten Jahr hatte sie gebeten, den Baum selber schmücken zu dürfen. »Ich hab’ eine großartige Idee, Mutter! Ich finde es schrecklich kindisch, immer das gleiche alte Zeug hinzuhängen. Laß es mich einmal versuchen, bitte!«</p>
<p style="text-align:justify;">Und natürlich war es ihr erlaubt worden. Sie konnten ihr einfach an jenem Weihnachten nichts abschlagen. Sie war als Klassenerste mit einem glänzenden Zeugnis und einer besonderen Anerkennung des Direktors heimgekommen. Sie hatte die Hauptrolle in der Schulauf fuhrung ihres Semesters gespielt und sogar in der Ausstellung des Colleges eines ihrer Bilder zeigen dürfen.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber so war Cecily – hinreißend hübsch und attraktiv. Ihr wacher Geist und ihr gutes Aussehen, zu denen noch ihre künstlerischen Begabungen kamen, stellten sie schon immer in den Mittelpunkt jeder Szene.</p>
<p style="text-align:justify;">Als der kleine Hank geboren wurde, wog die Tatsache, daß er ein Junge war, sein alltägliches Aussehen auf. Und als er größer wurde, wußte er sich mit handfester, männlicher Normalität zu behaupten.</p>
<p style="text-align:justify;">Penny, ihr drittes Kind, war das eigentliche Problem gewesen. Ihr Haar war dunkel und strähnig, ihre Augen mißtrauisch und grau, und ihre Gesichtszüge zu herb, um schön zu sein. In der Schule war sie unter dem Durchschnitt geblieben. Irgendwie fiel sie immer auf. Sie hatte keines der großen Colleges besuchen können, und besonders keines vom Range dessen, in dem Cecily war, aber schließlich konnte man sie doch in einem der unbedeutenderen unterbringen.</p>
<p style="text-align:justify;">Wieder kam es Margaret in den Sinn, wie Cecily zum erstenmal den Weihnachtsbaum geschmückt hatte. Bisher war es ihr nie ganz klargeworden, aber jetzt entsann sie sich, daß es ihr an jenem Weihnachten zum erstenmal auffiel, wie anders geartet Penny war.</p>
<p style="text-align:justify;">Henry war stark verärgert und sie selber bestürzt und verletzt.</p>
<p style="text-align:justify;">Jetzt fragte sie sich plötzlich, ob daran wirklich der Christbaum schuld gewesen war. Penny holte früher immer den Baumschmuck vom Speicher und bestand darauf, auf die Leiter steigen zu dürfen, um den Stern an der Spitze zu befestigen.</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret betrachtete den kleinen Baum auf dem Tisch, der mit geschickt ersonnenen Papierrosetten behängt war, hinter denen die winzigen Lampen rötlich schimmerten. Zugegeben, es war bestimmt künstlerisch und originell, aber weihnachtlich sah es nicht aus. Sie stand auf und ging fast erbittert zu dem Bäumchen, entfernte die Rosetten und warf sie in den Papierkorb. Sie nahm die Lämpchen ab, dann ergriff sie den Baum und warf ihn aus der Hintertür.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie war nun mitten in ihrer Arbeit und selber erstaunt, wie rasch sie ihr von der Hand ging. Sie stieg auf den Speicher und holte die Schachteln mit der Krippe und den Krippenfiguren. Dann stellte sie alles behutsam und liebevoll dahin, wo es immer gestanden hatte.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie trat zurück und musterte das Zimmer. Es war schön. Heute abend wollte sie Kerzen und ein Feuer im Kamin anzünden und alles das tun, was sie zu Weihnachten immer tun wollte. Dadurch würde sie vielleicht Kraft und Einsicht genug gewinnen, um morgen die Sorgen auf sich zu nehmen, die ihr Herz beschwerten.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie blickte in die Ecke, in der der große Baum sonst immer gestanden hatte. Es war töricht von ihr, ihn jetzt wieder dort sehen zu wollen, aber sie tat es.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn sie ihn nur haben könnte, behängt mit dem alten Schmuck, und die Spielsachen darunter, welche die Kinder immer dahin stellten, dann wäre es so, als ob sie jene glücklichen Tage wieder herbeizaubern könnte, als Weihnachten noch eine ungetrübte Freude gewesen war.</p>
<p style="text-align:justify;">Da kam Margaret ein Einfall. Nebenan wohnten die Dyers’. Ihre Kinder waren klein, und ihr Baum war groß. Sie zögerte nicht lange, um sich nicht von Vernunfts- und Schicklichkeitsgründen von ihrem Plan abbringen zu lassen. Sie nahm einen Mantel um und ging hinüber. Die kleine Mrs. Dyers war gerade dabei, ihren Baum abzuschmücken.</p>
<p style="text-align:justify;">»Was wollen Sie denn mit dem Baum machen?« fragte Margaret, als die ersten Höflichkeiten getauscht waren.</p>
<p style="text-align:justify;">»Ja, das ist ein Problem, nicht wahr?« sagte Mrs. Dyers. »Ich denke, ich werde ihn fürs erste einmal in den Hinterhofwerfen.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Würden Sie ihn mir vielleicht geben?« Margaret bemühte sich, die Frage ganz unbefangen zu stellen. »Sehen Sie, ich bin auf eine dumme Idee gekommen. Ich möchte ein kleines Experiment mit Baumschmuck machen, für das nächste Fest, und unser Baum ist zu klein dafür.«</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret hoffte, es habe nicht allzu phantastisch geklungen. Mrs. Dyers stimmte erleichtert zu.</p>
<p style="text-align:justify;">Beim Heimgehen dachte Margaret an ihre junge Nachbarin. Sie hoffte, Hank würde eines Tages solch ein Mädchen heiraten, so lebhaft, heiter und modern, und doch eine so gute Mutter und Hausfrau. Würde Hank vernünftig wählen? Würde er warten, bis er wirklich wußte, was er sich wünschte?</p>
<p style="text-align:justify;">Dieses Mädchen, das er während der Feiertage oft ausgeführt hatte, war so schnippisch, so selbstbewußt, so überfeinert, mit kühl berechnenden Augen und einem Lachen, in dem ein spröder Ton schwang.</p>
<p style="text-align:justify;">Hank war bisher noch mit keinem Mädchen gegangen. Er hatte sich eigentlich immer nur für Sport interessiert. Was würde sein, wenn er von diesem Mädchen wirklich geblendet wäre? Margaret fühlte instinktiv, daß es ein Unglück für ihn sein könnte.</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret erflehte für ihre Kinder stets das Glück und die dauernde Zufriedenheit in der Liebe, die sie selber mit Henry verband. Und als sie an Cecily dachte, hatte sie das Gefühl, ihr Herz kehre sich um, denn hier lag der bitterste Schmerz.</p>
<p style="text-align:justify;">Kaum war sie zu Hause, als der ältere Dyersbub mit dem Baum erschien. Jetzt beeilte sie sich nicht mehr mit ihrer Arbeit. Während sie den Baum schmückte, hielt sie oft inne und betrachtete den alten Tand in ihrer Hand. Die Früchte zum Beispiel, den roten Apfel, den goldenen Pfirsich, die grellgrüne Birne. Die Kinder hatten sie ganz besonders gern gehabt. Und dann kamen die kleine silberne Trompete, die rosa Wachsrose, der blaue Vogel und der Engel. Und jedes dieser Dinge redete seine eigene Sprache, erzählte seine eigene Geschichte.</p>
<p style="text-align:justify;">Schließlich blieb nichts mehr als der Stern, der auf die Spitze gehörte. Sie dachte an Penny, die immer gebettelt hatte, den Stern befestigen zu dürfen.</p>
<p style="text-align:justify;">Penny, ihre fremde, unbegreifliche Tochter, die schon im ersten Semester in zwei Fächern durchgefallen war.</p>
<p style="text-align:justify;">Es schien ihr gar nichts auszumachen, und als sie heimkam, war es notwendig, sie ernstlich ins Gebet zu nehmen. Sie erwähnte nur nebenbei, daß sie einen Schwimmrekord gebrochen hatte. Das brachte bei Henry das Faß zum Überlaufen.</p>
<p style="text-align:justify;">»Ein Schwimmrekord!« Er hatte es beinahe gebrüllt. »Glaubst du, wir zahlen jährlich fünfzehnhundert Dollar, damit du schwimmen gehst? Jetzt ist aber Schluß mit dem Blödsinn, und du setzt dich über deine Arbeiten!«</p>
<p style="text-align:justify;">Penny hatte nichts darauf erwidert und war in ihr Zimmer gegangen. Was nun, wenn sie wirklich aus dem College fliegen sollte! Was konnten sie dann mit Penny anfangen?</p>
<p style="text-align:justify;">Und dabei war sie doch in andern Dingen so zuverlässig! Cecily vergaß häufig etwas, und immer war es Penny, die schweigend und unauffällig zur Stelle war, wenn sie gebraucht wurde.</p>
<p style="text-align:justify;">Es war auch Pennys Weihnachtsgeschenk gewesen, das ihre Mutter am meisten gefreut hatte: eine kleine Flasche Parfüm der teuren Marke, das Margaret liebte. Das mußte ein großes Loch in Pennys Taschengeld gerissen haben. Das Fläschchen war sauber eingepackt, und eine kleine Karte hing daran: »Frohe Weihnachten für Mom von Penny.«</p>
<p style="text-align:justify;">Cecilys Geschenk war eine phantastisch grüne Handtasche gewesen, die zu keinem ihrer Kleider paßte, und auf der Karte stand: »Ein Meer von Liebe der großartigsten Mutter der Welt.«</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret seufzte. Sie wußte schon seit einigenTagen über Cecily und Bill Bescheid. Sie hatten es ihr gestanden, was da drohte, jeder auf seine Art.</p>
<p style="text-align:justify;">»Mutter, ich kann’s kaum fassen! Es ist einfach großartig!« So hatte Cecily begonnen, als sie am Vorabend des Festes ein paar Minuten ungestört waren.</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret kannte die Art von Einleitung. Sie bedeutete, daß Cecily wieder einmal irgendeinen neuen Erfolg hatte.</p>
<p style="text-align:justify;">»Man hat mir die Stellung als Mitherausgeberin des Magazins angeboten.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Cecily! Aber das ist ja wunderbar! Liebling, ich bin so stolz auf dich!«</p>
<p style="text-align:justify;">»Was gibt es denn?« hatte Penny gefragt, die gerade ins Zimmer kam.</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret wiederholte die große Neuigkeit, und Penny nahm sie ohne Kommentar auf und ging.</p>
<p style="text-align:justify;">Cecily fuhr fort: »Ich kann’s niemand sagen, wie sehr ich mir diese Stellung gewünscht habe! Wie glücklich ich mich darin fühlen werde! Und ich weiß, was ich aus ihr machen kann, nur&#8230;«</p>
<p style="text-align:justify;">»Nur, was?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Bill bockt deswegen.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Was soll das heißen?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Nun, wir hatten uns doch vorgenommen, daß ich mir im neuen Jahr Zeit nehmen würde, ein Baby zu bekommen. Mit der neuen Stellung kann ich das nicht. Ich meine, Bill sollte doch vernünftig sein. Wir haben ja noch so viel Zeit.« Cecilys reizendes Gesicht war plötzlich hart geworden. Ein fremder Klang war in ihrer Stimme, als sie fortfuhr: »Ich könnte dir sogar sagen, daß diese Sache zwischen uns ernst ist. Er hat mir ja beinahe ein Ultimatum gestellt, und das lasse ich mir von niemandem gefallen.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Aber Liebling, darüber solltest du dich doch mit ihm verständigen können&#8230; Ein Kompromiß&#8230;«</p>
<p style="text-align:justify;">Jetzt merkte sie erst mit Beschämung, daß sie Cecily in dieser höchsten Ehre einen Strich hatte durch die Rechnung machen wollen.</p>
<p style="text-align:justify;">Cecily hatte sich abgewandt. »Vielleicht wirst du mit ihm fertig«, sagte sie, und plötzlich klang ihre Stimme tonlos und müde.</p>
<p style="text-align:justify;">»Auf dich hört er ja immer.«</p>
<p style="text-align:justify;">Bill war an diesem Abend in ihr Zimmer gekommen, wo Margaret fieberhaft die letzten Päckchen einwickelte. Sie hatte solch einen hektischen Tag gehabt, und nun mußte sie vor dem Schlafengehen auch noch den Truthahn füllen. Sie mochte Bill gern, und da er keine Mutter besaß, hatte er sie ins Herz geschlossen.</p>
<p style="text-align:justify;">»Wir haben Ärger miteinander, Mom, Cecily und ich. Es ist schlimm.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Sie hat’s mir schon gesagt, Bill. Du darfst eure Ehe nicht zerstören lassen. Du mußt versuchen, auch die andere Seite zu verstehen.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich brauche dir nicht zu sagen, wie sehr ich Cecily liebe. Das weißt du doch. Aber jetzt hat sie sich zu dem entschieden, was sie will.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Lieber Bill, sie ist ja noch so jung. Sie hat später noch Zeit genug.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Jede andere, aber Cecily nicht. Ich kenne sie wahrscheinlich besser als du. In ein paar Jahren wird ihr dieses Magazin schrecklich viel Arbeit machen. Sie wird keine Zeit mehr haben, Kinder zu bekommen und ihnen ein Heim zu bieten. Und ich bin ganz sicher«, setzte er zögernd hinzu, »daß sie kaum mehr Raum für mich haben wird, wenn sie weitermacht.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Sag das nicht, Bill.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich sehe nur den Tatsachen ins Gesicht. Aber eines mußt du mir glauben, Mom, ich habe auch Cecilys Glück im Auge, nicht nur mein eigenes. Ich habe genug einsame, berufstätige Frauen von fünfundvierzig gesehen.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich auch.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Deswegen kämpfe ich mit allen Kräften um uns beide.«</p>
<p style="text-align:justify;">Unter Tränen hatte sie ihn geküßt. »Ich wünsche euch beiden alles Glück Aber tut euer Bestes, um einander zu verstehen. Cecily werde ich das noch selber sagen. Und laßt es mich wissen, wenn ihr mit dieser Geschichte ins reine gekommen seid.«</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret versuchte, ihrer Besorgnis Herr zu werden. Sie hatte inzwischen von den beiden kein Wort mehr darüber gehört. Sie wußte nicht, ob das ein gutes oder schlimmes Zeichen war. Hastig verzehrte sie ihr einsames Abendessen, dann entfachte sie das Feuer im Kamin, zündete die Kerzen an und knipste die Lämpchen am Baum an. Dann setzte sie sich hin und überließ sich einer Anwandlung von Frieden.</p>
<p style="text-align:justify;">Dieser Abend gehörte ganz ihr, und in ihm konnte sie sich mit dem abfinden, was sie entbehrt hatte, und sich für das Kommende rüsten. Plötzlich kam ihr in den Sinn, daß dasjenige ihrer Kinder, das sich jetzt mit ihr freuen würde, Penny war. Sie würde nicht viel Worte machen, aber sie würde sich freuen.</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich habe einen Schwimmrekord gebrochen&#8230;« Dieser Satz schoß ihr durch den Kopf. Penny hatte ihn ganz nebenbei fallenlassen, als ihre Leistungen zur Sprache gekommen waren. Und außer Henrys Aufbrausen hatten sie diese Neuigkeit vor lauter Sorgen um Pennys Studium ohne Kommentar hingenommen. Sie hatte einen Rekord gebrochen. Was für einen Rekord? Sie hatten nicht einmal danach gefragt.</p>
<p style="text-align:justify;">Plötzlich setzte Margaret sich sehr aufrecht hin. Das mußte für Penny doch viel bedeutet haben! Sie hatte ihren Triumph auf ihre Art vor ihnen ausgebreitet, und sie ignorierten ihn.</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret begriff plötzlich; es war der erste Triumph, den Penny bisher erlebt hatte. Sie war schon immer gern schwimmen gegangen, aber niemand hatte sich viel darum gekümmert. Und nun dieser Rekord!</p>
<p style="text-align:justify;">In einer plötzlichen Eingebung stand Margaret auf und rief Penny mit einem Ferngespräch an.</p>
<p style="text-align:justify;">»Hallo, Liebling!« Margaret wußte, daß ihre Stimme nervös klang.</p>
<p style="text-align:justify;">»Hallo, Mom! Irgendwas los?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Aber nein. Penny, ich möchte nur etwas über den Schwimmrekord erfahren, den du gebrochen hast.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Was möchtest du?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Erzähl mir alles darüber.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ach, da gibt’s nicht viel zu erzählen.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Penny, bitte! Was für ein Rekord ist das gewesen?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Nun«, sie hörte den freudigen Ton, der in Pennys Stimme gekommen war, »weißt du, im College finden doch keine Wettkämpfe statt. Wir haben einfach unsere eigene Mannschaft. Aber natürlich verfolgen wir alle Rekorde. Und gerade vor Weihnachten hab’ ich den Hundert-Meter-Rekord der amerikanischen Frauenliga im Freistilschwimmen gebrochen &#8230;« Penny gab sich Mühe, das ganz gleichgültig zu sagen, aber ihre Mutter spürte, wie erregt sie war.</p>
<p style="text-align:justify;">»Penny, aber das ist ja einfach großartig! Waren sie nicht ganz außer Rand und Band drüben in deiner Schule?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ach, ein bißchen Aufhebens haben sie schon davon gemacht.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Liebling, ich bin so stolz auf dich, daß ich ganz durcheinander bin.«</p>
<p style="text-align:justify;">Langes Schweigen am anderen Ende der Leitung. Margaret fuhr fort: »Ich wollte, du wärst heute abend hier. Weißt du, ich bin ganz allein, und so feiere ich das, was Anja das kleine Weihnachtsfest genannt hat. Erinnerst du dich? Ich habe alles so hergerichtet wie früher, als ihr noch Kinder gewesen seid, die Krippe und die Figuren auf dem Kamin, und ich habe mir Dyers’ Baum ausgeliehen und den alten Schmuck daran gehängt.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Mom, das hast du getan?« Es klang beinahe ungläubig.</p>
<p style="text-align:justify;">»Ja. Klingt ein bißchen verrückt, nicht wahr?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ist der blaue Vogel dran&#8230; und die Rose?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ja.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Und die Früchte auch?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Alles.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Der Pfirsich hat mir gehört. Ich hab’ immer Angst gehabt, Cecily wollte ihn haben, aber die hat den Apfel gewählt. Die Birne hat Hank gehört. Du&#8230; du hast die Spielsachen wohl nicht vom Speicher geholt?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Doch, das habe ich. Die Puppe und den Teddybären und den Hund. Sie haben doch immer dazugehört. Aber dieses Jahr hat alles nicht so recht gestimmt. Ich frage mich, ob du weißt, daß Cecily und Bill…«</p>
<p style="text-align:justify;">»Cecily ist eine verdammte Idiotin. Wenn ich so einen netten Mann hätte wie Bill, möchte ich Kinder von ihm.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich bin sicher, daß du das möchtest, Liebling. Ich wollte, Cecily hätte ein bißchen mehr von dir.«</p>
<p style="text-align:justify;">Wieder ein atemloses Schweigen, und dann kam eine seltsam heisere Stimme. »Möchtest&#8230; möchtest du das noch mal sagen?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich habe gesagt«, wiederholte Margaret laut und deutlich, »ich wollte, Cecily hätte ein bißchen mehr von dir.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Mom&#8230;«</p>
<p style="text-align:justify;">Ja, Liebling.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich bin schrecklich froh, daß du angerufen hast.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich auch.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Willst du Hank auch anrufen?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Daran hab’ ich noch nicht gedacht.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich glaube, Hank würde das von dem Baum gern hören. Und Mom, sag Daddy, daß ich jetzt feste arbeiten will. Es wird mir nun viel leichter fallen. Ich&#8230; ich fühle mich jetzt ganz anders. So&#8230; so glücklich!«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich werd’ es ihm sagen, Penny. Alles Liebe! Und gute Nacht!«</p>
<p style="text-align:justify;">Mit feuchten Augen saß Margaret am Schreibtisch. So viel schien sich jetzt geklärt zu haben. Sie meldete ein Gespräch mit Hank an. Sie zweifelte, ob ihn das alles stark interessieren würde, aber es würde ihr guttun, seine Stimme zu hören. Als sie ihm fast entschuldigend sagte, was sie getan hatte, lachte Hank nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">»Hast du die Trompete an den Baum gehängt?« fragte er.</p>
<p style="text-align:justify;">»Natürlich.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Auch die Birne?«</p>
<p style="text-align:justify;">Ja.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Bei Gott, ich erinnere mich, daß ich sie immer am liebsten gehabt habe. Wegen der Trompete hat es einen Kampf mit Cecily gegeben, aber ich bin Sieger geblieben.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich habe auch die alten Spielsachen heruntergeholt. Du weißt doch, eure Lieblinge, die immer Weihnachten mit euch feiern sollten.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Hast du? Na, bist du nicht erstaunlich sentimental, Mom? Ich weiß noch, wie Penny sie immer heimlich heruntergeholt und hinter dem Baum versteckt hat, als wir schon zu groß für sie geworden waren. Penny ist ein gutes Mädchen.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ja, das ist sie gewiß«, stimmte Margaret zu, und es steckte ihr etwas in der Kehle. Sie erzählte ihm auch von Pennys Schwimmrekord. Hank war ganz aufgeregt.</p>
<p style="text-align:justify;">»Nein! Im Ernst? Sie hat den Hundert-Meter-Freistil-Rekord gebrochen? Das ist wirklich allerhand, Mom! Und sie hat kein Wort davon gesagt.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Schreib und gratuliere ihr, Hank.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Darauf kannst du dich verlassen. Nein, das ist doch wirklich enorm! Aber weißt du, Penny setzt sich immer so leidenschaftlich für alles ein. Na, und was machst du heute abend, Mom, so ganz allein?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ach, alles, wozu ich beim richtigen Weihnachten keine Zeit gehabt habe. Ich liebe die altmodischen Bräuche ebenso« – sie zögerte ein wenig – »wie einige altmodische Qualitäten bei Mädchen.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Jaa&#8230; vermutlich ist das auch bei mir der Fall, wenn ich ehrlich sein soll.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Auf die Dauer steht man sich besser mit ihnen, Hank.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Daß du wieder davon anfangen mußt!« In seiner Stimme war eine leichte Schärfe.</p>
<p style="text-align:justify;">(Er ist dabei, hinter das Mädchen zu kommen, dachte Margaret. Und dann wird er bald sicher vor ihr sein.)</p>
<p style="text-align:justify;">»Mom, ich möchte mir das Zimmer wieder mal so vorstellen können, wie es in unserer Jugend ausgesehen hat. Laß es uns doch nächstes Jahr so machen.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Das werden wir. Und nun alles Gute, Lieber. Leb wohl!«</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret ging langsam zur Couch zurück und setzte sich. Ihr war warm ums Herz geworden. Und jetzt zu ihrem Abend. Sie hatte sich ihre liebste Weihnachtslektüre ausgesucht. Die Bücher lagen neben ihr auf dem Tisch. Sie reichten von der »Nacht vor dem Fest« bis zum Lukas-Evangelium. Sie lächelte, als sie über die Bücher strich. Wie verschieden sie auch sein mochten, sie liebte sie alle, und sie wollte in ihnen lesen. Und ein paar Weihnachtslieder wollte sie auch noch spielen.</p>
<p style="text-align:justify;">»Du mit deinen ewigen Weihnachtsliedern!« hatte Cecily manchmal gesagt. »Werden sie dir allmählich nicht langweilig?«</p>
<p style="text-align:justify;">Sie versah den Kamin mit neuen Scheiten, setzte sich mit einem tiefen, zufriedenen Seufzer und begann zu lesen. Und in diesem Augenblick hörte sie draußen ein ungeduldiges Rappeln des Türklopfers und dann die Haustür aufgehen. Sie wußte sofort, daß das Cecily und Bill waren.</p>
<p style="text-align:justify;">Cecily trat als erste ein. Sie sah blaß und angegriffen aus. Bill, der ihr auf dem Fuß folgte, wirkte, als habe er eine Woche lang nicht geschlafen. Margaret wußte, daß sie gekommen waren, um es ihr zu sagen. Jetzt, heute, an diesem Abend!</p>
<p style="text-align:justify;">Aber beide sahen sich nur erstaunt im Zimmer um.</p>
<p style="text-align:justify;">»Was in aller Welt&#8230;! « rief Cecily.</p>
<p style="text-align:justify;">»Es ist die zwölfte Nacht«, sagte Margaret. »Das kleine Weihnachtsfest. Dieses Jahr hat mich unser Weihnachten enttäuscht, und deswegen feiere ich es noch einmal. Und das werde ich tun, auch wenn ihr dabei seid.«</p>
<p style="text-align:justify;">Bill stand am Kamin und betrachtete die Krippe und die Krippenfiguren. Cecily war zum Baum gegangen. Ihre Mutter konnte ihr Gesicht nicht sehen, aber sie sah, wie sie den Baumschmuck berührte.</p>
<p style="text-align:justify;">»Wo ist der Apfel?« fragte sie.</p>
<p style="text-align:justify;">»Dort, ein bißchen höher rechts.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Der und der Engel haben immer mir gehört.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Was war das?« fragte Bill.</p>
<p style="text-align:justify;">»Nichts«, sagte Cecily.</p>
<p style="text-align:justify;">Und dann stieß sie einen kurzen Ruf der Überraschung aus.</p>
<p style="text-align:justify;">»Himmel, sogar die alten Spielsachen hast du heruntergeholt!«</p>
<p style="text-align:justify;">Bill war zu ihr getreten. Er spähte in den Schatten unter der Tanne. Cecily nahm die Puppe auf, aber sie setzte sie plötzlich wieder hin und wandte sich ab, als schäme sie sich einer Dummheit.</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret sagte sehr bestimmt: »Ich werde jetzt ein paar Weihnachtslieder singen und spielen und dann die Lieblingsstellen aus meiner Weihnachtslektüre lesen. Ich muß euch warnen.«</p>
<p style="text-align:justify;">Bill ging zum Sessel vor dem Kamin und ließ sich hineinsinken. Im Schein der Tischlampe sah sein Gesicht mager und verhärmt aus. Cecily warf ihm einen kurzen Blick zu, dann setzte sie sich auf die Couch. Ihr schönes Profil sah immer noch kalt und angegriffen aus.</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich denke, das werden wir wohl noch aushalten können«, sagte sie.</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret spielte und sang ohne Noten. Es kostete sie große Anstrengung, sich der vertrauten Worte zu erinnern und sich nicht von dem Kummer ablenken zu lassen, den sie in Cecilys und Bills Gesichtern wahrnahm.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie ging von einem der lieben, alten Lieder zum nächsten über und war schließlich bei »Stille Nacht« angekommen. Als sie sang, brach ihr fast das Herz vor Verlangen nach ihren Kindern, die mit ihr in diesem Zimmer saßen und doch so weit fort waren.</p>
<p style="text-align:justify;">Bill saß jetzt vorgebeugt, den Kopf in den Händen. Cecily verhielt sich still und blickte in den Baum. Einmal fing ihre Mutter einen Blick auf, den sie Bill zuwarf, um dann schnell wieder fortzusehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret stand auf und ging wieder zu ihrem Platz. Sie versuchte unbefangen zu sprechen.</p>
<p style="text-align:justify;">»Jetzt«, sagte sie, »werde ich meine alten Lieblingsstellen lesen. Ihr könnt immer noch ausreißen, wenn ihr wollt.«</p>
<p style="text-align:justify;">Keiner der beiden gab eine Antwort, und so begann sie zu lesen. Sie las den »Abend vor der Heiligen Nacht«. Als sie geendet hatte, blickte sie versonnen auf die lodernden Scheite.</p>
<p style="text-align:justify;">»Als die Kinder noch klein waren, Bill, haben wir ihnen immer erlaubt, am Nachmittag vor dem Heiligen Abend beim Baumschmücken zu helfen. Und nach dem frühen Abendessen haben sie sich auf den Teppich vor dem Kamin gehockt, während ich ihnen vorlas. Erinnerst du dich, Cecily?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Natürlich«, gab sie in einem seltsamen Ton zur Antwort.</p>
<p style="text-align:justify;">»Auch als sie älter geworden sind, haben wir unser weihnachtliches Ritual noch immer geliebt, nur haben wir dann ein Stückchen des »Weihnachtsliedes« in Prosa dazugenommen.«</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret schlug den alten, zerlesenen Band Dickens auf und las. Sie las langsam und gedämpft. Dazwischen sah sie einmal auf und bemerkte, daß der verhärmte junge Mann und die junge Frau mit dem versteinerten Gesicht einander ansahen. Bills Blicke waren schmerzlich und flehend, und die seiner Frau&#8230; aber sie konnte Cecilys Augen nicht sehen.</p>
<p style="text-align:justify;">»Erinnerst du dich auch, Cecily, wie ihr Kinder immer Angst um den kleinen Tiny Tim gehabt habt, obwohl ihr wußtet, daß er gar nicht zu sterben brauchte?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich erinnere mich«, sagte Cecily.</p>
<p style="text-align:justify;">Margarets Kehle war nun wie zugeschnürt. »Und jetzt«, sagte sie, »werde ich die schönste Geschichte von allen lesen.«</p>
<p style="text-align:justify;">Sie griff zu der kleinen Bibel und las die Weihnachtserzählung des Lukas-Evangeliums, und etwas vom Frieden dieser Worte schien aus den Seiten aufzusteigen und im Raum zu schweben.</p>
<p style="text-align:justify;">»Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde&#8230;«</p>
<p style="text-align:justify;">Als Margaret weiterlas, fühlte sie, wie ihre eigene Bewegung sie überwältigte. Sie wußte auch, daß sie das Kapitel des Lukas-Evangeliums nie würde zu Ende lesen können.</p>
<p style="text-align:justify;">»&#8230;Und sie gebar ihren ersten Sohn und wik-kelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge&#8230;«</p>
<p style="text-align:justify;">Die Stimme versagte ihr. Sie schloß das Buch und legte es auf den Tisch zurück. Schweigen herrschte im Raum. Sie wagte nicht aufzublicken, als die Minuten verstrichen.</p>
<p style="text-align:justify;">Dann endlich spürte sie, daß Cecily aufgestanden und zu Bill hinübergegangen war. Da hob sie den Blick und sah sie dort stehen, die Wangen tränennaß und auf dem Gesicht das liebliche Wunder der Frau, die sie eines Tages werden würde.</p>
<p style="text-align:justify;">»Wir müssen gehen, Mutter. Bill ist so schrecklich müde. Er braucht ein bißchen Ruhe. Es ist wunderbar gewesen, heute abend hier zu sein. Und, Mutter, bewahre das Spielzeug gut auf. Du weißt nicht, was vor dem nächsten Jahr geschehen kann.«</p>
<p style="text-align:justify;">Als sie fort waren, kam Margaret in den tannenduftenden, feuererwärmten, kerzenerhellten Raum zurück, und ihr Herz schmolz in Freude hin. Mit der Hoffnung und Erleichterung war zugleich ein neues Wissen und Verstehen in ihr erwacht. In der Wiederkehr der Heiligen Nacht, in der die Weisen gekommen waren, um das Kind in der Krippe anzubeten, waren ihr die eigenen Kinder wiedergeschenkt worden, und sie waren von den Gefahren verschont, die sie immer bedroht hatten.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie früher waren sie jetzt vereint und geschützt im Kreis der Liebe.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn Henry bei ihr wäre, um sich mit ihr zu freuen, wäre der Kreis geschlossen.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie hob den Kopf und dachte nach. Sie konnte es nicht ertragen, ihn so von dem seltsamen und wundervollen Glück dieses Abends ausgeschlossen zu wissen. Sie konnte ihn nicht anrufen, weil es der Abend des großen Banketts war, aber sie konnte ihm ein Telegramm schicken.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein kleines Lächeln spielte auf ihren Lippen, als sie sich das vorstellte. Sie sah Henry vor sich, wie er spät ins Hotel zurückkam und ihr Telegramm vorfand. Zuerst würde er erschrecken, und dann, wenn er es gelesen hatte, verwundert sein. Schließlich würde er es mit dem ihr vertrauten, halb spöttischen, halb liebevollen Ausdruck seiner Augen in die Brusttasche stecken. Er würde denken: Was sie jetzt wohl hat?</p>
<p style="text-align:justify;">Margaret wiederholte sich den Text ihrer Botschaft dreimal, ehe sie ihn dem Fräulein vom Amt durchgab.</p>
<p style="text-align:justify;">»Frohes kleines Weihnachtsfest und all meine Liebe.«</p>
<p style="text-align:right;">Aus:<br />
<em>Ein Fisch hat keinen Heiligen Abend. 7 ungewöhnliche Weihnachtserzählungen.</em><br />
Wien: Zsolnay 1994</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/kindergeschichten.wordpress.com/2226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/kindergeschichten.wordpress.com/2226/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/kindergeschichten.wordpress.com/2226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/kindergeschichten.wordpress.com/2226/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/kindergeschichten.wordpress.com/2226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/kindergeschichten.wordpress.com/2226/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/kindergeschichten.wordpress.com/2226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/kindergeschichten.wordpress.com/2226/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/kindergeschichten.wordpress.com/2226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/kindergeschichten.wordpress.com/2226/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/kindergeschichten.wordpress.com/2226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/kindergeschichten.wordpress.com/2226/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/kindergeschichten.wordpress.com/2226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/kindergeschichten.wordpress.com/2226/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2226&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wann ist endlich Weihnachten? &#8211; Der kleine Bär und das Weihnachtsgeheimnis</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 00:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Advent]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Licht]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[Der kleine Bär und das Weihnachtsgeheimnis Am Abend liegt der kleine Bär in seinem warmen Bett und kann nicht einschlafen. „Wann ist denn endlich Weihnachten?”, fragt er Mutter Bär. „Du musst noch ein bisschen Geduld haben, mein kleiner Bär. Ich &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/12/05/wann-ist-endlich-weihnachten-der-kleine-bar-und-das-weihnachtsgeheimnis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2218&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><span style="color:#800000;"><strong>Der kleine Bär und das Weihnachtsgeheimnis</strong></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800000;">Am Abend liegt der kleine Bär in seinem warmen Bett und kann nicht einschlafen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800000;">„Wann ist denn endlich Weihnachten?”, fragt er Mutter Bär.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800000;">„Du musst noch ein bisschen Geduld haben, mein kleiner Bär. Ich werde dir jeden Abend eine Geschichte erzählen, und wenn ich dir 24 Geschichten erzählt habe, dann ist Weihnachten.”</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800000;">„Ist dann wirklich Weibnachten?”, fragt der kleine Bär.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800000;">Mutter Bär nickt. Sie krault dem kleinen Bären den Rücken.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#800000;">„Nun schlaf gut, kleiner Bär!”</span></p>
<p style="text-align:center;">* * *</p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#003300;"><em>Mutter Bär zündet eine Laterne an und stellt sie ans Fenster. Heute erzählt sie von einem Blinden.</em></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#003300;"><strong>Der Blinde</strong></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#003300;">Als der kleine Bar nachts über das Feld wanderte, sah er einen Feuerschein in der Ferne. Wie er näher kam, erkannte er einen Mann mit einer brennenden Fackel in der Hand.</span><br />
<span style="color:#003300;">„Wer bist du?“, fragte der kleine Bär den Fremden.</span><br />
<span style="color:#003300;">„Ich bin ein Blinder“, sagte der Mann, „und gehe nach Bethlehem.“</span><br />
<span style="color:#003300;">„Aber wie kannst du denn den Weg finden?“, staunte der kleine Bär.</span><br />
<span style="color:#003300;">Da lächelte der Blinde. „Hast du nicht meine Fackel gesehen?“</span><br />
<span style="color:#003300;">Der kleine Bär nickte.</span><br />
<span style="color:#003300;">„Jeder, der meine Fackel sieht, begleitet mich ein Stück!“, sagte der Blinde.</span><br />
<span style="color:#003300;">Zaghaft ergriff der kleine Bär seine große Hand und immer schneller wurde sein kleiner Schritt. Über ihnen aber leuchtete der Stern.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#003300;"><em>Als Mutter Bär die Geschichte beendet hat, stellt sie die Laterne neben sein Bett. „Immer, wenn du durch die Dunkelheit gehst, kleiner Bär, nimm ein Licht mit, dann findest du den Weg!“</em></span></p>
<p style="text-align:center;">***</p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#333300;"><em>Eines Abends fragt der kleine Bär, ob Mutter Bär nicht eine Geschichte von einem Engel wisse. Mutter Bär überleg eine Welle, dann beginnt sie zu erzählen.</em></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#333300;"><strong>Der Engel mit einem Flügel</strong></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#333300;">Als der kleine Bär in der Nacht von einem sonderbaren Traum erwachte, sah er vor sich auf dem Weg einen Engel gehen. Der Lichtschein des Sterns fiel direkt auf ihn.</span><br />
<span style="color:#333300;">„Wohin gehst du?“, fragte der kleine Bär.</span><br />
<span style="color:#333300;">„Nach Bethlehem!“, antwortete der Engel. Da erst bemerkte der kleine Bär, dass der Engel nur einen Flügel hatte.</span><br />
<span style="color:#333300;">Wie schwer muss das Gehen für einen Engel sein!, dachte der kleine Bär.</span><br />
<span style="color:#333300;">Mit einem Flügel kann er ja nicht fliegen! Da hörte er eine leise Stimme hinter sich: „Auch ich habe nur einen Flügel und will nach Bethlehem zu dem Kind, das alles heilt!“</span><br />
<span style="color:#333300;">Erstaunt drehte sich der Heine Bär um. „Du auch?“, rief er überrascht.</span><br />
<span style="color:#333300;">Im selben Augenblick aber umarmten sich die beiden Engel und riefen froh „Wie gut, dass wir uns gefunden haben, zu zweit können wir nach Bethlehem fliegen!“</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#333300;"><em>Als Mutter Bär die Geschichte beendet hat, legt sie ihren großen Arm um den kleinen Bären: „Sind wir nicht auch oft Engel mit nur einem Flügel!“, sagt sie. Der kleine Bär aber ist schon eingeschlafen.</em></span></p>
<p style="text-align:right;"><span style="color:#800000;">Antoine Schneider: <em>Wann ist endlich Weihnachten? 24 Adventsgeschichten.</em></span><br />
<span style="color:#800000;">Zürich: NordSüd 2006</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/kindergeschichten.wordpress.com/2218/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/kindergeschichten.wordpress.com/2218/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/kindergeschichten.wordpress.com/2218/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/kindergeschichten.wordpress.com/2218/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/kindergeschichten.wordpress.com/2218/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/kindergeschichten.wordpress.com/2218/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/kindergeschichten.wordpress.com/2218/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/kindergeschichten.wordpress.com/2218/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/kindergeschichten.wordpress.com/2218/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/kindergeschichten.wordpress.com/2218/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/kindergeschichten.wordpress.com/2218/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/kindergeschichten.wordpress.com/2218/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/kindergeschichten.wordpress.com/2218/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/kindergeschichten.wordpress.com/2218/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2218&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Das Paket des lieben Gottes</title>
		<link>http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/11/11/das-paket-des-lieben-gottes/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 14:25:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Paket des lieben Gottes Bertolt Brecht (1898-1956) Nehmt eure Stühle und eure Teegläser mit hier hinter an den Ofen und vergeßt den Rum nicht. Es ist gut, es warm zu haben, wenn man von der Kälte erzählt. Manche Leute, &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/11/11/das-paket-des-lieben-gottes/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2205&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Das Paket des lieben Gottes</strong><br />
Bertolt Brecht (1898-1956)</p>
<p style="text-align:justify;">Nehmt eure Stühle und eure Teegläser mit hier hinter an den Ofen und vergeßt den Rum nicht. Es ist gut, es warm zu haben, wenn man von der Kälte erzählt.<br />
Manche Leute, vor allem eine gewisse Sorte Männer, die etwas gegen Sentimentalität hat, haben eine starke Aversion gegen Weihnachten. Aber zumindest ein Weihnachten in meinem Leben ist bei mir wirklich in bester Erinnerung. Das war der Weihnachtsabend 1908 in Chicago. Ich war Anfang November nach Chicago gekommen, und man sagte mir sofort, als ich mich nach der allgemeinen Lage erkundigte, es würde der härteste Winter werden, den diese ohnehin genügend unangenehme Stadt zustande bringen könnte. Als ich fragte, wie es mit den Chancen für einen Kesselschmied stünde, sagte man mir, Kesselschmiede hätten keine Chancen, und als ich eine halbwegs mögliche Schlafstelle suchte, war alles zu teuer für mich. Und das erfuhren in diesem Winter 1908 viele in Chicago, aus allen Berufen.<br />
Und der Wind wehte scheußlich vom Michigansee herüber durch den ganzen Dezember, und gegen Ende des Monats schlossen auch noch eine Reihe großer Fleischpackereien ihren Betrieb und warfen eine ganze Flut von Arbeitslosen auf die kalten Straßen.<br />
Wir trabten die ganzen Tage durch sämtliche Stadtviertel und suchten verzweifelt nach etwas Arbeit und waren froh, wenn wir am Abend in einem winzigen, mit erschöpften Leuten angefüllten Lokal im Schlachthofviertel unterkommen konnten. Dort hatten wir es wenigstens warm und konnten ruhig sitzen. Und wir saßen, solange es irgend ging mit einem Glas Whisky, und wir sparten alles den Tag über auf für dieses eine Glas Whisky, in das noch Wärme, Lärm und Kameraden mit einbegriffen waren, all das, was es an Hoffnung für uns noch gab.<br />
Dort saßen wir auch am Weihnachtsabend dieses Jahres, und das Lokal war noch überfüllter als gewöhnlich und der Whisky noch wäßriger und das Publikum noch verzweifelter. Es ist einleuchtend, daß weder das Publikum noch der Wirt in Feststimmung geraten, wenn das ganze Problem der Gäste darin besteht, mit einem Glas eine ganze Nacht auszureichen, und das ganze Problem des Wirtes, diejenigen hinauszubringen, die leere Gläser vor sich stehen hatten.<br />
Aber gegen zehn Uhr kamen zwei, drei Burschen herein, die, der Teufel mochte wissen woher, ein paar Dollars in der Tasche hatten, und die luden, weil es doch eben Weihnachten war und Sentimentalität in der Luft lag, das ganze Publikum ein, ein paar Extragläser zu leeren. Fünf Minuten darauf war das ganze Lokal nicht wiederzuerkennen. Alle holten sich frischen Whisky (und paßten nun ungeheuer genau darauf auf, daß ganz korrekt eingeschenkt wurde), die Tische wurden zusammengerückt, und ein verfroren aussehendes Mädchen wurde gebeten, einen Cakewalk zu tanzen, wobei sämtliche Festteilnehmer mit den Händen den Takt klatschten. Aber was soll ich sagen, der Teufel mochte seine schwarze Hand im Spiel haben, es kam keine rechte Stimmung auf.<br />
Ja, geradezu von Anfang an nahm die Veranstaltung einen direkt bösartigen Charakter an. Ich denke, es war der Zwang, sich beschenken lassen zu müssen, der alle so aufreizte. Die Spender dieser Weihnachtsstimmung wurden nicht mit freundlichen Augen betrachtet. Schon nach den ersten Gläsern des gestifteten Whiskys wurde der Plan gefaßt, eine regelrechte Weihnachtsbescherung, sozusagen ein Unternehmen größeren Stils, vorzunehmen.<br />
Da ein Überfluß an Geschenkartikeln nicht vorhanden war, wollte man sich weniger an direkt wertvolle und mehr an solche Geschenke halten, die für die zu Beschenkenden passend waren und vielleicht sogar einen tieferen Sinn hatten.<br />
So schenkten wir dem Wirt einen Kübel mit schmutzigem Schneewasser von draußen, wo es davon gerade genug gab, damit er mit seinem alten Whisky noch ins neue Jahr hinein ausreichte. Dem Kellner schenkten wir eine alte, erbrochene Konservenbüchse, damit er wenigstens ein anständiges Servicestück hätte, und einem zum Lokal gehörigen Mädchen ein schartiges Taschenmesser, damit sie wenigstens die Schicht Puder vom vergangenen Jahr abkratzen könnte.<br />
Alle diese Geschenke wurden von den Anwesenden, vielleicht nur die Beschenkten ausgenommen, mit herausforderndem Beifall bedacht. Und dann kam der Hauptspaß.<br />
Es war nämlich unter uns ein Mann, der mußte einen schwachen Punkt haben. Er saß jeden Abend da, und Leute, die sich auf dergleichen verstanden, glaubten mit Sicherheit behaupten zu können, daß er, so gleichgültig er sich auch geben mochte, eine gewisse, unüberwindliche Scheu vor allem, was mit der Polizei zusammenhing haben mußte. Aber jeder Mensch konnte sehen, daß er in keiner guten Haut steckte.<br />
Für diesen Mann dachten wir uns etwas ganz Besonderes aus. Aus einem alten Adreßbuch rissen wir mit Erlaubnis des Wirtes drei Seiten aus, auf denen lauter Polizeiwachen standen, schlugen sie sorgfältig in eine Zeitung und überreichten das Paket unserm Mann.<br />
Es trat eine große Stille ein, als wir es überreichten. Der Mann nahm das Paket zögernd in die Hand und sah uns mit einem etwas kalkigen Lächeln von unten herauf an. Ich merkte, wie er mit den Fingern das Paket anfühlte, um schon vor dem Öffnen festzustellen, was darin sein könnte. Aber dann machte er es rasch auf.<br />
Und nun geschah etwas sehr Merkwürdiges. Der Mann nestelte eben an der Schnur, mit der das &#8222;Geschenk&#8220; verschnürt war, als sein Blick, scheinbar abwesend, auf das Zeitungsblatt fiel, in das die interessanten Adreßbuchblätter geschlagen waren. Aber da war sein Blick schon nicht mehr abwesend. Sein ganzer dünner Körper (er war sehr lang) krümmte sich sozusagen um das Zeitungsblatt zusammen, er bückte sein Gesicht tief darauf herunter und las. Niemals, weder vor- noch nachher, habe ich je einen Menschen so lesen sehen. Er verschlang das, was er las, einfach. Und dann schaute er auf. Und wieder habe ich niemals, weder vor- noch nachher, einen so strahlend schauen sehen wie diesen Mann.<br />
&#8222;Da lese ich eben in der Zeitung&#8220;, sagte er mit einer verrosteten, mühsam ruhigen Stimme, die in lächerlichem Gegensatz zu seinem strahlenden Gesicht stand, &#8222;daß die ganze Sache einfach schon lang aufgeklärt ist. Jedermann in Ohio weiß, daß ich mit der ganzen Sache nicht das geringste zu tun hatte.&#8220; Und dann lachte er.<br />
Und wir alle, die erstaunt dabeistanden und etwas ganz anderes erwartet hatten und fast nur begriffen, daß der Mann unter irgendeiner Beschuldigung gestanden und inzwischen, wie er eben aus diesem Zeitungsblatt erfahren hatte, rehabilitiert worden war, fingen plötzlich an, aus vollem Halse und fast aus dem Herzen mitzulachen, und dadurch kam ein großer Schwung in unsere Veranstaltung, die gewisse Bitterkeit war überhaupt vergessen, und es wurde ein ausgezeichnetes Weihnachten, das bis zum Morgen dauerte und alle befriedigte.<br />
Und bei dieser allgemeinen Befriedigung spielte es natürlich gar keine Rolle mehr, daß dieses Zeitungsblatt nicht wir ausgesucht hatten, sondern Gott.</p>
<p style="text-align:right;">Gottfried Natalis (Hg.): <em>Weihnachtserzählungen.</em><br />
Frankfurt am Main: Insel Verlag 1994</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/kindergeschichten.wordpress.com/2205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/kindergeschichten.wordpress.com/2205/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/kindergeschichten.wordpress.com/2205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/kindergeschichten.wordpress.com/2205/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/kindergeschichten.wordpress.com/2205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/kindergeschichten.wordpress.com/2205/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/kindergeschichten.wordpress.com/2205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/kindergeschichten.wordpress.com/2205/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/kindergeschichten.wordpress.com/2205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/kindergeschichten.wordpress.com/2205/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/kindergeschichten.wordpress.com/2205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/kindergeschichten.wordpress.com/2205/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/kindergeschichten.wordpress.com/2205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/kindergeschichten.wordpress.com/2205/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2205&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Der Weihnachtsbaum der zu früh dran war</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 09:16:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Advent]]></category>
		<category><![CDATA[Licht]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Weihnachtsbaum der zu früh dran war Olli ist Nachtwächter auf einem Bauhof. Olli ist gern Nachtwächter. Seit seine Frau vor zwei Jahren gestorben ist, lebt er allein. Manche alten Freunde fragen ihn: »Ist das nicht langweilig, Olli, die ganze &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/11/09/der-weihnachtsbaum-der-zu-fruh-dran-war/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2201&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><span style="color:#003300;"><strong>Der Weihnachtsbaum der zu früh dran war</strong></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#003300;">Olli ist Nachtwächter auf einem Bauhof. Olli ist gern Nachtwächter. Seit seine Frau vor zwei Jahren gestorben ist, lebt er allein. Manche alten Freunde fragen ihn: »Ist das nicht langweilig, Olli, die ganze Nacht rumgehen, rumstehen und rumsitzen?«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Nein«, antwortet Olli dann. »Ich spreche nachts mit dem alten Baukran oder mit dem Lastwagen, der hinten auf dem Hof steht. Die haben viel gesehen und viel erlebt. Da vergehen die Stunden wie im Fluge. Der LKW ist zum Beispiel vor drei Jahren noch in Timbuktu gewesen, das liegt&#8230;«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Hör auf, Olli«, lachen dann die Freunde, »du spinnst mal wieder.«</span><br />
<span style="color:#003300;">Nur Elli, das kleine Mädchen, das in der Wohnung unter Olli wohnt, die hört Ollis Nachtgeschichten gern. Sie fragt ihn: »Olli, mit wem hast du letzte Nacht gesprochen?« Dann erzählt er von der Wüstenstadt Timbuktu, von dem großen gelben Fluss in China und von dem schneebedeckten Kilimandscharo mitten in Afrika.</span><br />
<span style="color:#003300;">Ende November fragt Elli den Olli wieder: »Olli, mit wem hast du letzte Nacht gesprochen?«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Mit &#8216;nem Weihnachtsbaum«, sagt Olli.</span><br />
<span style="color:#003300;">Diesmal lacht auch Elli. »In vier Wochen ist doch erst Weihnachten«, sagt sie. »Oder steht bei euch der Baum noch vom letzten Jahr?«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Das ist es ja eben«, antwortet Olli. »Der Baum ist traurig. Er ist vor drei Wochen schon geschlagen worden. Viel zu früh, sagt er. Er kann gar kein richtiger Weihnachtsbaum mehr werden.«</span><br />
<span style="color:#003300;">Elli fragt: »Hat er denn keine Lichter?«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Sicher«, sagt Olli. »Er hat 24 elektrische Kerzen und steht auf der Terrasse vom Chef. Jeden Abend um sechs gehen die Lichter automatisch an und morgens wie von selbst wieder aus.«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Aber dann leuchtet er doch herrlich, Olli.«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Das ist es ja eben, Elli. Er will eigentlich noch gar nicht leuchten.«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Will er nicht? Ist doch schön, wenn die Nacht heller wird.«</span><br />
<span style="color:#003300;">Olli sagt: »Der Baum, den ich meine, heißt Picea. Er hat mir erzählt, dass alle seine Geschwister im Wald aufgeregt sind, wenn die Waldarbeiter mit den Sägen kommen. Denn sie wissen es: Wenn an unseren Zweigen die Kerzen brennen, dann feiert die ganze Welt Weihnachten. Es geht in der Adventszeit erst ganz allmählich los. Eine Kerze brennt: Erster Advent. Noch ist die Nacht dunkel, aber ein Fünkchen Hoffnung glimmt schon. Manche, die ein bisschen nachdenken, die merken es: Es ist nicht alles in Finsternis vergraben. Wo ein Licht ist, kann noch mehr Licht wachsen. Zweiter Advent. Zwei Kerzen leuchten heller als eine. Die Hoffnung wächst, die Hoffnung auf das ganz große Licht, das alles überstrahlt. Drei Kerzen am dritten Advent. Ganz langsam breitet sich Freude aus. Das Licht wird eines Tages bestimmt die Dunkelheit vertreiben. Vierter Advent, vier Lichterflammen in der Nacht. Jetzt wissen es alle: Das volle Licht ist ganz nahe, manchmal nur noch Tage, manchmal nur Stunden noch, dann funkelt und blitzt es von allen Zweigen: Endgültig hat das Licht die Nacht besiegt. Weihnachten eben. Der Baum sagte zu mir: Wer so das Licht Flamme um Flamme wachsen sieht, der kann sich richtig auf Weihnachten freuen. Und dann stehen wir Weihnachtsbäume im Zimmer, über und über geschmückt, und der Jubel ist groß: Fröhliche Weihnachten.«</span><br />
<span style="color:#003300;">Elli sagt: »Picea meint, und daraus wird nichts, wenn die Menschen ihn zu früh aufstellen?«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Das ist es ja eben, Elli. Die Menschen, die das tun, die sind zu ungeduldig. Sie wollen nicht warten, bis die Freude wächst. Picea sagt: Freude wächst langsam, genau wie wir Tannen im Wald. Manche, die den Weihnachtsbaum zu früh aufstellen, die wollen sich auch gar nicht auf das große Fest vorbereiten. Sie wissen gar nicht, dass ohne Vorbereitung das Fest nur halb so schön ist. Und den Baum auf der Terrasse vom Chef, den hat&#8217;s erwischt. Er hatte sich schon so darauf gefreut, das Weihnachtsfest mit vielen Kerzen hell und schön zu machen, festlich zum Fest geschmückt. Jetzt fühlt er sich ganz belämmert. Wie eine Brautführerin, die vier Wochen zu früh zur Hochzeit ihrer Freundin kommt, sagt er. Oder wie die Elli, wenn sie zum Geburtstag einer Freundin gehen will, ihr schönstes Kleid anzieht, ein Geschenk mitnimmt, fröhlich am Haus der Freundin ankommt, und dann sagt die Freundin: &gt;Elli, ist bei dir &#8216;ne Schraube locker? Ich hab doch erst nächsten Monat Geburtstage Sagt der Baum.«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Hat der Baum wirklich &gt;Elli&lt; gesagt, Olli?«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Ich glaube, ja, Elli, aber ich kann ihn ja heute Nacht noch mal fragen.«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Die Geschichte musst du deinem Chef erzählen, Olli. Vielleicht versteht der dann auch, dass er die Lichter zu früh angesteckt hat.«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Weißt du, Elli, wenn ich davon anfange, dann lacht der Chef nur und sagt: Der Olli, der spinnt mal wieder!«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Ich werde ihm einen Brief schreiben, Olli. Vielleicht wirkt das?«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Prima, Elli, mach das. Weißt du, letzte Woche hat mir der rostige Betonmischer erzählt, vor Jahren hätten auch die Leute einer kleinen Stadt die Weihnachtsbäume zu früh aufgestellt und mit Kerzen geschmückt. Da haben doch tatsächlich alle Kinder in der Stadt Briefe geschrieben. Und was meinst du, da haben die Leute begonnen nachzudenken. Und ein Baum nach dem anderen ist im Advent dunkel geblieben. Nachher, hat der Betonmischer erzählt, da haben sie alle gesagt, sie hätten das Weihnachtsfest schon lange nicht mehr so gut verstanden wie in dem Jahr, in dem sie die Christbäume zur rechten Zeit haben leuchten lassen.«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Ist der Betonmischer denn selbst in der kleinen Stadt gewesen, Olli?«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Ich glaube, das hat er gesagt, Elli. Oder war es in einer großen Stadt? Aber mit dem Schreiben, das war doch wirklich &#8216;ne gute Idee, Elli, nicht?«</span><br />
<span style="color:#003300;">»War es, Olli. Ich will das morgen mal unserer Lehrerin erzählen. Vielleicht schreibt unsere Klasse auch. Oder die ganze Schule?«</span><br />
<span style="color:#003300;">»Oder alle Kinder, Elli. Dann hätte der Baum bei unserem Chef ja vielleicht doch noch eine Chance, ein richtiger Weihnachtsbaum zu werden.«</span></p>
<p style="text-align:right;"><span style="color:#003300;">Willi Fährmann</span></p>
<p style="text-align:right;"><span style="color:#003300;">Willi Fährmann (Hg.): <em>Geschichten machen stark.</em></span><br />
<span style="color:#003300;">Würzburg: Arena Verlag 2202</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/kindergeschichten.wordpress.com/2201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/kindergeschichten.wordpress.com/2201/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/kindergeschichten.wordpress.com/2201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/kindergeschichten.wordpress.com/2201/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/kindergeschichten.wordpress.com/2201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/kindergeschichten.wordpress.com/2201/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/kindergeschichten.wordpress.com/2201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/kindergeschichten.wordpress.com/2201/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/kindergeschichten.wordpress.com/2201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/kindergeschichten.wordpress.com/2201/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/kindergeschichten.wordpress.com/2201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/kindergeschichten.wordpress.com/2201/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/kindergeschichten.wordpress.com/2201/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/kindergeschichten.wordpress.com/2201/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2201&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Das schönste Martinslicht</title>
		<link>http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/10/30/das-schonste-martinslicht/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 12:03:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Das schönste Martinslicht Martin ist sehr stolz auf seine Laterne. Sie ist viereckig und aus blauer Pappe geschnitten und geklebt. Die vier Seitenfelder sind aus durchsichtigem gelben Papier. Darauf sind eine Sonne, ein Mond, ein Stern und der heilige Martin &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/10/30/das-schonste-martinslicht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2197&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Das schönste Martinslicht</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Martin ist sehr stolz auf seine Laterne. Sie ist viereckig und aus blauer Pappe geschnitten und geklebt. Die vier Seitenfelder sind aus durchsichtigem gelben Papier. Darauf sind eine Sonne, ein Mond, ein Stern und der heilige Martin auf seinem Pferd gemalt.</p>
<p style="text-align:justify;">Und diese Laterne hat Martin selbst gemacht! Anton, Vaters Gehilfe, hat ihm nur die Pappe zugeschnitten und Ulis Vater hat ihm das Pferd und den Reiter vorgezeichnet.</p>
<p style="text-align:justify;">Nun schaukelt die schöne Laterne an einem langen Stock vor Martin her.</p>
<p style="text-align:justify;">Alle Kinder aus der Lindenstraße wollen sich um sechs Uhr abends vor Herrn Bierbachs Laden treffen und dort mit dem Martinssingen anfangen. Sie bekommen jedes Jahr von Herrn Bierbach besonders leckere Sachen. Fast alle sind schon da. Da kommen andere Kinder Sie gehen gleich in Herrn Bierbachs Laden und singen.</p>
<p style="text-align:justify;">»Das sind die aus der Erlenstraße«, sagt Andreas. »Was wollen die denn hier? Herrn Bierbachs Laden gehört zu unserer Straße.«</p>
<p style="text-align:justify;">Die fremden Kinder kommen aus dem Laden und gehen um die Ecke in den Tannenweg.</p>
<p style="text-align:justify;">»Das ist eigentlich auch noch unser Gebiet«, sagt Johannes so laut, dass die anderen es hören müssen, und Martin sagt noch lauter: »Die sind aber frech.«</p>
<p style="text-align:justify;">Jezt gehen die Kinder aus der Lindenstraße auch zu Herrn Bierbach. Sie geben sich sehr viel Mühe mit dem Singen. Herr Bierbach schenkt ihnen Schokoladenriegel in Silberpapier und sie sind zufrieden.</p>
<p style="text-align:justify;">Martin ist noch bis zuletzt im Laden geblieben. Herr Bierbach wollte seine Laterne von allen Seiten betrachten. Martin läuft den anderen nach. Sie singen schon nebenan im Hausflur.</p>
<p style="text-align:justify;">Da hört er im Tannenweg jemanden weinen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein kleiner Junge hockt an einer Hauswand. Wartin kennt ihn nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">»Weshalb weinst du denn?«, fragt ihn Martin.</p>
<p style="text-align:justify;">»Meine Laterne!«, sagt der Kleine. »Auf einmal hat sie gebrannt. Eine Frau ist gekommen und hat sie mir aus der Hand gerissen und hat mit den Füßen darauf herumgetrampelt!«</p>
<p style="text-align:justify;">»Das ist aber schade!«, sagt Martin.</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich habe noch nie mitgehen dürfen, weil ich zu klein war«, sagt der Junge. »Und heute hat meine Mutti es endlich erlaubt und jetzt habe ich keine Laterne mehr!«</p>
<p style="text-align:justify;">»Im nächsten Jahr bekommst du eine neue!«, sagt Martin.</p>
<p style="text-align:justify;">»Aber ich möchte doch heute so gern mitgehen!«</p>
<p style="text-align:justify;">»Gehörst du denn zu denen aus der Erlenstraße?«, fragt Martin.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Junge nickt.</p>
<p style="text-align:justify;">»Wie heißt du denn?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Thomas heiße ich. Und du?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Martin. Und jetzt lauf, sonst holst du die anderen nicht mehr ein. Du kannst auch ohne Laterne mitgehen.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Martin?«, fragt Thomas. »Heißt du wirklich Martin, wie der Mann, der seinen Mantel verschenkt hat?«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ja. Ich heiße wirklich so.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ach!« sagt Thomas und wischt sich die Augen mit den schmutzigen Händen.</p>
<p style="text-align:justify;">Martin hebt seine Laterne hoch, seine schöne Laterne und schwenkt sie hin und her.</p>
<p style="text-align:justify;">»Die ist schön!«, sagt Thomas. »So schön war meine nicht. Aber sie war auch schön, ganz bunt.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Ich habe sie selbst gemacht«, sagt Martin. »Das war eine Arbeit!«</p>
<p style="text-align:justify;">Er dreht die Laterne, er sieht noch einmal die Sonne, den Mond, den Stern und den Reiter an. Und dann gibt er dem Kleinen den Stock in die Hand und sagt:</p>
<p style="text-align:justify;">»Da. Ich schenke sie dir.«</p>
<p style="text-align:justify;">»Wirklich?«, fragt Thomas.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber Martin ist schon weggerannt. Er sieht sich nicht mehr um.</p>
<p style="text-align:justify;">Er läuft nach Hause und setzt sich an den Küchentisch, legt den Kopf auf die Arme und weint.</p>
<p style="text-align:justify;">»Martin. Junge!«, sagt die Mutter. »Was ist?«</p>
<p style="text-align:justify;">Der Vater und Anton kommen auch dazu und alle fragen, aber es dauert lange, bis Martin erzählen kann, was geschehen ist.</p>
<p style="text-align:justify;">»Und jetzt tut es dir Leid, dass du die schöne Laterne verschenkt hast?«, fragt die Mutter.</p>
<p style="text-align:justify;">Martin nickt.</p>
<p style="text-align:justify;">»Meinst du, dem heiligen Martin hätte es nicht Leid getan um seinen Mantel?«, fragt Anton.</p>
<p style="text-align:justify;">Und Martin nickt wieder.</p>
<p style="text-align:justify;">»Darum solltest du nicht weinen«, sagt der Vater.</p>
<p>Ursula Wölfel; Daniele Winterhager: Das schönste Martinslicht.<br />
Stuttgart, Gabriel Verlag, 2003</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Als Sosu sein Dorf rettete &#8211; Meshack Asare</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 07:57:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Sosu sein Dorf rettete Irgendwo auf einem schmalen Landstreifen zwischen Meer und Lagune liegt ein kleines Dorf. Auf der einen Seite rollen die Wellen der offenen See über die Landzunge und auf der anderen Seite glitzert das flache Wasser &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/10/07/als-sosu-sein-dorf-rettete-meshack-asare/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2194&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;">Als Sosu sein Dorf rettete</p>
<p style="text-align:justify;">Irgendwo auf einem schmalen Landstreifen zwischen Meer und Lagune liegt ein kleines Dorf.<br />
Auf der einen Seite rollen die Wellen der offenen See über die Landzunge und auf der anderen Seite glitzert das flache Wasser der Lagune.<br />
Die Meeresbrandung nagt am Strand und knabbert ihn Stück für Stück ab. Deshalb wurde das Dorf im Laufe der Jahre kleiner, so erzählt man sich. Die Lagune dagegen wächst. Wenn das Meerwasser in sie hineinspült, schwillt sie an. Doch bevor sie das Dorf überflutet, fließt das Wasser überraschend wieder ab. Denn die Lagune ist eine freundliche Mutter, glauben die Menschen dort. Und das Meer, so sagen sie, wird erst dann Ruhe geben, wenn die Lagune es heiratet und mit ihm eins wird. Trotzdem wollen die Menschen ihr Dorf nicht verlassen. Alles ist gut, finden sie, solange das Meer um die Lagune wirbt. Denn das Meer sorgt dafür, dass ihre Fischernetze stets gefüllt sind, während die Lagune ihnen andere Leckereien wie Austern und Muscheln liefert. Und auf dem fruchtbaren Boden wächst Getreide und Gemüse, das sie auf dem Markt verkaufen können.<br />
In diesem Dorf zwischen Meer und Lagune lebt der Junge Sosu mit seinen Eltern, seiner Schwester Fafa, seinem jüngeren Bruder Bubu, dem Hund Fusa und vielen Hühnern. Wie viele andere Hütten auch liegt ihr Haus nur einen Steinwurf vom Meer entfernt.<br />
Das Dorf kennt Sosu vor allem aus der Zeit, als er noch klein war und seine Mutter ihn auf dem Rücken herumtrug. Das ist lange her. Wie sehr hatten damals alle den Tag herbeigesehnt, an dem Sosu endlich auf eigenen Beinen stehen und gehen würde. Doch dieser Tag kam nie.<br />
Viele Jahre lang betrachtete Sosu nur von der Hütte aus die Welt. Er sah die hohen Kokospalmen, die sich im Wind wiegten und mit ihren Wedeln weit über den Schornsteinen winkten. Er sah den schier endlosen Himmel, die Vögel, die frei umherflogen, die Sonne und die Wolken.<br />
Jeden Morgen, wenn alle fortgingen, hockte Sosu auf der Türschwelle. Ma und Pa verließen die Hütte als Erste, kurz darauf machten sich Fafa und Bubu auf den Weg zur Schule. Fusa, der Hund, lief ihnen jedes Mal hinterher und kehrte nach einer Weile zufrieden hechelnd von seinem Ausflug zurück. Und jeden Morgen, wenn der Hund wiederkam, spürte Sosu einen Stich im Herzen. Er beneidete Fusa sehr. Denn Fusa konnte herumlaufen und er nicht. Wozu taugte ein Junge ohne gesunde Beine schon?<br />
Alle liebten und kümmerten sich um Sosu. Vor allem Pa versuchte alles, damit Sosu sich wie ein normaler Junge fühlte. Er brachte ihm bei, zerrissene Fischernetze zu flicken. Er setzte ihn in sein schmales Kanu, um mit ihm durch die Lagune zu paddeln und zu fischen. Eines Tages, als Sosu und sein Pa in der Lagune fischten, paddelten zwei finster dreinblickende Männer an ihre Seite und sagten:<br />
„Wir finden nicht, dass es klug ist, wenn du deinen Jungen hierher bringst. Schlimm genug, so einen wie ihn im Dorf zu haben. Und ganz bestimmt mag es der Lagunengeist nicht, dass so einer wie er auf ihm sitzt! Du musst ihn in deiner Hütte lassen.”<br />
Dann kam diese furchtbare Nacht. Der Mond hing als dicke, glänzende Perle am Himmel und alles trieb in seinem Licht dahin! Sogar auf den anrollenden Meereswogen blitzten silbrige Kämme. Plötzlich schlugen die Trommeln, hallten durch die Mondnacht und lockten: „Komm raus zum Spielen! Komm raus! Komm raus und spiele!”<br />
Ohne nachzudenken robbte Sosu aus der Hütte und krabbelte durchs milchige Mondlicht hin zum Trommelklang. Da – wie aus dem Nichts tauchte ein Mädchen auf und schrie. Ihr Schrei sirrte durchs Dunkel wie ein Fliegenschwarm, der sich auf faulenden Fisch stürzt, und rasch eilten ihr Leute zu Hilfe.<br />
Das Mädchen hatte Sosu nur zeigen wollen, was für ein kriechender, gruseliger Geist er war!<br />
Nach dieser Nacht fühlte sich Sosu mehr als erbärmlich und selbst Fusa gelang es nicht, ihn aufzuheitern. Sobald Sosu still und in sich gekehrt da saß, forderte der Hund ihn zum Spiel auf. Aber Sosu warf höchstens einen Maiskolben weit von sich, Fusa rannte hinterher, sprang hoch und fing ihn dann mit den Zähnen aus der Luft.<br />
Und während Fusa noch mit Körper, Pfoten und Schwanz in der Luft hing, lockte Sosu die Hühner herbei. Ihm gefiel es, den Hühnern zuzugucken, denn es gab nichts, um das er sie beneiden konnte!<br />
Etwas liebte Sosu besonders: für seine Geschwister Fafa und Bubu Essen zu machen, wenn sie aus der Schule nach Hause kamen. Dafür stellte Ma morgens alles so hin, dass er trotz seiner lahmen Beine dran kam.<br />
Beim Mittagessen erzählten Fafa und Bubu ihm oft von den Dingen, die sie in der Schule gelernt hatten. Dadurch lernte Sosu beinahe so gut Lesen und Schreiben wie sie.<br />
Waren am Abend wieder alle zu Hause, gab es für Sosu nichts mehr zu tun. Die mit den gesunden Beinen machten einfach alles. Und Sosu fühlte sich dann beinahe wie ein Baby – oder wie ein Geist, den die anderen bedienen mussten!<br />
Enes Tages jedoch änderte sich alles. Fast. Es war ein Montag und wie gewöhnlich verließen alle am Morgen das Dorf. Die Männer fuhren hinaus zum Fischen oder gingen auf die Felder, die Frauen arbeiteten in ihren Gärten und die Kinder besuchten im Nachbardorf die Schule. Alles schien normal.<br />
Plötzlich aber wurde Fusa unruhig, winselte und bellte. Die Hühner hörten auf zu scharren, flatterten auf ihre Stangen unter dem Holzdach, hockten ruhig dort und gackerten nur noch leise.<br />
Dann wurde es mit einem Mal so dunkel, als ob jemand eine schwarze Decke über den Himmel geworfen hätte! Das Murmeln des Meeres verwandelte sich in ein böses Brüllen. Der Wind peitschte die Kokospalmen, sodass sie sich gefährlich weit zur Seite bogen. Und die Brandung trommelte und donnerte schwer gegen den Strand!<br />
Sosu lief es kalt den Rücken herunter. Plötzlich ein Knall, ein Krachen! Wie ein riesiger Drachen schoss das alte, hölzerne Tor über den Hof! Es wirbelte durch die Luft, krachte in eine Mauer und blieb endlich liegen!<br />
Zum Glück wurde niemand verletzt und Sosu atmete erleichtert auf. Doch gleich darauf verschlug es ihm erneut den Atem. Eine schäumende Flutwelle stürzte in den Hof! Das Meer eroberte das Dorf!<br />
Sosu musste etwas unternehmen. Und zwar schnell. Aber was? Die alten und gebrechlichen Leute, die bei den kleinen Kindern im Dorf geblieben waren, konnten nichts ausrichten. Und es lebten viele Alte und Gebrechliche und kleine Kinder im Dorf. Sie konnten, schoss es Sosu durch den Kopf, vom Wasser eingeschlossen werden und ertrinken, wenn das Meer weiter anstieg.<br />
Sosu versuchte gegen das Brüllen des Windes anzuschreien. Vergeblich. Nicht einmal seine eigene Stimme konnte er hören! Irgendetwas muss ich doch tun können, dachte er voller Angst. Aber was? Vielleicht spürte Fusa, dass Sosu verzweifelt überlegte, wie er Hilfe herbeiholen konnte. Er winselte und bellte nicht mehr, sondern sah Sosu mit klugen Augen an.<br />
„Die Trommeln!”, rief Sosu in diesem Augenblick. Er musste zu den Trommeln, die, das wusste er, hinter der Hütte des Dorfoberhaupts lagerten. Doch die wirbelnden und spritzenden Wassermassen konnten selbst einem Menschen mit gesunden Beinen gefährlich werden.<br />
Sosu dachte an die kleinen Kinder, die kranken und uralten Leute und all die hilflosen Tiere. Sie alle waren in größter Gefahr.<br />
Unverwandt schaute der Hund Sosu an. Fusa wusste, wo die Trommeln zu finden waren. Und in seinen Augen las Sosu: „Hab keine Angst. Wir schaffen es!”<br />
Und Sosu fasste sich ein Herz und folgte seinem Hund hinaus in den tosenden Sturm. Das Wasser war knöcheltief und der Sturm brüllte und riss an allem, was sich ihm in den Weg stellte.<br />
Vorsichtig lief Fusa ein paar Schritte vorwärts, blieb stehen, sah sich nach seinem Freund Sosu um und wedelte mit dem Schwanz, als wolle er sagen: „Komm, weiter. Es passiert uns nichts. Vertrau mir. Wir schaffen es!”<br />
Bis heute weiß Sosu nicht, woher er den Mut und die Kraft nahm, sich durch Wind und Wasser zu kämpfen. Irgendwie schleppte er seinen Körper vorwärts, stemmte sich gegen den heulenden Sturm und kroch durch das aufgepeitschte Wasser!<br />
Sosu und Fusa geschah nichts. Tropfnass, aber heil erreichten sie den Schuppen, in dem die Trommeln aufbewahrt wurden. Zum Glück hatte man den Schuppen auf einer kleinen Anhöhe gebaut und deshalb war er bisher vom Wasser verschont geblieben. Noch standen die Trommeln im Trocknen.<br />
Freudig wedelte Fusa mit dem Schwanz, aber Sosu betrachtete mit unglücklichem Gesicht die Trommeln. Niemals in seinem Leben hatte er auf einer Trommel gespielt. Wie konnte er sie bloß zum Sprechen bringen?<br />
Erneut half ihm Fusa auf die Sprünge. Der Hund stellte sich auf die Hinterbeine und scharrte mit den Pfoten an einer mittelgroßen Trommel. So, als ob er sagen wollte: „Uns bleibt keine Zeit.”<br />
Langsam kippte die Trommel um, fiel auf Sosu zu und er fing sie geschickt auf. Er griff nach den beiden Stücke und strich erst mit dem einem, dann mit dem anderen Stock oben über die Trommel.<br />
Zunächst spielte Sosu langsam und leise. Plötzlich jedoch kamen ihm die Bilder vom Sturm, von donnernden Wasserwellen, den Kindern, den Kranken, den Alten, den Tieren, von berstenden Zäune und brechenden Bäumen in den Sinn. Bild um Bild, rasch und rascher.<br />
Und Sosu schlug die Trommel härter und schneller, bis sich ihr Klang über das Brüllen und Heulen des Windes erhob:<br />
Bumm-bumm, bumm! Bumm-bumm, bumm! Bumm-bumm-bumm, bumm-bumm! Bumm-bumm-bumm, bumm-bumm! Bumm-bumm, bumm-bumm!<br />
Die Trommel drangen bis in die äußersten Winkel der Lagune, dorthin, wo die Männer auf den Feldern arbeiteten. Und sie wussten, was ein Sturm alles anrichten konnte.<br />
„Das Trommeln kommt aus unserem Dorf. Seltsam. Es muss Probleme geben. Lasst uns hingehen!”<br />
Das Trommeln hörten die Leute aus dem Nachbardorf. Und auch sie sagten: „Das Trommeln kommt aus dem Dorf auf der Sandbank. Sie sind in Schwierigkeiten. Lasst uns hingehen!”<br />
Und alle rannten in Windeseile durch Regen und Sturm zum Dorf.<br />
Die Männer konnten kaum glauben, was sie sahen. Haushohe Wellen schlugen ins Dorf! Einige Lager waren bereits so überflutet, dass es viele starke Männer brauchte, um sie überhaupt erreichen zu können.<br />
Die Männer arbeiteten schwer, kämpften sich von Hütte zu Hütte, suchten nach Eingeschlossenen und brachten sie in Sicherheit.<br />
„Wir waren gerade noch rechtzeitig dank des Trommlers!”, sagten sie.<br />
„Aber wer hat die Trommel geschlagen?”, fragte jemand.<br />
Plötzlich rief einer der Männer: „Der Junge, der nicht laufen kann!“<br />
„O, und sein Hund!”, ergänzte ein anderer.<br />
„Bis auf die Hühner war aber niemand in der Hütte”, sagte ein dritter besorgt.<br />
„Der Junge und sein Hund müssen irgendwo sein. Schnell, wir müssen sie suchen.“<br />
Fusa hatte scharfe Ohren und hörte die Männer von weitem. Er bellte kurz und aufgeregt, sodass man sie bald fand.<br />
„Hier sind sie!”, riefen die Männer aufgeregt. „Hier sind der tapfere Trommler und sein Freund! Gut gemacht! Gut gemacht!”<br />
Auf starken Schultern wurde Sosu fortgetragen und Fusa sprang neben ihm her.<br />
So nahm alles seinen Anfang. Jeder hörte von Sosu. Leute von Zeitungen, vom Radio und vom Fernsehen kamen ins Dorf, nur um Sosu zu sehen und mit ihm zu reden! Und sie machten unzählige Bilder von ihm, seinem Freund Fusa und seiner Familie!<br />
Sosu wurden viele Fragen gestellt, auch die, warum er etwas so Gefährliches und Verrücktes gewagt hatte. Und als sie ihn fragten, was er sich am sehnlichsten wünschen würde, da hatte er geantwortet: „Ich möchte laufen und in die Schule gehen können!”<br />
In den darauffolgenden Wochen baute man die zerstörten Häuser und Zäune wieder auf und reparierte alles. Das Beste aber war, dass man die staubige, holprige Dorfstraße fest und glatt machte. Und die verlief genau vor Sosus Haus.<br />
Danach wurde auf dem Dorfplatz ein großes Fest gefeiert! Es wurde gesungen, getrommelt und viel getanzt. Aber auf einmal hielten alle inne, das Dorfoberhaupt erhob sich und sprach: „Ihr lieben Leute aus diesem guten Dorf! Wir sind heute hier alle glücklich beisammen, weil es einen tapferen, kleinen Mann und seinen Hund gibt!”<br />
Bevor Sosu wusste, wie ihm geschah, saß er erneut auf starken Schultern! Und alles, was dann folgte, war wie ein Traum! Er wurde über den Platz getragen, damit die Leute ihn sehen und bejubeln konnten. Als Sosu schließlich von starken Armen wieder von den Schultern gehoben und langsam heruntergelassen wurde, landete er nicht wie sonst auf dem harten, staubigen Boden. Sondern da stand ein funkelnagelneuer Rollstuhl vor ihm und in den setzten sie ihn hinein!<br />
Heute geht auch Sosu zur Schule. Fröhlich lässt er sich von den Kindern des Dorfs in seinem Rollstuhl schieben. Er ist wie einer der Jungen aus dem kleinen Dorf irgendwo zwischen dem Meer und der Lagune!</p>
<p style="text-align:justify;">Meshack Asare:<em>Als Sosu sein Dorf rettete.</em><br />
Bombus Media, 2007</p>
<p style="text-align:justify;"> </p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/kindergeschichten.wordpress.com/2194/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/kindergeschichten.wordpress.com/2194/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/kindergeschichten.wordpress.com/2194/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/kindergeschichten.wordpress.com/2194/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/kindergeschichten.wordpress.com/2194/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/kindergeschichten.wordpress.com/2194/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/kindergeschichten.wordpress.com/2194/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/kindergeschichten.wordpress.com/2194/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/kindergeschichten.wordpress.com/2194/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/kindergeschichten.wordpress.com/2194/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/kindergeschichten.wordpress.com/2194/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/kindergeschichten.wordpress.com/2194/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/kindergeschichten.wordpress.com/2194/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/kindergeschichten.wordpress.com/2194/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2194&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Jakob redet mit dem Vater</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jun 2011 22:14:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Jakob redet mit dem Vater „Vati“, sagt Jakob, „unser Religionslehrer sagt, dass alle Menschen Kinder Gottes sind.“ „Da hat er recht, dein Religionslehrer“, sagt der Vater. „Aber“, sagt Jakob, „wenn du ein Kind Gottes bist und ich ein Kind Gottes &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/06/09/jakob-redet-mit-dem-vater/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2187&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Jakob redet mit dem Vater</strong></p>
<p style="text-align:justify;">„Vati“, sagt Jakob, „unser Religionslehrer sagt, dass alle Menschen Kinder Gottes sind.“<br />
„Da hat er recht, dein Religionslehrer“, sagt der Vater.<br />
„Aber“, sagt Jakob, „wenn du ein Kind Gottes bist und ich ein Kind Gottes bin, dann sind wir beide doch Brüder?“<br />
„So betrachtet“, sagt der Vater, „sind wir Brüder.“<br />
„Aber als Brüder“, sagt Jakob, „sind wir da nicht gleich viel wert?“<br />
„Natürlich sind wir gleich viel wert“, sagt der Vater. „Frag nur die Mutti, wer von uns beiden ihr mehr wert ist. Ich wette, da wird sie sich schwer tun —„<br />
„Aber du kannst vieles besser als ich“, sagt Jakob. „Rechnen und Schuhe putzen zum Beispiel.“<br />
„Du kannst dafür andere Dinge besser als ich“, sagt der Vater. „Zeichnen und Handstand und Omama-Herumkriegen — das werde ich nie so gut können wie du!“<br />
„Aber haben Brüder nicht auch die gleichen Rechte?“ fragt Jakob.<br />
„Natürlich“, sagt der Vater. „Das heißt – es kommt darauf an&#8230;“<br />
„Du kannst mich ins Bett schicken, aber ich kann dich nicht ins Bett schicken“, sagt Jakob.<br />
„Wenn ich dich am Abend ins Bett schicke, dann deshalb, weil ich mich um deine Gesundheit sorge“, sagt der Vater „Ich habe Verantwortung für dich und darf dir gar nicht erlauben, zu lang aufzubleiben.“<br />
„Hab ich auch Verantwortung für dich?“ fragt Jakob.<br />
„Jeder hat für den anderen Verantwortung“, sagt der Vater. „Und jetzt marsch ins Bett mit dir!“<br />
In der Nacht wacht Jakob auf. In seinem Zimmer ist es dunkel, aber unter der Tür schimmert ein Streifen Licht. Es summt und brummt im Nebenzimmer. Jakob steigt aus dem Bett und macht die Tür auf. Er sieht seinen Vater im Lehnstuhl vor dem Fernsehapparat. Auf dem Bildschirm schleppen zwei Einbrecher eine Kiste weg. Der Vater schläft, Jakob rüttelt den Vater wach. „Aber jetzt marsch ins Bett mit dir!“ sagt Jakob.</p>
<p>Lene Mayer-Skumanz: <em>Jakob und Katharina.</em><br />
Wien: Herder Verlag, 1986</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/kindergeschichten.wordpress.com/2187/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/kindergeschichten.wordpress.com/2187/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/kindergeschichten.wordpress.com/2187/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/kindergeschichten.wordpress.com/2187/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/kindergeschichten.wordpress.com/2187/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/kindergeschichten.wordpress.com/2187/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/kindergeschichten.wordpress.com/2187/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/kindergeschichten.wordpress.com/2187/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/kindergeschichten.wordpress.com/2187/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/kindergeschichten.wordpress.com/2187/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/kindergeschichten.wordpress.com/2187/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/kindergeschichten.wordpress.com/2187/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/kindergeschichten.wordpress.com/2187/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/kindergeschichten.wordpress.com/2187/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2187&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Don’t bully me: a personal diary</title>
		<link>http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/27/don%e2%80%99t-bully-me-a-personal-diary/</link>
		<comments>http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/27/don%e2%80%99t-bully-me-a-personal-diary/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 May 2011 13:12:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[auf Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Gefahr]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Mobbing - Bullying]]></category>

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		<description><![CDATA[Don’t bully me: a personal diary Sunday morning 7.30 Dear Diary Had a bad dream last night. I was running… and running. There was this huge tiger chasing me. I was running faster and faster but I couldn’t get away. &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/27/don%e2%80%99t-bully-me-a-personal-diary/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2148&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Don’t bully me: a personal diary</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Sunday morning 7.30</strong><br />
Dear Diary<br />
Had a bad dream last night. I was running… and running. There was this huge tiger chasing me. I was running faster and faster but I couldn’t get away. It was getting closer and then &#8230; I woke up.<br />
I held Flo in my arms. She makes me feel safe – she knows what’s going on. I can tell her. Keep having bad dreams. Didn’t use to be like that. I used to have loads of friends – like Sara and Jenny. Sara asked me to go to the shops but&#8230;<br />
School’s been HELL since SHE came. I hate hate HATE her!!! I hate hate HATE her!!!</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Sunday evening 20.15</strong><br />
Dear Diary<br />
Went to Grandad’s.<br />
Lucy came and we climbed the big tree. We played pirates. School tomorrow. Don’t think I can face it. Go to school and see HER! SHE’LL be waiting. I KNOW she will. Even when she isn’t there I’m scared she’ll come round a corner. Or hide in the toilets like a bad smell. Teachers never check what’s going on in there! If <span style="text-decoration:underline;">ONLY</span> I didn’t have to go. My cat Flo thinks I’ll be ok.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Monday morning 7.05</strong><br />
I had that dream again. Only this time it was HER who was chasing me. I was trying to run away but she kept getting closer and her hand was just on my shoulder&#8230; then I woke up.<br />
I feel sick but I made myself eat breakfast, so mum won’t think anything’s up. Can’t tell anyone. They will think I’m soft and I’m not. It’s just that girl and what SHE does to me.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Monday evening 20.30</strong><br />
Dear D<br />
SHE was there. <strong>Waiting</strong>. Just routed the corner from school where nobody could see her. SHE grabbed my arm and it behind my back.<br />
Said if I gave her money SHE wouldn’t hit me. I gave her what I had. I didn’t want to be hit. “I’ll get you tomorrow!” SHE said and pushed me over before she walked off.<br />
It hurt like hell. SHE ripped my favorite trousers!<br />
Told mum I fell over. She sewed them up. I feel like telling Sara or Jenny but they won’t understand!! Glad I’ve got you and Flo to talk to.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Tuesday morning 7.30</strong><br />
Couldn’t sleep last night. Just lay there. Too scared to go to sleep. Too scared I’d have that dream, again. SHE’ll be waiting for me. Why does SHE always pick on ME? I haven’t done anything to her. Must have dropped off, cos next thing mum was waking me. Couldn’t eat breakfast. Gave it to Sam so mum wouldn’t notice.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Tuesday evening 20.00</strong><br />
SHE followed me out of school – all big and tough.<br />
SHE pulled my hair. Wanted to scream but I didn’t want to give her the satisfaction. “You got my money?” SHE spat at me. Shook my head. “I’ll have this,” SHE snarled, snatching my PE bag, “‘til you give it to me.” I’d love to give it to her! Feel like punching her fat face! What can I do? I can’t hit her cos she’s bigger than me.<br />
I can’t ask mum or dad for the money cos they’ll want to know what it’s for.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Wednesday morning 5.30</strong><br />
Diary, I’ve done something bad. Really bad! If mum finds out I don’t know what she’ll do. But I’ll be in big trouble – for sure. Last night I saw mum’s purse on the table. I was on my own and so I took £5. I’ll put it back as soon as I can. I’ll save my pocket money. I’ll try and earn some money. Hope mum doesn’t miss it. She’ll go mad!</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Wednesday evening 19.47</strong><br />
This has been the worst day of my life!!<br />
1st – got told off cos I didn’t have my PE things.<br />
2nd – hadn’t done my homework.<br />
3rd – SHE was by the side gate – waiting.<br />
She twisted my arm and took the money. Threw my bag in the mud.<br />
4th – SHE wants more. I can’t get more.<br />
I’ve already stolen from my mum. I don’t know what to do.<br />
Wish I’d never been born!!</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Thursday morning 8.15</strong><br />
I can’t believe it.<br />
Mum’s found out!!<br />
She wanted to know if anybody had seen her £5 note. We all said no. What else could I say? I feel bad, really bad. I hate lying. Mum said she’s taking me to school. At least I’ll be safe ‘til home time.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Thursday evening 18.30</strong><br />
On the way to school mum asked me if I took the money. She looked so sad. I had thought of lying but seeing her face l just couldn’t. I said yes and like a stupid idiot burst into tears. Mum asked why? And I told her about the girl and what she’d been doing to me. I told her how scared I was. I couldn’t stop crying.<br />
Mum held me and hugged me. When I’d called down, she asked, if there was anyone at school l could talk to? I shook my head. She asked if l would like her to talk to my teacher.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Friday morning 6.35</strong><br />
Dearest Diary<br />
Still woke up real early but I DIDN’T HAVE THAT DREAM!! I feel a bit strange. Know she won’t be in school – they suspended her for a week. What if she’s outside? My teacher said she did it to others – to Jess and Paul. I thought she’d only picked on me. But what happens if she’s there?<br />
Friday evening 20.45<br />
She really wasn’t there!!! I had a talk with a nice lady who said I could talk to her at any time. She said that if anyone is bullying you, you should try and tell somebody. I told Sara and Jenny. Sara said it had happened to her at her last school. Not the money bit but this boy kept picking on her.<br />
We’re all going to look after each other at school so that nobody else will get bullied. Maybe it’ll be ok. When I got home mum made my favorite dinner.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Saturday morning 8.50</strong><br />
No school!! No bad dreams!!<br />
Had a look on the net and there was loads about bullying. I didn’t think that it happened often but it happens all the time! Even to grown-ups and fishes. Did you know that fishes can die from the stress of being bullied?<br />
There are all kinds of helplines and stuff like that – for people, not fishes!! I wish I’d known!</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Saturday evening 21.05</strong><br />
Dad took me and Sam to see a film. It was really funny. We had such a laugh. Sam wanted to know why I never told him about what was going on. “I would have smashed her face!” he said. “That would just have made you a bully too!” I told him.</p>
<p style="text-align:center;">♦♦♦♦</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>What Ellie found out about bullying:</strong></p>
<p style="text-align:justify;">If you are bullied by anyone in any way IT IS NOT YOUR FAULT!<br />
NOBODY DESERVES TO BE BULLIED!<br />
NOBODY ASKS TO BE BULLIED!</p>
<p style="text-align:justify;">There are many ways in which somebody can be bullied. Can you name the ways in which Ellie was bullied?</p>
<p style="text-align:justify;">Here is a list of some of the ways children are bullied:</p>
<p style="text-align:justify;">♦ Being teased<br />
♦ Being called names<br />
♦ Getting abusive messages on your mobile phone<br />
♦ Getting hate mail either on email or by letter<br />
♦ Being ignored or left out<br />
♦ Having rumors or lies spread about you<br />
♦ Being pushed, kicked, shoved or pulled about<br />
♦ Being hit or punched or hurt physically in any way<br />
♦ Having your bag or other belongings taken and thrown about<br />
♦ Being forced to hand over money or your belongings<br />
♦ Being attacked because of your race, religion or the way you speak or dress</p>
<p style="text-align:center;">♦♦♦♦</p>
<p style="text-align:justify;">Ellie found that it helped to keep a diary of what was happening to her. It’s a way of keeping a record of dates and times when things occurred. It’s also a way of not bottling everything up. It is important that you try and tell somebody what is going on.<br />
Maybe you could try talking to a friend who you trust.<br />
Maybe you could try talking to your mum or dad, sister or brother.<br />
Maybe there is a teacher at school who you feel comfortable talking to.<br />
Most schools have an anti-bullying policy and may have somebody (like the kind lady Ellie mentions in her diary) to talk to.</p>
<p style="text-align:justify;">Henriette Barkow<br />
<em>Ellie’s secret diary: don’t bully me</em><br />
London, Mantra Lingua, 2004</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/kindergeschichten.wordpress.com/2148/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/kindergeschichten.wordpress.com/2148/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/kindergeschichten.wordpress.com/2148/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/kindergeschichten.wordpress.com/2148/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/kindergeschichten.wordpress.com/2148/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/kindergeschichten.wordpress.com/2148/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/kindergeschichten.wordpress.com/2148/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/kindergeschichten.wordpress.com/2148/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/kindergeschichten.wordpress.com/2148/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/kindergeschichten.wordpress.com/2148/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/kindergeschichten.wordpress.com/2148/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/kindergeschichten.wordpress.com/2148/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/kindergeschichten.wordpress.com/2148/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/kindergeschichten.wordpress.com/2148/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2148&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>A Shelter in Our Car</title>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 13:02:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[auf Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[A Shelter in Our Car Police cars are coming closer! The sirens hurt my ears and the lights blind my eyes. I jump up, really, really frightened. “Shhh, Zettie, lie down,” Mama says. “We don’t want to be noticed.” We &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/27/a-shelter-in-our-car/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2154&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>A Shelter in Our Car</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Police cars are coming closer! The sirens hurt my ears and the lights blind my eyes. I jump up, really, really frightened.<br />
“Shhh, Zettie, lie down,” Mama says. “We don’t want to be noticed.”<br />
We sink between the clothes on the back seat of the car. “Mama, it’s creepy sleeping in our car,” I whisper.<br />
“I know,” she says. “Things happen in the city. Police cars are always on some kind of chase.”<br />
She holds me close until the sirens stop.<br />
When all is quiet, Mama drives down Chandler Avenue and parks in front of a courtyard apartment house. Its garden is filled with flowers – bougainvilleas, roses, hibiscus – in the streetlight, their colors as bright as the flowers in the yard we left behind in Port Antonio. Mama and I love parking in this spot.<br />
For weeks, a For Rent sign has hung in one of the windows. We asked about it last week, but the owner told us he’d only rent to someone with a steady job. And he wants the first and last months’ rent, which Mama doesn’t have.<br />
I close my eyes. Soon I’m in dreamland, back home in Jamaica with Papa and Grandma Mullins. We’re picnicking on the beach. Waves pound against the rocks. Crash, bang! I wake up. No, I’m not in Jamaica. I’m in America. And it’s not the waves crashing against rocks. Someone’s knocking on our car window.<br />
A flashlight glares in our eyes.<br />
“What are you doing here, lady?” a policeman asks sternly.<br />
“My little girl and I are only stopping for the night, sir.”<br />
“No overnight parking here,” he growls. “Get moving!”<br />
“I will, sir, but we’re not doing anything wrong,” Mama says. She gets into the front seat and drives away. Tears roll down her cheeks, like they did when Papa died.<br />
I lean over and stroke her ‘locks. “Mama, why don’t we go by Magnolia Avenue, over near the park? There, the police don’t even bother Mr. Williams when he sleeps on the bench.”<br />
“That’s my girl! I forgot about that place.”<br />
She parks the car on Magnolia Avenue. We settle down, and soon I’m asleep in her arms.<br />
Early next morning, Mama wakes me up and reminds me, “Let’s use the rest room in the park before it gets crowded.”<br />
It’s chilly there, and I shiver as I put on my school clothes. Then I splash water on my face from the faucet.<br />
“Mama, this water is cold as ice.”<br />
“Try to be brave,” she whispers.<br />
We go outside and sit down on a bench. Mama braids my hair in four plats, the way I like it, but she pulls hard to make it look just right. I start singing a song I made up, trying not to notice when she yanks too hard.<br />
For a while Mama hums along, but when I sing louder, she puts a finger to her lips.<br />
“Not so loud, Zettie. You’ll wake Mr. Williams.”<br />
Mama opens our little ice chest and makes peanut butter and jelly sandwiches. We drink some leftover orange soda. It’s sweet, but flat. We’ve had it for three days.<br />
“I wish we had some hot chocolate,” I say. “The kind you used to make from the cocoa beans we picked near home.”<br />
“It makes me sad that you don’t have some.” She looks into my eyes. “Do you remember the sun in Jamaica?” Mama asks. “How brightly it shone after a shower of rain?”<br />
I do remember. Especially on cold, cloudy days like today. Why did Papa have to die? With Mama’s now-and-then day jobs and her working so hard going to community college, it’s like having dark, wet days all the time.<br />
“When I get a steady job there’ll be sunshine again,” Mama says, as if she read my mind.<br />
I’m silent. I hear that from Mama all the time, but things are so hard now.<br />
On the way to school, I say, “Mama, could you …”<br />
“What is it, Zettie?”<br />
“Could you drop me off at the corner behind the school?”<br />
“Why?” she asks.<br />
“Mean boys say our car is old and junky. They make fun of the flag in the window. Why do you have to keep it there, Mama?” I snap.<br />
She pulls over and hugs me. “Pay them no mind, my child. Get your book learning just like your Papa did, and hold your head high. I’ll take down the flag.”<br />
I hurry out of the car to get away. “I’ll wait for you on the playground after school,” I call out over my shoulder.<br />
Mama picks me up after school. I duck my head into my jacket so no one will recognize me as I scurry into the car.<br />
“There were no office jobs at the Temporary Agency today,” Mama tells me.<br />
“Does that mean we’ll eat peanut butter and jelly again tonight?” I grumble and turn my whole body away from her.<br />
“No! I did something else, though. Guess what?”<br />
“I don’t care,” I say. “We’ll never get an apartment if you don’t get a steady job!”<br />
“I handed out fliers at a Health Fair. Didn’t make much money, but I have enough to buy some supper and some gas for the car.”<br />
My face feels hot and my chest is tight. Why can’t Mama do some other kind of work?<br />
My tummy growls. I begin to forget about being angry. “Can we get hot dogs and buns to share with Ana Mae and Benjie at the park?”<br />
When we arrive, Benjie runs up to me. He’s eight, just like I am, but small and bony. Mama makes us all some dinner. His eyes shine when he sees the hot dogs, and I wonder if he has eaten anything today.<br />
“Want to come with me look for empty cans and bottles to sell?” Benjie ask afterwards<br />
“I don’t know …” I say. Mama watches me pretty closely and doesn’t pretty like my rummaging around. Benjie is saving money from the cans and bottles we sell, to help his mother. He already has $1.50.<br />
“Stay where I can see you, and be careful,” Mama calls. Benjie runs around and between the trees looking for thrown-away bottles and cans. He starts to dig into the garbage cans to find some. But I tell him that’s dangerous, that he can’t tell what might be inside, and he stops.<br />
We’re happy with Benjie’s pile today. He’ll probably make another dollar.<br />
“You’re my best friend,” Benjie tells me as he waves.<br />
“You are mine too,” I say.<br />
That night Mama and I curl up on the back seat of the car and Mama reads to me from a book we got at the library.<br />
“Sleeping in the car is better than at the church shelter,” I tell Mama. “I hated that noisy, crowded place! A baby cried the whole time. Remember?”<br />
“That’s why I’d rather use our car as a shelter, Zettie,” she answers.<br />
I snuggle beside her and she begins to study for one of her exams.<br />
The next day after school, I read my book as I wait for Mama on the playground. Just as I turn the page, Alex the bully sneaks up behind me and yanks my plats.<br />
“Junk Car Zettie!” he teases. “Watch out for Junk Car Zettie!” he calls to his friends. They all laugh and yell it out real loud, “Junk Car Zettie!”<br />
“Dumbbells!” I snap at the boys.<br />
That makes them really angry. Alex pulls my plats again, hard!<br />
I’m scared now. Not a teacher around anywhere. What should I do? Finally, I run, faster than I ever thought I could run. Away from the playground down the street to a far corner. Now they can’t see me.<br />
I’m out of breath and panting when I see Mama drive up the street next to the school gate. She gets out of the car to look for me.<br />
“Mama! Mama!” I call, waving to get her attention, but she doesn’t see me. She gets back into the car and turns around. I shout louder and run toward her, but I trip and she drives away.<br />
My knee is skinned and bleeding. I put some spit on it and hobble back to the corner. Then I sit down and cry. Our lives have changed so much since Papa died …<br />
I wait for a while, my eyes still on the playground, but Mama doesn’t return. Where did Mama go? Knowing that she’s out looking for me only makes me cry harder.<br />
I open my eyes to the whirr of a motorcycle stopping. It’s a policeman! Am I in trouble?<br />
He asks, “Are you lost?”<br />
“No, sir. My mama is late picking me up.”<br />
“I can’t leave you here alone,” he says. He sounds kind.<br />
He stays close to watch … but not too close. I didn’t know a policeman could be so nice. I thought they were all mean like that one who shouted at Mama and made her cry that night.<br />
It seems like forever that I wait. I only have Mama now, I think. Where is she? What will happen to me if anything happens to her? Will the policeman have to place me in a foster home? Living in a car isn’t the best thing in the world, but at least I’ve had Mama loving me and taking care of me.<br />
Then I hear a car honking.<br />
It’s Mama. Tears spatter her face. She cries, “Why did you leave the playground, Zettie? Why?” Sobbing, I tell her what happened.<br />
“I was scared, Mama. That’s why I ran down here.”<br />
“I thought you went to the park,” she continues. “Benjie and Ana Mae helped me look for you. We were all so worried. Thank goodness you’re safe.” She waves to the policeman to let him know everything’s okay.<br />
Between tears, I force a smile, happy that Mama’s with me again. Her eyes are still red. I can tell she was crying a lot, worrying about me.<br />
She puts her arm around me. “We both need to relax tonight,” she says. “I worked a long day at the Health Fair again and they paid me for more hours. Let’s celebrate this evening.”<br />
We drive to a cafeteria for spaghetti and ice cream. After supper, Mama winks. “Surprise! We’ll sleep in a real bed tonight.”<br />
“In a motel? That really comfy one we slept in last time?” I cry out.<br />
As soon as we check into our room, I dash inside the bathroom and turn on the shower. The water tickles my back.<br />
“Oh Mama, warm water feels sooo good! I wish I could have a shower every day.”<br />
When I jump into bed, I stretch out, wiggle my toes and bring the clean sheet up to my nose. Mama hugs me and calls me Buttercup, and I can feel her love washing over me.<br />
“How would you like to sleep in a bed all summer instead of in our car?” she asks.<br />
“At the Health Fair, the woman there offered me a job. I’m going to help in a program for people like us, people who work hard to find homes. We’ll be able to afford a room,” Mama explains.<br />
“Oh, Mama! Will you be able to save for that courtyard apartment while you work there? And study too?”<br />
“I hope so,” she says and hugs me tighter.<br />
I nestle in her arms. “Mama, I’m sorry for being mean sometimes.” Then I snuggle closer and fall asleep, knowing that, with or without an apartment, I’ve got Mama and she’s got me.</p>
<p style="text-align:justify;">Monica Gunning<br />
<em>A Shelter in our car</em><br />
San Francisco, Children’s Book Press, 2004</p>
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		<title>Neglect the fire and you cannot put it out &#8211; Lew Tolstoi</title>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 12:48:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[auf Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmerksamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Freundlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Neglect the fire and you cannot put it out There once lived in a Russian village a peasant named Ivan. He was well off. He was the best worker in the village, and he had three healthy sons who were &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/27/neglect-the-fire-and-you-cannot-put-it-out-leon-tolstoy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2169&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Neglect the fire and you cannot put it out</strong></p>
<p style="text-align:justify;">There once lived in a Russian village a peasant named Ivan. He was well off. He was the best worker in the village, and he had three healthy sons who were good workers too. His old father was the only one in the family who was not able to do anything, and they took good care of him. They had all they wanted to eat and wear, and would have been happy had it not been for Ivan’s neighbor, Gavrilo the Lame. For Ivan and Gavrilo hated each other.</p>
<p style="text-align:justify;">Once they had been good friends. Then a little thing happened − such a foolish little thing! A hen, belonging to Ivan’s daughter laid an egg in Gavrilo’s yard. Every day this hen had laid an egg in her own shed, and when the daughter heard her cackle, she would go out and get the egg; but this time boys frightened the hen and she flew over the fence. Ivan’s daughter was busy that day and did not go for the egg until evening. Then she could not find it, and the boys told her where to look. So she went to her neighbour and met Gavrilo’s mother.</p>
<p style="text-align:justify;">“What is it you want, young woman?”</p>
<p style="text-align:justify;">“Granny, my hen has been in your yard today – did she not lay an egg there?”</p>
<p style="text-align:justify;">The old woman thought that Ivan’s daughter was accusing her of taking the egg, so she answered crossly.</p>
<p style="text-align:justify;">“I have not set eyes on her. We have hens of our own, and they have been laying for quite a while. We have gathered our own eggs, and we do not need other people’s eggs. Young woman, we do not need to go to other people’s yards to gather eggs.”</p>
<p style="text-align:justify;">Ivan’s daughter did not like this. She replied sharply and Gavrilo’s mother answered still more sharply. Ivan’s wife came by carrying water; Gavrilo’s wife stepped out of her door, and they were all talking at once, scolding and calling each other names. Then the men came up to take the part of their wives and began to hit each other. And Ivan, who was the stronger, hurt Gavrilo the Lame.</p>
<p style="text-align:justify;">Gavrilo took the case to the village court, declaring that he would have Ivan punished. When Ivan’s father heard of it, he spoke firmly.</p>
<p style="text-align:justify;">“Children, you are doing a foolish thing. Think of it! The whole affair began from an egg. One egg isn’t worth much. There should be enough for everybody. You have said too many cross words; now show them how to say kind ones. Go and make peace, and let there be an end to it. If you keep it up, it will get worse and worse.”</p>
<p style="text-align:justify;">But Ivan and his family did not listen. They thought the old man was talking nonsense. Instead of making peace, Ivan went to the court himself and tried to get Gavrilo punished for tearing his shirt when they quarreled over the egg.</p>
<p style="text-align:justify;">After that, the neighbors quarreled every day and always over some foolish thing. They went to court so often that the judge was tired of seeing them coming. And so it went on for six years.</p>
<p style="text-align:justify;">At last, Ivan’s daughter accused Gavrilo in public of stealing horses and Gavrilo struck her so that she was sick for a week. This time it was more serious, and when Ivan took the case to court the judge ordered that Gavrilo be whipped; for this was one of their ways of punishing men who did wrong − and it always hurt very much. When Gavrilo heard what was to be done to him, he turned so white and muttered so angrily that even the judge was alarmed and begged Ivan to forgive him and withdraw the case. But Ivan would not, and went home to tell his father that Gavrilo was to be punished at last.</p>
<p style="text-align:justify;">“Ivan,” said the old man, “you are not doing right. You see his badness, but you forget your own. Jesus taught us something quite different. If a cross word is said to you, keep quiet. If they box your ears, turn the other cheek. Make peace with him. It is not too late to stop his being punished, and then you can invite him and his family to dinner.”</p>
<p style="text-align:justify;">Then, when Ivan did not start at once, his father added, “Go now, Ivan. Your anger is like fire. Put it out at the start, for when it burns hotly you cannot control it.”</p>
<p style="text-align:justify;">Ivan began to see what his father meant. He was ready to go and make peace, when the women came in and said that Gavrilo was so angry that he had threatened to set fire to the house. Then Ivan grew hot again, just as if he were on fire himself, and would not stop Gavrilo’s punishment.”</p>
<p style="text-align:justify;">That night, Ivan remembered what Gavrilo had said about setting a fire and he was so troubled that he went out to examine the yard. He walked softly along by the fence. He had just turned the corner when it seemed to him that something stirred at the other end, as though it had got up and sat down again. Ivan stopped and stood still – he listened and looked; everything was quiet, only the wind rustled the leaves in the willow in the tree and crackled through the straw. It was pitch-dark, but his eyes got used to the darkness. He stood and looked, but there was no one there.</p>
<p style="text-align:justify;">“It must have only seemed so to me,” said Ivan, “but I will go and see.”</p>
<p style="text-align:justify;">He stepped so softly that he could not hear his own footsteps. He came to the corner and stopped. He could clearly see someone in a cap squatting down with his back toward him, and setting fire to a bunch of straw in his hands. He stood stock-still.</p>
<p style="text-align:justify;">“Now,” he thought, “he will not get away from me. I will catch him on the spot.”</p>
<p style="text-align:justify;">Then it grew bright. The flame licked up the straw in the shed and leaped to the roof. It was no longer a small fire. Gavrilo showed plainly in the light of it. Ivan made a rush for him, but Gavrilo got away and, lame as he was, ran like a hare. Ivan, however, overtook him and caught him by the skirt of his coat, but the skirt tore off and Ivan fell down and hurt his head. When he got up, Gavrilo was gone. It was light as day, and Ivan could hear the roaring and crackling in his yard. Then he saw the burning straw from the shed being blown toward the house.</p>
<p style="text-align:justify;">Ivan tried to get there to stop it. “If I could only pull the straw out of the shed and put out the fire!” he thought. But his feet would not move at all, at first. Then they tripped each other up. People came running, but nothing could be done. The neighbours dragged their own things out of their houses and drove out the cattle. After Ivan’s house, Gavrilo’s caught fire; a wind rose and carried the fire across the street. Half the village burned down.</p>
<p style="text-align:justify;">All they saved from Ivan’s house was his old father who had fled to a distant part of the village. When Ivan went to see him, the old man said, “What did I tell you, Ivan? Who burned the village?”</p>
<p style="text-align:justify;">“He did, Father,” said Ivan. “I caught him at it. If I could only have seized the burning bunch of straw and pulled it out, it wouldn’t have happened.”</p>
<p style="text-align:justify;">“Ivan,” said his father again, “who was really to blame?”</p>
<p style="text-align:justify;">Ivan stared. Then he remembered how he had hurt Gavrilo in the first place – and how he had not gone to make the peace with him while there was yet time.</p>
<p style="text-align:justify;">“I was to blame, Father,” said he. Then Ivan was silent.</p>
<p style="text-align:justify;">After a minute, the old man said, “Ivan.”</p>
<p style="text-align:justify;">“Yes, Father.”</p>
<p style="text-align:justify;">“What is to be done now?”</p>
<p style="text-align:justify;">“I do not know, Father. How am I to get on? Everything I had is burned.”</p>
<p style="text-align:justify;">“You will get along. With God’s aid, you will get along. But remember, Ivan, you must not tell anyone that Gavrilo started the fire. If you do not tell, God will forgive you both.”</p>
<p style="text-align:justify;">Ivan did not tell and nobody found out how the fire started. Then Ivan began to feel sorry for Gavrilo. And Gavrilo, in turn, was surprised because Ivan did not tell. At first he was afraid of Ivan, but after a little, he got used to him. The men stopped quarreling and so did their families. While they were rebuilding, they lived together in one house, and when the village was built again, Ivan and Gavrilo were still neighbours. After that, they were always friendly.</p>
<p style="text-align:justify;">Ivan never forgot what his father had told him about putting out the fire at the beginning. If a person spoke sharply to him, he answered kindly. Then the person was ashamed, and there was no quarrel. So Ivan was happier than ever before, and no one in the village had so many friends.</p>
<p style="text-align:right;">Leo Tolstoy</p>
<p>Anna Curtis<br />
Lighting candles in the dark<br />
Philadelphia, FGC, 2001</p>
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		<title>The traveller &#8211; an arabian tale</title>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 12:41:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[auf Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>

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		<description><![CDATA[The traveller Once a traveller was wandering through a vast desert in which nothing grew, not a tree or even a blade of grass. By chance he came across a deep pit. He looked inside it, hoping that maybe it &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/27/the-traveller-an-arabian-tale/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2166&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>The traveller</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Once a traveller was wandering through a vast desert in which nothing grew, not a tree or even a blade of grass. By chance he came across a deep pit. He looked inside it, hoping that maybe it contained some water. He was astonished to find that all it contained were several wretched creatures. They had slipped down its steep and slippery sides and fallen into the pit. They were a monkey, a snake, a tiger and also a man.</p>
<p style="text-align:justify;">‘I would be doing a good deed if I were to rescue this poor man who has fallen among these dangerous animals,’ the traveller said to himself.</p>
<p style="text-align:justify;">The traveller happened to have with him a long rope, so he let it down into the pit and called out to the man to take hold of it. But the monkey, being such a nimble animal, was the first to grasp the end of the rope and to climb out to safety.</p>
<p style="text-align:justify;">So the traveller let down the rope a second time, only to find that the snake had twirled itself round it and had come out. When he let down the rope a third time, the traveller was alarmed to find that the tiger, with its great strength, had caught hold of the rope with his claws and had made its way up into the open air.</p>
<p style="text-align:justify;">The traveller now found himself facing these three animals and was amazed to find them bowing down in front of him in thanks for the good deed he had done. At the same time they said to him:</p>
<p style="text-align:justify;">‘But do not help the man to come out of the pit because there is nothing so ungrateful as a man and especially this one.’</p>
<p style="text-align:justify;">Then the monkey said to the traveller: ‘My home is in a mountain close by the city. One day I hope I may have the chance to repay you in some way for your kindness.’</p>
<p style="text-align:justify;">‘And my home,’ said the tiger, ‘is also in a mountain near to the city. I, too, am always at your service for having rescued me from certain death in that terrible pit.’</p>
<p style="text-align:justify;">‘And I,’ said the snake, ‘have my home in the walls of that city. If by any chance you should pass by my way and be in need or any help, be sure that I am always ready to do what I can for you.’</p>
<p style="text-align:justify;">The three animals then bowed down again to the traveller in thanks and went on their way in the direction of the city.</p>
<p style="text-align:justify;">The traveller then remembered that the man was still in the pit.</p>
<p style="text-align:justify;">Paying no heed to the animals’ warning, he again let the rope down into the pit. It was only with much difficulty that he was able to pull the man out of the pit.</p>
<p style="text-align:justify;">The man immediately kissed his hands in thanks and said:</p>
<p style="text-align:justify;">‘I am a jeweller from the nearby city where I have a shop. If you are ever in need of help, do not hesitate to call on me. I shall be delighted to repay you for having saved my life.’</p>
<p style="text-align:justify;">The two men shook hands and the jeweller made his way to the city. The traveller continued on his journey.</p>
<p style="text-align:justify;">Now it so happened that some weeks later the traveller passed by the city and found the monkey coming towards him.</p>
<p style="text-align:justify;">The monkey immediately bowed down in front of him saying: ‘I wish I could give you a present to express my thanks to you but we monkeys own nothing in this world.’</p>
<p style="text-align:justify;">‘However, if you sit down here and rest a while I shall at least bring you something to refresh you after your journey.’</p>
<p style="text-align:justify;">The monkey ran off and after a while brought back a variety of delicious fruits which they enjoyed together. The monkey left and the traveller continued on his way. As he approached the main gate to the city, the traveller was surprised to find the tiger appearing before him.</p>
<p style="text-align:justify;">The tiger having bowed down in front or the traveller, said:</p>
<p style="text-align:justify;">‘How can I ever repay you for your kindness? I would like to bring you a present in gratitude for having rescued us from starvation in that pit. Just wait here and I shall see what I can find.’</p>
<p style="text-align:justify;">The tiger bounded off and secretly entered the king’s palace. With great stealth he made his way to the room where the King’s daughter was still sleeping.</p>
<p style="text-align:justify;">On a table by the bed the tiger saw a beautiful necklace. The tiger took it and brought it as a present to the traveller.</p>
<p style="text-align:justify;">Not knowing that it had been stolen from the king’s palace, the traveller accepted the necklace and thanked the tiger. He was amazed at the generosity of animals, how both the monkey and the tiger had insisted on repaying him for his kindness.</p>
<p style="text-align:justify;">As the traveller had no use for a necklace, he called to mind the man he had saved from the pit and who had said that he was a jeweller. He went to see if he would buy the necklace.</p>
<p style="text-align:justify;">The jeweller greeted the traveller in his shop. Directly he saw the necklace, he recognised it as one he himself had made for the king to give to his daughter.</p>
<p style="text-align:justify;">Instead of asking the traveller how he had come by the necklace, the jeweller decided to go straight away to the palace. ‘This is the chance of a lifetime,’ he told himself. ‘Let me go to the king and tell him that not only have I found the princess’s necklace but I also know the man who stole it. The King will surely reward me handsomely.’</p>
<p style="text-align:justify;">‘Stay here while I arrange for you to be sent some food,’ the jeweller told the traveller, and he hurried off to the palace.</p>
<p style="text-align:justify;">The King immediately recognised the necklace as the one he had made for the princess and which she reported had just been stolen from her room.</p>
<p style="text-align:justify;">‘Go to the jeweller’s shop,’ the King ordered his guards, where you will find a young man who is a stranger to this city. Seize him and bring him here immediately.’</p>
<p style="text-align:justify;">Turning to the jeweller, the king thanked him for the return of the precious necklace, then added:</p>
<p style="text-align:justify;">‘But I am especially grateful to you for having found the scoundrel who was so shameless as to go into my daughter’s room and steal the necklace from beside her as she slept. I shall reward you well for what you have done.’</p>
<p style="text-align:justify;">In the meantime the traveller who was still in the jeweller’s shop awaiting the man’s return, was roughly seized by the king’s guards and taken to the palace. There he was thrown down in front or the Kind’s throne.</p>
<p style="text-align:justify;">He tried to explain that the necklace bad been given to him by a tiger, and this made the king even more angry against him.</p>
<p style="text-align:justify;">‘Do you take me for a fool?’ the king shouted at the unfortunate man. ‘Take him away and beat him, then put him in a cell by himself till tomorrow morning when I order that he be hanged in the main square of our city as a warning to others.’</p>
<p style="text-align:justify;">The poor traveller was thrown into a small dungeon from where he was taken out for regular beatings. During all this time he would call out:</p>
<p style="text-align:justify;">‘If only I had listened to the words of the monkey, the tiger and the snake and not taken that jeweller from the pit.’</p>
<p style="text-align:justify;">It so happened that his words were heard by the snake who lived in a crevice in one of the city’s walls. The snake immediately tried to think of some way of rescuing the traveller from the prison and so save him from being executed in the main square the following morning.</p>
<p style="text-align:justify;">The snake immediately set out to the palace and quietly made its way to the room where the King’s daughter lay sleeping. It then bit her on the arm and the poison entered her whole body. The girl called out in pain and right away the best doctors in the city were called to the bedside. Not one of them was able to do anything for her and she remained in a state between life and death, while the King shed bitter tears for his beloved daughter.</p>
<p style="text-align:justify;">Next the snake went to one of its sisters who was a genie. It told the genie how the traveller had rescued it from the pit and how this man was now lying in prison.</p>
<p style="text-align:justify;">So the sister snake who was a genie made itself invisible and entered the room of the girl without any of the doctors, or the king himself, noticing.</p>
<p style="text-align:justify;">‘Your cure,’ she told the dying princess, ‘lies in the hands of only one man. This man has been wrongfully imprisoned. Early tomorrow morning he will be put to death. Your only hope is for your father to have this man brought here at once.’</p>
<p style="text-align:justify;">The sister snake then returned to the prison where the poor traveller was being held.</p>
<p style="text-align:justify;">‘You should have heeded brother’s words,’ it told him, ‘and not rescued that ungrateful man from the pit. But I hope that the King will shortly order you to be taken to the palace where you will be asked to cure the princess of the poison that my brother has injected into her!’</p>
<p style="text-align:justify;">‘And how am I to do such a thing?’ asked the traveller. ‘I am no doctor and have no knowledge of such poisons.’</p>
<p style="text-align:justify;">The sister snake then showed the traveller some leaves that it had taken from a special tree.</p>
<p style="text-align:justify;">‘Take these leaves,’ she told the man, ‘and soak them in water, then have the princess drink the water when you are taken to the palace. This medicine will immediately allow the princess to arise from her bed in perfect health.’</p>
<p style="text-align:justify;">The princess had whispered to her father that a mysterious voice had told her that she could be cured only by a foreigner to the city who now lay in prison. This person, who was innocent of any crime, should be brought in all haste to the palace as she felt that her strength was steadily being taken from her by the poison that was in her body.</p>
<p style="text-align:justify;">So the King, who had despaired of his lovely daughter recovering, ordered the prisoner to be brought to the room where the princess lay.</p>
<p style="text-align:justify;">Then the traveller asked for a glass of water and he soaked the leaves in it and gave the water to the princess.</p>
<p style="text-align:justify;">The King and those with him were amazed to see the princess rise up from her bed, healthy and as though nothing had happened to her. The king then asked the traveller to tell him his story and how it was that the necklace had been stolen from the princess’s bedroom.</p>
<p style="text-align:justify;">The traveller told the King his history from the very beginning, from the time he had rescued the monkey and the tiger and the snake from the pit, and also the man who turned out to be the jeweller.</p>
<p style="text-align:justify;">He recounted how each of the animals had in a different way shown its gratitude and how the tiger had stupidly stolen the necklace and had then given it to him as a present.</p>
<p style="text-align:justify;">Only the man, the jeweller, had failed to show his gratitude. Instead he harmed him by telling the king that it was the traveller who had stolen the necklace and had then tried to sell it.</p>
<p style="text-align:justify;">So the King ordered that the jeweller should be brought to the palace. The King then told him that he should have made sure of the man’s guilt before reporting against him.</p>
<p style="text-align:justify;">‘This man had saved your life and you owed him a favour,’ the king told the jeweller. ‘If it had not been for his friend, the snake, this traveller would have been wrongly put to death tomorrow morning.’</p>
<p style="text-align:justify;">‘All that you cared about was the reward that you would receive from me for having found the necklace.’</p>
<p style="text-align:justify;">The king ordered that the jeweller be arrested for the bad way he had behaved towards the man who had rescued him from the pit.</p>
<p style="text-align:justify;">‘Truly,’ said the king, ‘animal is capable of showing more gratitude than man.’</p>
<p>Denys Johnson-Davies<br />
<em>The traveller</em><br />
Dubai, Jerboa Books, 2006<br />
(Adapted)</p>
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		<title>The Cats in Krasinski Square</title>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 12:32:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[auf Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>

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		<description><![CDATA[The Cats in Krasinski Square The cats come from the cracks in the Wall, the dark corners, the openings in the rubble. They know I can offer only a gentle hand, a tender voice. They have no choice but to &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/27/the-cats-in-krasinski-square/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2162&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>The Cats in Krasinski Square</strong></p>
<p>The cats come from the cracks in the Wall, the dark corners, the openings in the rubble.<br />
They know I can offer only a gentle hand, a tender voice.<br />
They have no choice but to come.<br />
They belonged once to someone.<br />
They slept on sofa cushions and ate from crystal dishes.<br />
They purred, furrowing the chests, nuzzling the chins of their beloveds.<br />
Now they have no one to kiss their velvet heads. I whisper, “I have no food to spare.”<br />
The cats don&#8217;t care.<br />
I can keep my fistful of bread, my watery soup, my potato, so much more than my friend Michal gets behind the Wall of the Ghetto.<br />
The cats don&#8217;t need me feeding them.<br />
They get by nicely on mice.<br />
I look like any child playing with cats in the daylight in Warsaw, my Jewish armband burned with the rags I wore when I escaped the Ghetto.<br />
I wear my Polish look, I walk my Polish walk.<br />
Polish words float from my lips and I am almost safe, almost invisible, moving through Krasinski Square past the dizzy girls riding the merry-go-round.<br />
My brave sister, Mira, all that is left of our family, my brave sister tells me the plan, the newest plan to smuggle food inside the Ghetto.<br />
Her friends will come on the train, carrying satchels filled not with clothes or books, but bread, groats, and sugar.<br />
I know the openings in the Wall.<br />
The cats have taught me.<br />
I show Mira on a map her friend Arik has drawn.<br />
“Every crack will be filled with food,” Mira says, bringing our thin soup to simmer on the ring.<br />
I ask to smuggle the bread through the spot near Krasinski Square where Michal lives on the other side of the Wall.<br />
Mira knows the danger, but she nods.<br />
I fall back onto the mattress and the big room dances with light.<br />
But on the day, when the train is already rolling toward Warsaw, Arik, breathless, bursts into our room and says the Gestapo knows of the train and the satchels, and they&#8217;ll be waiting at the station with their dogs to sniff out the smugglers.<br />
The look that passes between Arik and Mira frightens me more than a knock on the door in the night.<br />
I cannot remain inside.<br />
Instead, I wear my Polish look, I walk my Polish walk.<br />
Polish words float from my lips as I move through Krasinski Square, singing a nonsense song.<br />
The cats come from the cracks in the Wall, the dark corners, the openings in the rubble.<br />
And I know what we must do.<br />
We gather the cats, one by one, Mira and Arik, Henryk and Marek, Hanna and Anna, Tosia and Stasia, we gather the cats into baskets and head to the station, where we spread out, waiting for the train, behind the Gestapo and their straining, snarling dogs.<br />
Suddenly steam and the scream of the whistle.<br />
The train pulls in, passengers stream off.<br />
The dogs are set loose, their sharp barks echo through the station.<br />
They fly toward the men and women, the girls and boys with the strong scent of bread, groats, and sugar about them.<br />
But before the dogs can reach their prey, we open our baskets and let the cats loose.<br />
The station explodes into chaos as frenzied dogs turn their wild hunger on the cats, who flee in every direction, slipping through cracks, into dark corners, between openings.<br />
The smuggled food vanishes from the station, vanishes from our side of Warsaw, through the Wall, over the Wall, under the Wall, into the Ghetto.<br />
Including my basket, with a loaf of bread for Michal, taken by grateful hands.<br />
And the music from the merry-go-round floats in the air, rising, tinsel-bright, above Krasinski Square.</p>
<p>Karen Hesse; Wendy Watson<br />
The Cats in Krasinski Square<br />
New York, Scholastic Press, 2004</p>
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		<title>Christmas in the trenches</title>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 12:28:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[auf Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Dialog]]></category>
		<category><![CDATA[Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[Christmas in the trenches The only thing separating the two armies on that cold December night in 1914 was a barren stretch of muddy ground called No Man’s Land. It was in this setting that the miracle began. A faint &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/27/christmas-in-the-trenches/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2158&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Christmas in the trenches</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><em>The only thing separating the two armies on that cold December night in 1914 was a barren stretch of muddy ground called No Man’s Land. It was in this setting that the miracle began.</em></p>
<p style="text-align:justify;"><em>A faint sound of singing cut through the frosty air.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Stille Nacht, heilige Nacht&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Then other voices joined in.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Silent night, holy night.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>For a brief time the enemies stopped fighting and behaved as friends. As many as 100,000 soldiers are assumed to have participated in what became known as the unofficial Christmas Truce.</em></p>
<p style="text-align:justify;"><em>It was a grand human moment.</em></p>
<p style="text-align:center;">* *</p>
<p style="text-align:justify;">The presents had been opened and dinner was over. After a long walk through the snow-covered fields, young Thomas Tolliver curled up next to his grandfather and announced, “Grandpa, this was my very favorite Christmas. Do you have a favorite Christmas?”</p>
<p style="text-align:justify;">“Yes, Thomas, I do,” said Grandpa Francis. “I was far away from our home here in Liverpool. It was a Christmas many years ago during the first winter of the Great War.”<br />
“You were in the war, Grandpa?” chirped little Nora, climbing onto his lap. “What was it like? Were you a hero?”<br />
Grandpa smiled.<br />
“Let’s see,” he said. “Why don’t I start at the beginning?”<br />
The two children snuggled closer.</p>
<p style="text-align:justify;">“It was 1914. My mates and I had been on the battlefield for many weeks&#8230;<br />
We were all so young … just boys… lonely and frightened, trying to be brave.<br />
We had spent a long, cold month on the muddy trenches that were now our home.<br />
We all knew that there would be no break in the fighting. We knew we would be spending Christmas in the trenches.<br />
That Christmas Eve was a night like tonight.<br />
The skies were clearing and frost covered No Man’s Land, the field that separated us from the German soldiers.<br />
Staring out toward the enemy trenches, we waited.<br />
Between the bombs and the battles, war is mostly waiting. Waiting to see who will make the next move. That night we figured it would be the Germans.<br />
And we were right.<br />
Suddenly a sentry signaled for silence. All we hushed. A ghostly sound cut through the cold night air.<br />
Singing! It was coming from the enemy’s side of No Man’s Land!<br />
One of the lads who knew German said, “It’s a Christmas carol. He’s singing right well, you know…” Soon, it seemed, every German voice joined in.<br />
When they were finished, what could we do? We sang right back at them! “God Rest Ye Merry, Gentlemen.”<br />
All of us knew that one.<br />
Then they sang something familiar. We couldn’t understand the words… Stille Nacht… but we knew the melody.<br />
It was “Silent Nacht.”<br />
And suddenly in two tongues one song filled the night sky. I never imagined singing could seem so … holy.<br />
“Someone’s coming toward us!” the front-line sentry cried.<br />
As we aimed our rifles into the December darkness, we saw a most amazing sight.<br />
A single man was coming across No Man’s Land. In one hand he held a white truce flag, in the other a Christmas tree shining with candles.<br />
It was so surprising and so brave I couldn’t help myself. I leaped from the trench and walked toward him.<br />
I was the first one. But soon everyone from both sides was out there too.<br />
It was all so new and strange, we were nervous at first. Before long, though, we were trading small gifts—chocolates, tins of meat, whatever we had to share. When we began showing each other photographs from home, we were no longer soldiers, no longer enemies. We were all just sons and fathers far away from our families and loved ones.<br />
Our land Sanders brought out his squeezebox. One of their boys joined in on a nice violin.<br />
And someone had… a ball.<br />
It was quite the Christmas party we had! But all too soon the dawn reminded us it was time to get back to our own sides.<br />
Back to the trenches.<br />
Back to the waiting.<br />
Wondering what had just happened to us and wondering what the next move should be.</p>
<p style="text-align:justify;">That was my favorite memory—that Christmas in the trenches. I’m a different man today because of the boy I was that night.”<br />
Grandpa hugged the children tighter.<br />
“Was I a hero? Ah… for just one night, yes. We were all heroes.”</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Historical Note</strong><br />
Although CHRISTMAS IN THE TRENCHES is a fictional account, the Christmas Truce of 1914 really happened. It was a series of events occurring along the front line that stretched over 400 miles, through eastern France, from the Belgian coast in the north to the Swiss border in the south.<br />
Four months earlier at the start of World War I (or the Great War, as it came to be known), millions of men from all over Europe had responded enthusiastically to the calls of their leaders to enlist. Most people believed it would be a short war, sure to be over by Christmas. But as winter began, thousands of soldiers had been killed or wounded and the ugly reality of the battlefield had set in.<br />
By December 1914, the Allied forces (Belgium, France, and Britain) were locked in a stalemate with the Germans, each side hoping to wait the other out. The troops were shielded by hastily dug trenches. These narrow ditches, although deeper than the height of a standing soldier, provided little protection from the bitter cold of that winter.<br />
Between the two armies was a barren of ground called No Man’s Land, generally wider than the length of two football fields. In some places, only 30 yards separated the entrenched troops. In these spots, they were so near that soldiers on one side could hear their enemies on the other side talking.<br />
From such close quarters, many of the troops must have wondered what the men across the way were really like. Were they content to be stuck in these cold, muddy trenches fighting in the name of the Kaiser or the Queen, or wouldn’t they prefer to be at home? As Christmas Eve approached, many soldiers must have been thinking about home and peace. Some had received packages from their families filled with holiday offerings. Even the royal families of Britain and Germany had shipped gifts to their troops. And Germany had sent Christmas trees to their men on the frontlines.<br />
All along the trenches, remarkable things began to happen. In the midst of a terrible war, men willed the fighting to stop, even if only for a few hours. As many as 100,000 may have participated in the unofficial truces that Christmas.</p>
<p style="text-align:justify;">John McCutcheon; Henri Sørensen<br />
<em>Christmas in the trenches</em><br />
Atlanta, Peachtree Publishers, 2006</p>
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		<item>
		<title>Hiroshima No Pika &#8211; The Flash of Hiroshima &#8211; Toshi Maruki</title>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 12:02:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[auf Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Hiroshima No Pika (The Flash of Hiroshima) That morning in Hiroshima the sky was blue and cloudless. The sun was shining. Streetcars had begun making rounds, picking up people who were on their way to work. Hiroshima’s seven rivers flowed &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/27/hiroshima-no-pika-the-flash-of-hiroshima-toshi-maruki/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2146&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Hiroshima No Pika</strong></p>
<p style="text-align:center;">(<em>The Flash of Hiroshima</em>)</p>
<p style="text-align:justify;">That morning in Hiroshima the sky was blue and cloudless. The sun was shining. Streetcars had begun making rounds, picking up people who were on their way to work. Hiroshima’s seven rivers flowed quietly through the city. The rays of the midsummer sun glittered on the surface of the rivers.</p>
<p style="text-align:justify;">In Tokyo, Osaka, Nagoya, and many other Japanese cities there had been air raids. The people of Hiroshima wondered why their city had been spared. They had done what they could to prepare for an air raid. To keep fire from spreading, they had torn down old buildings and widened streets. They had stored water and decided where people should go to avoid the bombs. Everyone carried small bags of medicine and, when they were out of doors, wore air-raid hats or hoods to protect their heads.</p>
<p style="text-align:justify;">Mii was seven years old and lived in Hiroshima with her mother and father. She and her parents were breakfasting on sweet potatoes, which had been brought in the day before by cousins who lived in the country. Mii was very hungry this morning, and exclaimed about how good the sweet potatoes tasted. Her father agreed that they made a delicious breakfast, though they weren’t the rice he preferred.<br />
Then it happened. A sudden, terrible light flashed all around. The light was bright orange — then white, like thousands of lightning bolts all striking at once. Violent shock waves followed, and buildings trembled and began to collapse.</p>
<p style="text-align:justify;">Moments before the Flash, United States Air Force bomber Enola Gay had flown over the city and released a top-secret explosive. The explosive was an atomic bomb, which had been given the name “Little Boy” by the B-29’s crew “Little Boy” fell on Hiroshima at 8:15 on the morning of August 6, 1945.</p>
<p style="text-align:justify;">Mii was knocked unconscious by the force of the Flash, and when she woke up everything around her was still and dark. At first she couldn’t move, and she heard crackling sounds that frightened her. Far off in the darkness she could see a red glow. Her mother’s voice penetrated the dark, calling her.</p>
<p style="text-align:justify;">Mii struggled out from under the heavy boards that had fallen on top of her. Her mother rushed to her and drew her close and hugged her. “We must hurry,” she said. “The fire&#8230;your father is caught in the flames!”</p>
<p style="text-align:justify;">Mii and her mother faced the fire and began to pray Then Mii’s mother leaped into the flames and pulled her husband to safety Mii watched as her mother examined her father. “He’s hurt badly” she said. She untied the sash from her kimono and wrapped it around her husband’s body as a bandage. Then she did something amazing. She lifted him onto her back and, taking Mii by the hand, started running.</p>
<p style="text-align:justify;">“The river. We must reach the river,” Mother directed.</p>
<p style="text-align:justify;">The three of them tumbled down the riverbank and into the water. Mii lost hold of her mother’s hand.</p>
<p style="text-align:justify;">“Mii-chan! Hang on to me!” her mother shouted.</p>
<p style="text-align:justify;">There were crowds of people fleeing the fire. Mii saw children with their clothes burned away, lips and eyelids swollen. They were like ghosts, wandering about, crying in weak voices. Some people, all their strength gone, fell face down on the ground, and others fell on top of them. There were heaps of people everywhere.</p>
<p style="text-align:justify;">Mii and her mother and father continued their escape and crossed another river. When they reached the far bank, Mii’s mother put her husband down and collapsed on the ground beside him.</p>
<p style="text-align:justify;">Mii felt something moving past her feet. Hop&#8230;hop&#8230; It was a swallow. Its wings were burned, and it couldn’t fly. Hop&#8230;hop&#8230; She saw a man floating slowly down the river. Floating behind him was the body of a cat.</p>
<p style="text-align:justify;">Mii turned and saw a young woman holding a baby and crying. “We escaped this far and then I stopped to feed him,” she said. “But he wouldn’t take his milk. He’s dead.” The young woman, still holding her baby waded into the river. She waded deeper and deeper, until Mii couldn’t see her anymore.</p>
<p style="text-align:justify;">The sky grew dark, and there was a rumble of thunder. It began to rain. Though it was midsummer, the air turned very cold, and the rain was black and sticky.</p>
<p style="text-align:justify;">Then a rainbow arched across the sky pushing the dark away. It gleamed brightly over the dead and wounded.</p>
<p style="text-align:justify;">Mii’s mother lifted Father onto her back again. She took Mii by the hand, and they began to run. Fire was moving toward them at a terrible speed. They ran among piles of cracked roof tiles, over fallen telephone poles and wires. Houses were burning on every side. They came to another river, and once in the water Mii felt suddenly sleepy. Before she knew it, she had gulped down mouthfuls of water. Her mother pulled her head above the water. They reached the other side and kept running.</p>
<p style="text-align:justify;">At long last they reached the beach outside Hiroshima. They could see Miyajima island, wrapped in purple mist, across the water.</p>
<p style="text-align:justify;">Mii’s mother had hoped they could cross over to the island by boat. Miyajima was covered with beautiful pine and maple trees and surrounded by clear water. Thinking that safety was not far away, Mii and her mother and father fell asleep.</p>
<p style="text-align:justify;">The sun went down. Night came and went. The sun rose, then set. It rose and set again, then rose for the third time.</p>
<p style="text-align:justify;">“Please, tell me what day it is,” Mii’s mother asked a man who was passing by He had been looking over the people lying on the beach.</p>
<p style="text-align:justify;">“Its the ninth,” he answered.</p>
<p style="text-align:justify;">Mother counted on her fingers. “Four days!” she cried out in amazement. “We’ve been here four days?”</p>
<p style="text-align:justify;">Mii started to cry softly. An old woman who was lying nearby sat up and took a rice ball out of her bag and gave it to Mii. When Mii took it from her, the woman fell down again. This time she didn’t move.</p>
<p style="text-align:justify;">“Mii-chan! You’re still holding your chopsticks!” her mother exclaimed. “Here, let me have them.” But Mii&#8217;s hand wouldn’t open. Her mother pried her fingers open one by one. Four days after the bomb, Mii let go of her chopsticks.</p>
<p style="text-align:justify;">Firemen came from a nearby village to help them. Soldiers came and took the dead away. A school building that was still standing had been turned into a hospital, and they took Father there. There were no doctors, no medicine, no bandages—only shelter.</p>
<p style="text-align:justify;">With Father as safe as possible in the hospital, Mii and her mother decided to go back into the city to see if anything was left of their home. There were neither grass nor trees nor houses left in Hiroshima. A burnt-out wasteland stretched before them as far as the eye could see. Mii and her mother found everything destroyed. The only thing left to remind them they had ever lived there was Mii’s rice bowl. Bent and broken, it still contained some sweet potatoes.</p>
<p style="text-align:justify;">That day, August 9, 1945, as Mii and her mother looked at the rubble that had been Hiroshima, an atomic bomb was dropped on Nagasaki. And there, as in Hiroshima, thousands of people died, and anyone who survived was left homeless. Among the victims, in addition to the Japanese, were people from many other countries, such as Korea, China, Russia, Indonesia, and the United States.</p>
<p style="text-align:justify;">The atomic bomb was unlike any explosive ever used before. The destruction on impact was greater than thousands of conventional bombs exploding all at once, and it also contaminated the area with radiation that caused deaths and illnesses for many years following the explosion.</p>
<p style="text-align:justify;">Mii never grew after that day. Many years have passed, and she is still the same size she was when she was seven years old. “It is because of the Flash from the bomb,” her mother says. Sometimes Mii complains that her head itches, and her mother parts her hair, sees something shiny and pulls it out of her scalp with a pair of tweezers. It’s a sliver of glass, imbedded when the bomb went off years ago, that has worked its way to the surface.</p>
<p style="text-align:justify;">Mii’s father had seven wounds in his body but they healed and for a while he thought he was getting well. Then one day in autumn after the Flash, his hair fell out and he began coughing blood. Purple spots appeared all over his body and he died.</p>
<p style="text-align:justify;">Many of the people who had said, “Thank God, our lives were spared,” later became ill with radiation sickness. Though this happened in 1945, some of these people are still in hospitals. There is no cure for their disease.</p>
<p style="text-align:justify;">Every year on August 6 the people of Hiroshima inscribe the names of loved ones who died because of the bomb on lanterns. The lanterns are lit and set adrift on the seven rivers that flow through Hiroshima. The rivers flow slowly to the sea, carrying the lanterns in memory of those who died.</p>
<p style="text-align:justify;">Mii, who is still like a small child after all these years, writes “Father” on one lantern and “The Swallow” on another. Her mother’s hair has now turned white, and she watches sorrowfully as her daughter sets the lanterns afloat.</p>
<p style="text-align:justify;">“It can’t happen again,” she says, “if no one drops the bomb.”</p>
<p style="text-align:justify;">ABOUT THIS BOOK<br />
<em>In 1953 I was holding an exhibition of pictures about the atomic bomb, “Genbaku no Zu” in a small town in Hokkaido. Among the people at the exhibition I noticed a woman with a very angry expression on her face who stared at my pictures for a very long time. After a while she came out from the crowd and spoke to me.</em><br />
<em>“At first,” she said, “I passed by your exhibit because I thought you were making a spectacle of suffering. I was determined not to come inside. But, now I am here and have seen your pictures. I want to tell you my story.</em><br />
<em>“After the Flash, I moved here to Hokkaido. The people of Hokkaido were not sympathetic or kind about my experiences. When I would speak of the Flash, they would say I was trying to draw upon their pity or that I was exaggerating my story. After a while, I didn’t feel like telling anybody anything, so I never spoke of the Flash.”</em><br />
<em>The woman closed her eyes after speaking. Then she reached for the microphone and began shouting into it: “You people who have come here, you will believe me. Please listen to me! Please believe me!” And, crying and choking over her words, she recounted the story of how she had tried to escape the Flash, carrying her wounded husband upon her back and leading her child by the hand. People listened to her. Some cried. When she had finished, she said simply, “Thank you for listening.”</em><br />
<em>This scene remained with me for a long time, piercing my heart and memory. This book is based on that woman’s story but woven into it is all that I have heard and seen of other people’s experiences with the atomic bomb.</em></p>
<p> </p>
<p style="text-align:center;"><em>* * *</em></p>
<p> </p>
<p style="text-align:justify;"><em>I am now past seventy years old. I have neither children nor grandchildren. But I have written this book for grandchildren everywhere. It took me a very long time to complete it. It is very difficult to tell young people about something very bad that happened, in the hope that their knowing will help keep it from happening again. I thank my editors, the Chiba brothers, for their help and encouragement. I also thank my many good friends. And I wish to give special acknowledgment to Mr. Jitsuo Tabuchi, of Hiroshima City, and Mr. Kanji Kawade, public service manager of the Hiroshima Railway Company, who provided me with valuable materials.</em></p>
<p style="text-align:right;"><em>—Toshi Maruki</em></p>
<p>Toshi Maruki<br />
<em>Hiroshima no Pika</em><br />
New York, Lothrop, Lee&amp; Shepard Books, 1980</p>
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		<title>Nicht mit mir: eine Geschichte</title>
		<link>http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/24/nicht-mit-mir-eine-geschichte/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 May 2011 05:47:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht mit mir: eine Geschichte „Du bist ein großer Junge”, sagt Mama, „ein wirklich großer Junge.” Da geht Julius los. Da begegnet ihm Frau Meyer: „Guten Tag, Julius. Wo willst du denn hin, ganz allein?” „Ich gehe los”, sagt Julius. &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/24/nicht-mit-mir-eine-geschichte/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2139&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Nicht mit mir: eine Geschichte</strong></p>
<p style="text-align:justify;">„Du bist ein großer Junge”, sagt Mama, „ein wirklich großer Junge.”<br />
Da geht Julius los.<br />
Da begegnet ihm Frau Meyer: „Guten Tag, Julius. Wo willst du denn hin, ganz allein?”<br />
„Ich gehe los”, sagt Julius.<br />
„Da pass aber mal auf”, sagt Frau Meyer.<br />
„Keine Angst”, sagt Julius, „ich mach das schon.”<br />
Da begegnet ihm der große Junge, den alle Großmaul nennen.<br />
„Na”, grinst er und schaut auf Julius herab. „Pampersbaby unterwegs?”<br />
Julius nickt.<br />
„Du mit deiner Schniefnase”, sagt Großmaul.<br />
Schniefnase, denkt Julius, und er befühlt seine Nase.<br />
Das hat ihm noch keiner gesagt.<br />
„Na, Trauerkloß”, macht Großmaul weiter, „soll ich dir mal zeigen, was ‘ne Harke ist?”<br />
Großmaul hebt seine Faust. Und Julius zuckt zusammen.<br />
Trauerkloß, denkt er dabei, ich bin doch kein Trauerkloß.<br />
Und sein Herz tuckert wie verrückt.<br />
„Du bist doch ein Angsthase, Bleichgesicht und Pampersbaby!” Großmaul lacht sich schief.<br />
„Ein echter Junge hat keine Angst&#8230;”<br />
Da ist Julius ganz klein und traurig und ängstlich.<br />
„Fehlt nur noch, dass du heulst wie die Weiber”, mault Großmaul und spuckt aus.<br />
Julius will gehen. Er gibt sich einen Ruck. Und er geht.<br />
Sein Herz tuckert dabei wie verrückt.<br />
Julius setzt sich und muss plötzlich weinen. Und um ihn herum sieht auf einmal alles ganz grau aus.<br />
So sitzt er lange. Und sein Herz tuckert immer mehr.<br />
Heulsuse, denkt er und schluchzt dabei, Pampersbaby und Angsthase, Weiber und Bleichgesicht,<br />
Trauerkloß und Schniefnase&#8230;<br />
„Und ein Junge hat keine Angst&#8230;”, murmelt er.<br />
Großmauls Worte gehen ihm durch den Kopf, alle Worte und alle Sätze. Immer wieder.<br />
Und sein Herz tuckert dabei.<br />
Da kommt ein Mädchen und fragt: „Bist du traurig?”<br />
Weiber, denkt Julius. Aber er sagt es nicht.<br />
„Hat er dich auch fertig gemacht?” Und das Mädchen zeigt hinter Großmaul her.<br />
Ein Junge hat keine Angst, denkt Julius, sagt es aber nicht.<br />
„Bist du traurig?”, fragt das Mädchen noch einmal.<br />
Da nickt Julius ganz langsam.<br />
„Traurig ist jeder mal”, sagt das Mädchen.<br />
„Jeder?”<br />
„Ja, da innendrin ist bei jedem ein kleiner Kloß von Traurigkeit.”<br />
„Bei jedem, echt? Auch bei coolen Jungs?”<br />
Da nickt das Mädchen: „Auch bei coolen Jungs.”<br />
„Auch bei Großmäulern?”, fragt Julius.<br />
„Ja, aber die geben’s nicht zu.”<br />
„Auch bei Pampersbabys und Heulsusen, Angsthasen und Schniefnasen?“<br />
„Bei allen ist ein Trauerkloßherz<br />
und Angsthasenschmerz,<br />
bei Groß und bei Klein,<br />
bei Ich und bei Du,<br />
nur Großmäuler geben’s nicht zu.”<br />
„Du kannst ja reimen”, sagt Julius, „mit Schniefnasenschmerz und Angsthasenherz&#8230;”<br />
„Und mit ‘nem dicken Trauerkloß<br />
bei Klein und Groß”, macht das Mädchen weiter.<br />
Da müssen sie schrecklich lachen.<br />
„Der Trauerkloß, der ist so groß,<br />
was mach ich bloß, was mach ich bloß?”<br />
„Großmäuler sind ja schrecklich dumm.<br />
Ich lach mich krumm.”<br />
Das Mädchen holt ein Springseil und sie singen und springen:<br />
„Bei allen ist ein Trauerkloßherz<br />
und Angsthasenschmerz,<br />
bei Groß und bei Klein,<br />
bei Ich und bei Du,<br />
nur Großmäuler geben’s nicht zu.”<br />
„Noch mal!”, ruft Julius.<br />
Da schwingt das Mädchen das Seil hoch und Julius macht sich klein und hüpft drunter durch. Dann schwingt das Mädchen das Seil um sich. Und Julius springt ganz hoch.<br />
Hui, wie der Wind.<br />
Und sein Herz tuckert dabei, weil er aus der Puste ist.<br />
Da kommt Großmaul zurück und lacht gemein:<br />
„Na, Angsthase, spielst wohl mit Mäden?”<br />
Und das Mädchen und Julius singen zusammen:<br />
„Wer’s sagt, isses selbst,<br />
das wissen wir beiden,<br />
Großmäuler können wir gar nicht leiden.”<br />
Großmaul lacht nicht mehr. Er will ausholen.<br />
Da stellt Julius sich breitbeinig vor ihn: „Nicht mit mir!”<br />
Julius schwingt das Seil&#8230;<br />
Und sein Herz tuckert dabei fast gar nicht.<br />
Da geht Großmaul.<br />
„Du bist echt ein toller Junge”, sagt das Mädchen.<br />
Und sie springen hoch.<br />
Und Julius merkt dabei:<br />
Er ist wirklich ein toller, ein richtig großer Junge.<br />
Und sein Herz tuckert wie verrückt.</p>
<p>Christine Biernath: <em>Nicht mit mir: eine Geschichte.</em><br />
Ravensburg, Ravensburger verlag, 2005</p>
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		<item>
		<title>Wachsam, aber nicht beunruhigt</title>
		<link>http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/17/wachsam-aber-nicht-beunruhigt/</link>
		<comments>http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/17/wachsam-aber-nicht-beunruhigt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 May 2011 20:28:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>

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		<description><![CDATA[Wachsam, aber nicht beunruhigt  Komisch, dass man jetzt, wo jeder Haushalt seine eigene Interkontinentalrakete hat, kaum noch darüber nachdenkt. Anfangs wurden sie noch wahllos ausgegeben. Da war es noch aufregend: Ein Bekannter bekam ein Schreiben von der Regierung, und eine &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/05/17/wachsam-aber-nicht-beunruhigt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2134&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center"><strong>Wachsam, aber nicht beunruhigt</strong></p>
<p style="text-align:justify;"> Komisch, dass man jetzt, wo jeder Haushalt seine eigene Interkontinentalrakete hat, kaum noch darüber nachdenkt. Anfangs wurden sie noch wahllos ausgegeben. Da war es noch aufregend: Ein Bekannter bekam ein Schreiben von der Regierung, und eine Woche später lud ein Laster die Rakete ab. Dann musste jedes Eckhaus eine haben, dann jedes zweite Haus, und jetzt würde es merkwürdig aussehen, wenn man beim Geräteschuppen oder der Wäscheleine keine Rakete stehen hätte.</p>
<p style="text-align:justify;">Uns ist durchaus klar, wozu sie da sind, jedenfalls in einem weiteren Sinn. Wir wissen, dass wir in einem zunehmend gefährlichen Klima unsere Lebensweise schützen müssen. Wir wissen, dass jeder seinen Beitrag zu unserer nationalen Sicherheit leisten muss (indem er den Druck von den Waffenlagern nimmt) und, was am wichtigsten ist, dass man mit dem Gefühl belohnt wird, dass wir unseren Beitrag leisten. Es ist ein bescheidenes Engagement. Man muss die Rakete nur am ersten Sonntag im Monat waschen und hin und wieder den Messstab an der Seite herausziehen, um den Ölstand zu kontrollieren. Alle zwei Jahre steht ein Eimer Farbe in einem Pappkarton vor der Tür, was heißt, dass es Zeit wird, etwaigen Rost zu entfernen und der Rakete einen frischen, metallicgrauen Anstrich zu verpassen.</p>
<p style="text-align:justify;">Viele von uns haben jedoch damit angefangen, die Rakete bunt anzustreichen, sogar Muster darauf zu malen, etwa Schmetterlinge oder schablonierte Blumen. Sie nehmen im Garten so viel Raum ein, da können sie ruhig auch hübsch aussehen, und in dem Regierungsschreiben steht nicht, dass man die bereitgestellten Farben auch benutzen muss. Auch haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, zur Weihnachtszeit Lichter daran zu binden. Sie sollten mal nachts auf den Hügel gehen, dann sehen Sie im ganzen Umkreis Hunderte von funkelnden Türmen, die alle blinken und blitzen.</p>
<p style="text-align:justify;">Außerdem gibt es auch noch alle möglichen sehr guten praktischen Verwendungen für eine Gartenrakete. Schraubt man unten die Verkleidung ab und zieht die ganzen Kabel und so weiter heraus, kann man den Raum nutzen, um Sämlinge zu ziehen oder Gartengeräte, Wäscheklammern und Brennholz zu lagern. Nach einer umfangreichen Renovierung gibt sie auch ein hervorragendes »Raumschiff«-Häuschen ab, und wenn man einen Hund hat, braucht man keine Hütte für ihn zu kaufen. Eine Familie hat ihre sogar oben ausgehöhlt und so einen Pizzaofen daraus gemacht.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch, wir wissen alle, dass es gut möglich ist, dass die Raketen nicht mehr richtig funktionieren, wenn die Leute von der Regierung sie einmal holen wollen, aber im Lauf der Jahre haben wir aufgehört, uns darüber Gedanken zu machen. Tief im Innern finden die meisten, dass es wahrscheinlich besser so ist. Denn wenn es in fernen Ländern auch Familien mit Gartenraketen gibt, deren Sprengköpfe auf uns gerichtet sind, hoffen wir schließlich auch, dass sie eine bessere Verwendung dafür gefunden haben.</p>
<p align="right"> </p>
<p align="right">Shaun Tan: <em>Geschichten aus der Vorstadt des Universums</em>.</p>
<p align="right">Hamburg: Carlsen, 2009</p>
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		<title>Der Indianerkönig</title>
		<link>http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/01/06/der-indianerkonig/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Jan 2011 11:05:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Heilige Könige]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Indianerkönig Viele Menschen, große und kleine, kennen die Geschichte der Heiligen Drei Könige. Was aber von dem Indianerhäuptling Silbermond erzählt wird, das ist weit weniger bekannt. Silbermond lebte am Rand eines Berglandes im weiten Amerika. Eines Nachts sah er &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/01/06/der-indianerkonig/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2113&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Der Indianerkönig</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong></strong><br />
Viele Menschen, große und kleine, kennen die Geschichte der Heiligen Drei Könige. Was aber von dem Indianerhäuptling Silbermond erzählt wird, das ist weit weniger bekannt.<br />
Silbermond lebte am Rand eines Berglandes im weiten Amerika. Eines Nachts sah er am Himmel einen weißen Stern. Der zog einen Schweif aus Goldstaub hinter sich her. Silbermond kannte den Sternenhimmel gut, doch so etwas hatte er nie zuvor gesehen. Er rief sein Volk zusammen und sagte: »Ein neuer Stern ist aufgegangen. Ich bin sicher, es ist der Stern eines großen Königs. Ich will mich aufmachen und dem neuen König huldigen.« Er nahm viele Geschenke mit. Drei Lamas bekamen Krüge mit Wasser und Öl und Honig auf den Rücken geladen. Auch Maisbrot und Trockenfleisch trugen sie und ein Armband aus kostbarer Jade, einen Beutel mit Goldkörnern und einen bunt gewebten, warmen Umhang.<br />
Silbermond sagte: »Lebt wohl.« Sein Bruder Schneller Hirsch gab ihm noch einen Rat mit auf den Weg: »Schau nicht links, schau nicht rechts, scher dich um nichts, sonst kommst du nie ans Ziel.« Die Mutter aber nahm einen Schmuck mit einer schimmernden Perle von ihrem Hals, legte Silbermond diesen um und sagte: »Das ist mein eigener Brautschmuck. Er soll dich erinnern, dass du jedem hilfst, der deine Hilfe nötig hat.«<br />
Nach Tagen traf Silbermond auf zwei Mädchen und eine Frau. Die litten Hunger, denn der Vater war viele Tage zuvor auf die Jagd gegangen und nicht zurückgekehrt. Da schenkte Silbermond, was er zu essen bei sich hatte, und dachte: Der, der die Sterne lenkt, der wird mich nicht umkommen lassen. Und er zog weiter. Als er ins Gebirge kam, war dort schon der Winter eingekehrt. Silbermond fand einen alten Mann. Der hatte sich vor einem Schneesturm unter eine Tanne geflüchtet und war halb erfroren. Silbermond gab ihm den warmen, bunt gewebten Umhang. Den ganzen langen Winter blieb er bei dem Alten; denn der Schnee lag so hoch, dass Silbermond nicht übers Gebirge gehen konnte. Im Frühling brach er auf. Hinter dem Gebirge lag ein herrliches Wiesenland. Jetzt werde ich schneller vorwärts kommen, dachte Silbermond.<br />
Aber im Grase lag ein Hirtenjunge. Der hatte gegen die Wölfe gekämpft. Doch die Wölfe waren stärker gewesen als er. Sie hatten ihn verwundet und seine Lamas in alle Winde gejagt. Da pflegte Silbermond ihn gesund. Als der Herbst kam, machte er sich wieder auf und zog dem schönen Stern nach. Dem Hirtenjungen schenkte er seine Lamas, denn ein Hirte ohne Herde, das ist ein armer Mensch.<br />
Schließlich gelangte Silbermond an die Meeresküste. Ihm fiel ein Schilfboot in die Augen. Darin lagen jedoch ein toter Mann und eine tote Frau. Drei Kinder saßen da und weinten. »Seeräuber haben unsere Eltern umgebracht«, berichtete der Junge. »Das Fischernetz und das Segel haben sie uns geraubt.«<br />
Einen Augenblick dachte Silbermond an den Rat seines Bruders: »Schau nicht links, schau nicht rechts, scher dich nicht drum.« Aber dann taten ihm die Kinder Leid. Er begrub mit ihnen die Toten und tauschte bei anderen Fischern das kostbare Armband aus Jade gegen ein Netz und zwei Segel.<br />
Zum Dank halfen ihm die Kinder, ein großes Schilfboot zu bauen. Doch das dauerte seine Zeit, und Silbermond konnte erst nach sieben Monaten aufs Meer hinausfahren, dorthin, wohin der weiße Stern ihn führte. Lange, lange sah er nichts als Wasser. Endlich gelangte er an eine ferne Küste. Er hörte, dass hinter der Küste eine große Wüste lag. Eine Karawane war wenige Tage zuvor losgezogen. Da gab Silbermond sein Schiff für ein Kamel und ritt los. Wochenlang zog er von Wasserstelle zu Wasserstelle. Schon war er der Karawane nahe gekommen, da gelangte er an eine Oase. Dort herrschte große Trauer. Die Männer der Karawane hatten einen jungen Mann geraubt. Den wollten sie in Ägypten als Sklaven verkaufen. Am folgenden Abend holte Silbermond die Karawane ein. Er gab all sein Gold hin und kaufte dafür den jungen Mann und ein Kamel. Darauf setzte er den Jungen und ließ ihn zu seiner Oase zurückkehren. Er selbst aber begleitete die Karawane bis nach Ägypten. Dort hörte er von einem neuen König, der im Judenland geboren worden sein sollte. Also zögerte er nicht und folgte dem Stern. Kaum aber hatte er das Judenland erreicht, da verblasste der Stern am Himmel. Überall fragte Silbermond nach dem König der Könige, doch keiner konnte ihm eine genaue Auskunft geben.<br />
Silbermond war schon viele Jahre unterwegs, als er eines Tages in Galiläa in ein Dorf mit Namen Kana kam. Dort wurde gerade eine Hochzeit gefeiert. Silbermond hatte Hunger und bat um Brot. Der Küchenmeister wollte den alten Bettler forttreiben, aber der Bräutigam lud Silbermond ein, ins Haus zu kommen. Es war keine reiche Hochzeit. Der Wein ging aus. Ja, die Braut trug nicht einmal Brautschmuck. Silbermond sah, dass sie darüber sehr traurig war. Da nahm er den Schmuck, den seine Mutter ihm gegeben hatte, und legte ihn der Braut um den Hals.<br />
Jetzt war er ganz und gar arm, wirklich ein Bettler. Er ging in den Garten. Die Diener kamen heraus und füllten sechs große Krüge mit frischem Wasser. Silbermond half ihnen, das Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen. Die Diener trugen die Krüge wieder ins Haus. Da trat ein Mann hinzu. Er war etwa 30 Jahre alt. Er sagte den Dienern, sie sollten dem Küchenmeister etwas von dem, was in den Krügen war, zu kosten geben. Das taten sie. Augenblicklich kam der aus der Küche gerannt und rief: »Was für einen herrlichen Wein habt ihr mir gebracht.« Silbermond blickte zum Abendhimmel hinauf. Da strahlte nach langen Jahren zum ersten Male wieder der weiße Stern hell und klar. Silbermond schaute auf den Mann, dem sogar das Wasser gehorcht hatte und zu Wein geworden war. Er wusste mit einem Male ganz sicher, dass er am Ziel angekommen war. Er jubelte auf und rief: »Der, der die Sterne lenkt, der hat mich nicht in die Irre geführt.« Er schlich sich zu dem neuen König, berührte ganz heimlich sein Gewand, beugte seine Knie und huldigte ihm. Da erfüllte ihn eine große Freude ganz und gar, und er rief aus: »Meine Augen haben das Heil geschaut!«</p>
<p style="text-align:justify;">Willi Fährmann: <em>Folget dem Stern.</em><br />
München: OMNIBUS Taschenbuch 2004</p>
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		<title>Angst im Bauch</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Jan 2011 15:57:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Angst im Bauch »Puh, war das ein Schreck!« Dana stopfte sich einen Schokoriegel in den Mund. »Mir zittern alle Glieder. So etwas aber auch!« Sie redete und kaute, stöhnte und zitterte. Dem Schokoriegel folgte ein Stück Kuchen, ein Joghurt, eine &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2011/01/05/2110/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=2110&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Angst im Bauch</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong></strong><br />
»Puh, war das ein Schreck!« Dana stopfte sich einen Schokoriegel in den Mund. »Mir zittern alle Glieder. So etwas aber auch!« Sie redete und kaute, stöhnte und zitterte. Dem Schokoriegel folgte ein Stück Kuchen, ein Joghurt, eine Essiggurke und ein Becher Erdbeermilch, und langsam hörte das Zittern auf.<br />
»War wirklich ein Riesenschreck!«, sagte Dana und wischte sich den Mund ab. »Ich hab vielleicht ‘ne Angst gehabt!«<br />
»Oh, mein Armes!«, rief Danas Mutter aufgeregt. »Das ist ja schrecklich. Möchtest du vielleicht ein Spiegelei haben? Dann geht es dir bestimmt gleich besser.«<br />
»Ein Spiegelei?« Dana sah ihre Mutter erfreut an. »Ja, das wäre genau das Richtige, um diesen schrecklichen Traum zu vergessen!«<br />
Mit schnellen Griffen bereitete Danas Mutter aus Butter, Schinkenwürfeln, Zwiebelstückchen, zwei Eiern und gerösteten Toastbrotwürfeln eine leckere Eierspeise zu. Dankbar sah Dana ihr dabei zu. Ich hab eine tolle Mutter!, dachte sie. Steht mitten in der Nacht auf und brät mir Spiegeleier, nur um mich zu trösten &#8230;<br />
Rasch stopfte sie die Eier in sich hinein. Hm, das schmeckte!<br />
»Geht’s dir wieder gut?«, fragte ihre Mutter besorgt.<br />
»Danke, Mutti«, sagte Dana. »Mir geht’s prima!«<br />
»Na fein. Dann lass uns wieder schlafen gehen.«<br />
Und zufrieden war Dana bald darauf eingeschlafen.</p>
<p style="text-align:justify;">Am nächsten Morgen saß Dana übellaunig beim Frühstück. Sie hatte keine Lust, in die Schule zu gehen. Da war erst der Englischtest, den sie heute schrieben; dann würden sie bestimmt die Mathearbeit zurück bekommen, ja, und in den letzten beiden Stunden war Sport. Dana hasste das dumme Herumgehüpfe. Außerdem genierte sie sich in den engen Turnhosen, in denen sich ihr Po prall abzeichnete. Das sah so albern aus, und sie hatte Angst, die anderen könnten über sie lachen.<br />
»Ich hab überhaupt keine Lust, in die Schule zu gehen!« Dana löffelte eine Schüssel Cornflakes mit Milch in sich hinein.<br />
Mitfühlend strich ihr die Mutter übers Haar. »Mein Armes«, sagte sie. »Wird schon nicht so schlimm werden. Ich hab dir auch ein feines Schulfrühstück eingepackt: zwei Schinkenbrötchen, ein Käsebrötchen, eine Tafel Schokolade und drei Milchschnitten. Und hier hast du noch etwas Geld, damit kannst du dir Cola oder sonst etwas Nettes kaufen.« Aufmunternd tätschelte sie Danas Wange. »Übrigens, bei mir wird’s heute Abend ein bisschen später. Sei nicht böse, ja? Schieb dir einfach eine Pizza in den Ofen, einverstanden?«<br />
Dana nickte. »Klar, Mutti«, sagte sie.</p>
<p style="text-align:justify;">In der Schule war es eigentlich wie immer. Weil Dana solche Angst vor dem Englischtest hatte, aß sie nach der ersten Stunde ihr ganzes Schulfrühstück auf. Dann fühlte sie sich besser, und der Test lief auch gar nicht so schlecht, wie sie befürchtet hatte.<br />
Dann kam die große Pause. Weil Dana ihr Frühstück bereits gegessen hatte, lief sie zum Bäcker und kaufte sich Kekse und zwei Stück Punschtorte. Heißhungrig biss sie in die Torte. Lecker! Da vergaß sie doch glatt die Mathearbeit, die sie gleich zurück bekommen sollten. Kauend überquerte sie den Schulhof.<br />
»He, da kommt die dicke Dana!«, rief einer der Jungen aus der Parallelklasse.<br />
»Die wird ja immer fetter!«, schrie ein anderer. »Und wie sie wieder mampft!«<br />
Blöde Affen! Mussten die immer auf ihr herumhacken? Dass sie dick war, wusste sie selbst. Aber sie konnte doch nichts dafür! Glaubten die anderen etwa, sie wäre gerne dick?<br />
Danas Augen füllten sich mit Zornestränen. Blind stolperte sie über zwei Erstklässler, die im Weg standen, und lag &#8211; bums! &#8211; auf dem Boden. Und das war nicht einmal das Schlimmste. Denn als sie aufstehen wollte, passierte es: Rrrtsch!, machte es, als die Hose platzte. Genau dort, wo sie die ganze Zeit schon so gespannt hatte. Ein breiter Riss öffnete von der linken Pobacke bis zum Oberschenkel den Blick auf Danas rosa Unterhosen mit den hellgrünen Blümchen, und von allen Seiten tönte helles Gelächter.<br />
Auch das noch! Am liebsten wäre Dana vor Wut und Scham in das nächste Mauseloch gekrochen. Doch wo gab es schon ein Mauseloch, in das Dana passte? Blieb nur noch die Flucht. So schnell sie konnte, rannte sie an den johlenden Mitschülern vorbei und warf sich im Klassenzimmer heulend auf ihren Platz.<br />
»Warum frisst du auch so viel?«, fragte ihre Banknachbarin vorwurfsvoll. »Da muss so eine Hose ja platzen!«<br />
Dana zuckte verzweifelt die Achseln. »Ich kann doch nichts dafür!«, schluchzte sie. »Ist eben so. War schon immer so.«<br />
»Dann hör doch auf damit!«<br />
»Geht nicht!« Dana griff in die Kekstüte, und sie aß und aß, bis auch die letzte Träne verschwunden war. Ja, und dann kam die Mathestunde, und Dana hatte sich vergeblich gefürchtet. Sie hatte eine gute Zwei geschrieben &#8211; na bitte!<br />
Sport hingegen war so schlimm wie immer. Beim Laufen keuchte Dana weit hinter den anderen ins Ziel, sie sprang wie ein nasser Sack in die Sandgrube, und beim Ballweitwurf kam sie auch nicht über die Zehn-Meter-Marke hinaus. Blöder Sport! Wer diesen Quatsch nur erfunden hatte! Dana eilte zum Getränkeautomat und trank gierig zwei Dosen Cola in sich hinein.</p>
<p style="text-align:justify;">»Armes Kind!«, sagte Danas Mutter, als sie sich in der Nacht in der Küche trafen. »Hast du wieder schlecht geträumt?«<br />
Dana nickte und schob sich zitternd eine Frikadelle in den Mund.<br />
»Soll ich uns einen leckeren Hawaitoast machen?«, schlug ihre Mutter besorgt vor.<br />
Und Dana nickte und zitterte und kaute und &#8230; alles ging wieder von vorne los, heute, morgen, nächste Woche. Und so wird es auch weitergehen, bis Dana irgendwann einmal platzt oder keine Angst mehr bekommt oder einfach einmal den Mut findet, über das alles zu reden &#8211; ohne dabei zu kauen.</p>
<p style="text-align:justify;">Elke Bräunling: <em>Da wird die Angst ganz klein – Mutmachgeschichten</em>.<br />
Limburg: Lahn-Verlag 1998</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Zen Air</title>
		<link>http://kindergeschichten.wordpress.com/2010/11/17/1997/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Nov 2010 20:31:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kindg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Advent]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[Zen Air Nein, nein, das hat nichts mit Zen-Buddhismus zu tun, ist auch keine neue Fluglinie, etwa zu den buddhistischen Klöstern in China oder Japan, wo neuerdings auch westliche Interessenten die Kunst der Kontemplation lernen wollen. Vielmehr ist ZEN AIR &#8230; <a href="http://kindergeschichten.wordpress.com/2010/11/17/1997/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=kindergeschichten.wordpress.com&amp;blog=2172636&amp;post=1997&amp;subd=kindergeschichten&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><strong>Zen Air</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Nein, nein, das hat nichts mit Zen-Buddhismus zu tun, ist auch keine neue Fluglinie, etwa zu den buddhistischen Klöstern in China oder Japan, wo neuerdings auch westliche Interessenten die Kunst der Kontemplation lernen wollen. Vielmehr ist ZEN AIR eine Weihnachtserfindung meiner damals sechsjährigen Schwester. Sie hatte nämlich die glorreiche Idee, dass wir eigentlich zusammen spielen könnten. Das war bei uns beiden eigentlich nicht üblich, denn bei fünf Jahren Altersunterschied (ich war elf) gehen die Interessen doch weit auseinander. Später, als ich an der Universität auch Vorlesungen über Kinder- und Jugendpsychologie hörte, erfuhr ich, dass gerade diese Zahl der Jahre die zwischenmenschliche Kommunikation am meisten blockiere.<br />
Aber nun hatte meine Schwester vorgeschlagen, ich könnte ihr doch für ihren Kaufladen die Ware mit meiner elektrischen Eisenbahn liefern. Ja, das war wirklich eine tolle Idee; ich wäre darauf nicht gekommen. Und mit der Spur Null, die es heute leider nicht mehr gibt, war das auch kein Problem. Da hatte es in den Waggons genügend Stauraum.<br />
«Gut», sagte ich, «aber was soll ich dir denn liefern?»<br />
«Das schreibe ich dir auf.»<br />
«Haha, du kannst doch noch gar nicht schreiben», erwiderte ich überheblich.<br />
«Doch, du wirst schon sehen.»<br />
Sie griff zu einem Blatt Papier und malte zu meinem großen Erstaunen in Großbuchstaben, die sie sich aus ihrem Bilderbuch, das ich ihr immer vorlesen musste, angeeignet hatte, einen «Bestellzettel». Der sah etwa so aus:</p>
<p style="text-align:justify;">ZEN AIR<br />
FINF FUND MEL<br />
AIN SAG EBFL<br />
TSWAI GUGEN TSUGR<br />
TREI KIHLO GARDOFL&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">«Was soll denn das heißen», fragte ich völlig verdutzt.<br />
«Ja, kannst du denn nicht lesen? Komm, ich lese es dir vor.»<br />
Und nun las sie laut Buchstabe für Buchstabe langsam, aber völlig richtig ihre «Bestellung», die ich dann auch perfekt verstand. Den Bestellzettel legte sie in einen meiner Güterwagen. Ich ließ die Bahn ein paar Runden drehen, am Bahnhof halten und entnahm die Bestellung. Sie war im Großen und Ganzen leicht auszuführen, denn Mehl, Zucker(hut) und Kartoffel hatte sie ja in ihrem Kaufladen vorrätig und mir vorher in einer Schachtel verschmitzt zugeschoben. Einen Apfel entnahm ich der Schale auf unserem Esstisch und legte ihn in den Langholz wagen, der damit ausgefüllt war, aber wo sollte ich zehn Eier herbringen? Was sah – in Miniformat – so ähnlich aus? Ah ja: Reiskörner! Schnell lief ich in die Küche und bat meine Mutter um zehn Reiskörner.<br />
«Wozu brauchst du denn Reiskörner?»<br />
«Zum Spielen!»<br />
«Mit Esswaren spielt man nicht! Außerdem habe ich jetzt keine Zeit; du siehst doch, dass ich alle Hände voll zu tun habe.»<br />
«Aber ich bringe sie nachher auch wieder zurück!»<br />
«Na, gut! Nimm dir die Körner aus dem Einweck-Glas.»<br />
Glücklich, die ganze «Bestellung» nun ausführen zu können, kehrte ich in unser Spielzimmer zurück.<br />
Meiner Schwester hatte das Feilschen um die ZEN AIR offensichtlich zu lange gedauert. Ein Kindertelefon besaßen wir nicht. Aber sie wusste sich zu helfen. Sie ließ ihre Ladenkasse klingeln, legte ihre Hand ans Ohr und sagte:<br />
«Herr Kaufmann, wann kommen denn endlich meine bestellten Sachen?»<br />
Eine Ladenkasse, die ich als Telefonersatz klingeln lassen konnte, besaß ich zwar nicht, aber ich hatte ja ein Läutwerk, mit dem ich sonst den herannahenden Zug ankündigte. Also drehte ich an der Kurbel:<br />
«Einen Moment, ich werde mal nachsehen, ob schon etwas im Bahnhof steht. Ich rufe Sie dann zurück.»<br />
«Hallo, hallo, Frau Schmied, Ihre Sachen sind angekommen. Sie können sie abholen.»<br />
In diesem Moment betrat meine Mutter, die bisher in der Küche das Weihnachtsmahl vorbereitet hatte, das Zimmer und konnte nicht genug staunen, wie friedlich wir miteinander spielten.<br />
«Ja, das ist ja was ganz Neues», meinte sie erfreut. «Was spielt ihr denn?»<br />
«Eisenbahn und Kaufladen», sagten wir wie aus einem Mund.<br />
«Und wie geht das?»<br />
Ich zeigte ihr den «Bestellzettel» meiner Schwester.<br />
«Wie, was? Das verstehe ich nicht.»<br />
«Du musst es laut lesen», half ich Mutter auf die Sprünge. Da brach sie in helles Gelächter aus.<br />
«Ja, das ist ja prima; ich wusste gar nicht, dass du schon schreiben kannst», lobte sie meine Schwester.<br />
«Ein bisschen halt», sagte sie etwas kleinlaut, denn das Lachen unserer Mutter hatte sie schon ein wenig aus der Fassung gebracht.<br />
«Das ist schon in Ordnung. Ostern kommst du ja in die Schule und dann lernst du es richtig. Aber weil ihr so schon miteinander spielt, habe ich auch eine Idee. Heute Nachmittag backen und kochen wir was aus den ZEN AIR und den anderen guten Sachen, die der «Kaufmann» dir geliefert hat, in der Puppenküche.»<br />
«Richtig backen und kochen?», fragten wir etwas ungläubig, denn bis jetzt hatte meine Schwester nur immer so getan, als würde sie in dieser Küche etwas backen oder kochen.<br />
«Ja, richtig backen und kochen, das geht nämlich mit dem kleinen Herd ganz gut.»<br />
Wir konnten den Nachmittag kaum erwarten. Und dann ging es los. Mutter schälte den von mir gelieferten «EBFL» und schnitt ihn in kleine Stücke. Aus dem MEL und einem der ZEN AIR bereitete sie einen Teig, und nun wurde der Herd, den unser Großvater, der von Beruf Schlosser war, einst selbst für unsere Mutter und deren Schwester hergestellt hatte, mit Esbit angefeuert. Der EBFL kam in einen kleinen Topf, in den noch aus der GUG (süddeutsch für «Tüte») etwas TSUGR hinzugefügt wurde, um den entstehenden Apfelbrei zu süßen. Auf einer anderen Herdplatte füllte meine Schwester vorsichtig etwas Teig in ein kleines Pfännchen, in dem zu unserem Erstaunen tatsächlich bald kleine Pfannkuchen brutzelten.<br />
Diese Köstlichkeiten wurden in die Puppenstube, die ebenfalls Großvater – wie auch die Puppenküche – einst selbst gebastelt hatte, gebracht, die kleinen Puppen in ihre Stühlchen gesetzt und dann aßen, ach was, schmausten wir selbst mit größtem Vergnügen und Hochgenuss. So gut hatten uns Pfannkuchen und Apfelbrei noch nie geschmeckt!<br />
Wenn wir uns in späteren Jahren nur gelegentlich an Weihnachten trafen, weil wir – beruflich bedingt – weit auseinander wohnten, und ich an Weihnachten als Pfarrer natürlich meist Dienst hatte, brauchte ich nur meiner Schwester das Code-Wort «ZEN AIR» zuzuflüstern, und schon schmeckten wir das einstige Puppenküchegericht auf der Zunge, und der ganze Weihnachtszauber von ZEN AIR war wieder da.</p>
<p style="text-align:right;">Kurt Dittert</p>
<p style="text-align:right;">Ursula Richter; Barbara Mürmann: <em>Weihnachtsgeschichten am Kamin 22.</em><br />
Reinbek bei Hamburg: Rororo, 2007</p>
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